Jugendliche lassen Vergangenheit aufblühen: Werden Kino-Tage im Berchinger Berli wiederholt?

Von Bernhard Neumayer · 27. Oktober 2025 um 15:00

Berchinger Jugendliche haben das seit Jahren stillgelegte Kino für ein Wochenende wieder aufblühen lassen. Jetzt hoffen viele Besucher auf weitere Filme im Berli. Wie die Chancen dafür stehen, teilen Verantwortliche mit.

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Eine Abrisskarte aus Papier an der Kasse, Popcorn zum Naschen und gute Filme auf der Leinwand: Am Wochenende war es fast so wie in den guten alten Zeiten im nostalgischen Kino in Berching. Wird das Berli nun wieder öfter aufgesperrt als nur für ein Wochenende?

„Wir stehen keinen Ideen im Wege“, sagt Stephanie Zink dazu auf Nachfrage unserer Zeitung. Sie und ihr Mann Michael haben das Berchinger Kino im Juli 2021 erworben. Schon zuvor wurden dort aber keine Filme mehr gezeigt. Bis zum vergangenen Wochenende.

Die Eigentümer waren selbst am Sonntagnachmittag bei der Familienvorstellung dabei. „Es war ein tolles Wochenende“, sagt Stephanie Zink und spricht damit vielen Besuchern aus der Seele. Wo man hinschaute, sah man begeisterte Kinder und glückliche erwachsene Berchinger, die „ihr Kino“ für drei Tage wieder erlebten. Den Ort, an dem manche von ihnen den ersten Kuss mit ihrer Jugendliebe hatten. Oder einfach den Saal, in dem man zum ersten Mal im Kino einen Film anschauen durfte.

Vier Filme im Berchinger Kino und viel Lob für Jugendliche

Die Berchinger Jugend um Jugendpflegerin Julia Ehrensberger und Jugendbetreuer Bernd Knüfer hatten das Kino-Wochenende mit vier Vorstellungen an drei Tagen organisiert. Davon gab es von vielen Seiten Lob. „Julia leistet eine super Arbeit, merkt sich 1000 Kleinigkeiten und ist dabei noch bei bester Laune“, schwärmt Stadträtin Regina Burger, die im Vorfeld und auch am Wochenende – wie weitere Helfer – angepackt hat. Es sei ein großer Gewinn für Berching, so eine Jugendpflegerin zu haben, sagte Burger.

Ehrensberger hatte vor dem Kino-Wochenende Jugendliche mobilisiert, das Kino zu entrümpeln und auf Vordermann zu bringen. Auch am Freitag, Samstag und Sonntag halfen Ehrenamtliche mit, um den Besuchern ein Stück Nostalgie zurückzugeben. Dazu gehörte es auch, dass Jugendliche Popcorn machten, sodass dessen süßlicher Geruch in der Luft lag.

Es war sehr schön, wieder Leben im Berli zu spüren.Veronica Platzek, Stadtmarketing

„Großen Respekt an die Jugendlichen“, sagt Veronica Platzek vom Stadtmarketing am Montag nach dem Kino-Wochenende. „Es hat den Jugendlichen verdammt viel Spaß gemacht, aber es war auch viel Aufwand“, sagte Platzek, die am Montag in Vertretung von Ehrensberger auf die drei Tage zurückblickt.

Am Freitag lief „Die Schule der magischen Tiere 3“, am Samstagnachmittag „Die Herrlichkeit des Lebens“, am Samstagabend „Wunderschöner“ und am Sonntag „Coco – Lebendiger als das Leben!“.

Der Eintritt in das Berli war kostenlos

Für Besucher waren die Vorführungen kostenlos. Das war möglich, weil das Ehepaar Zink das Kino kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte. „Dafür danken wir den Eigentümern“, sagt Platzek, die durchweg positive Rückmeldungen von den Gästen erhalten habe. Die jeweils rund 90 Sitzplätze im Kino waren bei drei von vier Filmen nahezu komplett belegt. „Es war sehr schön, wieder Leben im Berli zu spüren“, sagt Platzek.

Und die Gäste durften am Wochenende Vorschläge machen und abstimmen, welcher Film als nächstes gezeigt werden soll: Alter weißer Mann, Leberkäs-Junkie, Konklave, Kaufhauscop oder doch Zoomania? Diese und weitere Vorschläge standen auf einem Plakat im Eingangsbereich.

Doch gibt es überhaupt ein zweites Mal? Platzeks Angaben zufolge gibt es von der Jugendpflege und dem Kulturamt Berching Überlegungen, ein weiteres Filmwochenende zu veranstalten – sofern die Zinks mitspielen. „Wann (und ob) es soweit sein kann, ist aber noch nicht abgestimmt“, sagt Platzek.

Eigentümer suchen Betreiber für das Kino

Unseren Informationen zufolge gibt es schon sehr konkrete Überlegungen für eine Neuauflage im kommenden Jahr. Regina Burger befeuert diese Aussage damit, dass die Besucher des Kino-Wochenendes fleißig gespendet hätten. Eine genaue Geldsumme wollte sie nicht öffentlich äußern. Sie sagte aber, „dass so viel Finanzielles eingenommen wurde, um eine Wiederholung zu stemmen“.

Auch Stephanie Zink gibt grundsätzlich grünes Licht: „Wir unterstützen diese Idee der Jugend so weit, wie wir sie unterstützen können.“ Einen dauerhaften Betreiber für das Kino suchen die Eigentümer des Gebäudes in der Schmiedstraße allerdings weiterhin. „Da hat sich noch nichts Neues ergeben“, sagt Zink.