Zu viel Lärm beim Murano Beachclub? Behörden und Betreiber wollen nach Kritik reagieren

Ein bisschen Karibik in der Oberpfalz: Der Murano Beachclub am Ufer des Murner Sees in Wackersdorf (Landkreis Schwandorf) erfreute sich auch heuer wieder großer Beliebtheit. Die Saison ist nun zu Ende gegangen, die Planungen fürs kommende Jahr laufen bereits. Und es kristallisiert sich schon jetzt heraus: Wegen Anwohnerbeschwerden wird es wohl Anpassungen geben.
Das Thema kam auch bei der jüngsten Bürgerversammlung in Wackersdorf zur Sprache. Heuer habe die Lautstärke am Murano Beach Club enorm zugenommen, hieß es. Bürgermeister Thomas Falter verwies auf laufende Gespräche mit den Beteiligten und kündigte weitere mögliche Maßnahmen an, wie beispielsweise eine generelle Reduzierung der Großveranstaltungen am Murner See. „Der Murano Beachclub ist ein Aushängeschild am Murner See. Aber wir nehmen die Bedenken unserer Bürger natürlich ernst“, erklärte Falter nun auf Nachfrage der MZ.
Lärm war in der Vergangenheit mmer wieder Thema
Die Gemeinde sei zusammen mit der Immissionsschutzbehörde am Landratsamt bereits mit dem Betreiber in Kontakt getreten. Entsprechende Anpassungen würden mit Blick auf die nächste Saison 2026 vorgenommen.
Auch Beachclub-Betreiber Marc Schäfer kennt die Thematik. Immer wieder sei der Lärm in der Vergangenheit Thema gewesen. Er habe für die Bedenken der Anwohner durchaus Verständnis. Schließlich hätten diese sicherlich viel Geld in die Hand genommen, um die Idylle am Murner See vor der eigenen Haustüre zu haben. „Wir wollen die Ruhe niemandem verwehren“, beteuert Schäfer und bringt es dann philosophisch mit einem Kant-Zitat auf den Punkt: „ Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“

Seit der Murano Beach Club 2021 von ihm und seiner Crew wiederbelebt wurde, habe man stets versucht, mit den Nachbarn zurechtzukommen. Schäfer verweist in diesem Zusammenhang auf eingeholte Sondergenehmigungen der Gemeinde für die ein oder andere größere Veranstaltung, Infozettel für die Anwohner, eine schallmindernde Musikanlage und Lautstärke-Messprotokolle. Er hat alles fein säuberlich in Ordnern dokumentiert. Die erlaubten Dezibel-Grenzwerte seien stets eingehalten worden. „Wir waren meistens sogar darunter“, sagt Schäfer.
Heuer fanden mehr Großveranstaltungen statt
Fünf Großveranstaltungen hat der Beach Club heuer auf die Beine gestellt. Diese dauerten jeweils bis 24 Uhr. Das waren mehr als in den vergangenen Jahren, gibt Schäfer zu. „Vielleicht kam es bei dem ein oder anderen Anwohner deshalb so rüber, als wäre es heuer insgesamt lauter gewesen“, mutmaßt er. Lärm sei prinzipiell auch immer eine subjektive Sache.
Der Beachclub-Betreiber gelobt mit Blick auf das nächste Jahr Besserung. „Wir werden da auf jeden Fall was dagegen machen“, sagt Schäfer. Der DJ-Stand soll umgebaut werden, außerdem werde man wohl die Zahl der großen Events wieder etwas nach unten regeln. Man sei dazu schon im Gespräch mit den Behörden. „Wir müssen einfach schauen, dass wir ein Konzept auf die Beine stellen, das den Charakter des Beachclubs nicht zerstört, aber für alle verträglich ist“, so Schäfer.
Die vergangenen fünf Jahre habe man genutzt, um herauszufinden, was man dem Ort zumuten könne. Die Erfahrungswerte sollen in das künftige Programm einfließen.
Buntes Programm für 2026 geplant
Nun geht der Murano Beachclub erst einmal in die Winterpause. Mit der zurückliegenden Saison ist der Betreiber zufrieden, auch wenn das Wetter nicht immer mitgespielt hat. Für 2026 kündigt Schäfer wieder einen „breiten Blumenstrauß an Veranstaltungen“ an. Es soll wieder einige Motoabende geben, von Salsa über Italienisch bis hin zu Hip-Hop und 90ern. Ein Kinderfest ist ebenfalls fix eingeplant, ebenso die beliebten Yoga-Stunden oder die Zumba-Party. Auch ein kleiner Hippie-Markt ist Teil der Überlegungen.
Daneben möchte Schäfer den Fokus künftig mehr auf Kleinkunst legen. Das biete sich auch an, wenn die Großveranstaltungen wieder weniger würden. Regionale Künstler sollen mehr zum Zug kommen. „Ich stelle mir das so vor, dass die Gäste bei freiem Eintritt am Beach hocken, und irgendwas passiert dann“, formuliert es Schäfer. Das kann eine spontane Feuershow sein oder ein Comedy-Act. Am Ende des Auftritts soll dann der gute alte Hut herumgehen – damit sich der Auftritt für die Künstler am Ende auch lohnt. Der Betreiber ist prinzipiell für alles offen. „Wer eine coole Idee hat, kann sich im Vorfeld gerne bei mir melden.“
Marc Schäfer freut sich bereits auf die neue Saison. Dann soll der Beach-Club erneut ein Ort sein, der Gästen aus Nah und Fern eine gute Zeit ermöglicht. „Die Leute sollen einfach rausgehen und Spaß haben“, sagt der Betreiber.