Gillamoos-Gebühren steigen - aber nicht für alle

Von Wolfgang Abeltshauser · 30. Oktober 2025 um 11:00

Der Gillamoos hat für Abensberg eine ganz große Bedeutung. Deshalb nimmt die Kommune jährlich ein Defizit dabei in Kauf. Allerdings soll es nicht ins Unendliche steigen - das wiederum hat Auswirkungen.

Der Werkausschuss hat jetzt dem Stadtrat einstimmig vorgeschlagen, in Teilen die Standgebühren für den Gillamoos erheblich zu erhöhen. Allerdings sollen etwa Bierzelte und Schausteller-Betriebe davon nicht betroffen sein. Endgültig soll das der Stadtrat in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag beschließen.

Anfangs erinnerte Bürgermeister Bernhard Resch (Landwähler Offenstetten), dass man sich im Gremium schon im Frühjahr dazu durchgerungen habe, das Defizit, das auf den Einnahmen aus den Platzgeldern beruht, unter 100.000 Euro pro Jahr drücken zu wollen. In der Sitzung erklärte Heribert Eichstädter, einer der Marktmeister und kaufmännischer Leiter der Stadtwerke, warum in Wirklichkeit trotzdem ein Defizit von bis zu 300.000 Euro im Jahr aufläuft. So könne man etwa die Kosten für Verzehrgutscheine, den Seniorennachmittag oder auch den Strom, den die Stadt verbraucht, nicht über Platzgelder begleichen.

Klares Votum im Werkausschuss in Abensberg zum Gillamoos

Eichstädter erläuterte das neue Tarifsystem, das für die kommenden zwei Jahre gelten soll und dem die Gremiumsmitglieder unisono zustimmten. Damit läge das entsprechende Defizit bei etwa 90.000 Euro pro Jahr. Das Konzept entstammt laut Resch einer nichtöffentlichen Diskussion des Werkausschusses aus dem Frühjahr. Keine Veränderungen geben soll es bei den Bierzelten, Schaustellern und Fieranten. Die seien laut Resch und Eichstädter wichtig für den Gillamoos, so dass man sie nicht noch mehr belasten wolle.

Eichstädter schlug dem Gremium sogar vor, für zwei historische Betriebe die Gebühren zu senken. Im Blick hatte er dabei das Kasperltheater und die Schiffschaukel, deren Aufbau schon einen gewissen Aufwand bedeuten würden. Die Mitglieder des Werkausschusses sprachen sich dafür aus, wie von Eichstädter vorgeschlagen nur noch 150 Euro pro Betrieb zu verlangen.

Dagegen sollen Stände, bei denen es Bier, anderen Alkohol und Essen zu kaufen gibt, deutlich mehr belastet werden als bisher. Die Betreiber des einzigen Standes, die Bier und sonstigen Alkohol verkaufen, mussten bisher eine Pauschale von 3700 Euro bezahlen. Künftig soll laut Eichstädter pro Quadratmeter eine Summe verlangt werden, so dass am Ende eine Gebühr von 6300 Euro herauskommen würde.

Nachlass für Vereine aus Abensberg beim Gillamoos

Betreiber anderer Verkaufsstände sollen ab kommendem Jahr 2500 Euro bezahlen - das bedeute eine Erhöhung von 54 Prozent. Einen Nachlass auf 2250 Euro sollen Vereine erhalten. Solche, die Nachwuchsarbeit betreiben, bekämen einen weiteren Nachlass auf 2000 Euro. Diejenigen, die in Zelten Alkohol verkaufen, müssen mit einer Erhöhung um rund hundert Prozent auf 3000 Euro rechnen. Eine leichte Erhöhung soll es bei reinen Imbiss-Ständen geben. Ähnliche Erhöhungen hatte jüngst erst der Neustädter Kulturausschuss für das Pfingtsvolksfest beschlossen.

Dieses Konzept stieß im Werkausschuss auf Gegenliebe: „Die grundsätzliche Stoßrichtung finde ich lobenswert“, sagte Simon Steber (Junge Liste). Es sei eine gute Botschaft, dass Fieranten nicht weiter belastet werden sollen. Allein sie würden den Jahrmarkt ausmachen. Er und Claudia Ziegler (SPD) findet es weiter positiv, dass bei Bierzelten nicht erhöht werden, und bei den historischen Betrieben abgesenkt werden soll.

Umsatz wird nicht als Größer herangezogen

Mit den zum Teil deutlichen Erhöhungen wolle man laut Bürgermeister dafür sorgen, dass die entsprechenden Standbetreiber an Kosten wie etwa für den Sicherheitsdienst beteiligt werden. Richard Zieglmeier (Grüne) wies beispielsweise darauf hin, dass die Zeltbetreiber ohnehin den Löwenanteil solcher Kosten tragen.

Er warf in die Runde, ob man denn nicht den erzielten Umsatz heranziehen solle, um die Höhe der Gebühren zu bestimmen. Laut Eichstädter und Resch sei das in der Vergangenheit durchaus diskutiert, letztendlich aber nicht weiter verfolgt worden, da es zu kompliziert sei, so etwas umzusetzen.

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Zieglmeier sprach in der Sitzung die Evakuierung am Gillamoos-Donnerstag wegen eines drohenden Unwetters an. Während die Räumung des Platzes sehr gut gelaufen sei, habe es dann auf den Straßen rund um Abensberg aber Probleme gegeben, da zu viele Autofahrer gleichzeitig nach Hause wollten.

Weiteres Verkehrskonzept für den Gillamoos

Eichstädter räumte ein, dass dies durchaus als Problem erkannt sei. Der Plan sei, ein spezielles Verkehrskonzept für genau so einen Fall zu erarbeiten. Eine Sperrung des Platzes etwa wegen Terrorgefahr sei eine andere Situation. Zieglmeier regte an, das Konzept dann im Vorfeld des kommenden Gillamoos öffentlich zu machen. Die Stadt werde das laut Eichstädter gerne vorschlagen, entscheiden müsse das aber die übergeordnete Behörde.

Währenddessen machte Resch die ersten Veranstaltungsdetails für das Jahr 2026 öffentlich. Es werde wieder eine Agrar- und eine Blaulichtmeile geben.