Neue Bäder zu Weihnachten: Projekt im BRK-Pflegeheim in Waldmünchen wird günstiger

Von Mittelbayerische Zeitung · 27. Oktober 2025 um 11:00

Der Zeitplan war vom ersten Tag an sportlich, doch er scheint aufzugehen: Bis zum Weihnachtsfest sollen die Bauarbeiten im BRK-Senioren-Wohn- und Pflegeheim in Waldmünchen abgeschlossen sein. „Das schaffen wir“, bekräftigte Architektin Yvonne Schrattenthaler bei einem Baustellen-Rundgang mit BRK-Kreisvorsitzendem Theo Zellner, Einrichtungsleiter Stefan Paa und Pflegedienstleiterin Ramona Weingärtner, bei dem sie über den Fortgang der Arbeiten informierte.

In dem traditionsreichen BRK-Haus wird seit April mit enormem Aufwand im laufenden Betrieb der Zwischenbau saniert, der im Breitenwiesweg den alten mit dem neuen Gebäudekomplex verbindet. Bis zum 24. Dezember werden sämtliche Bewohnerzimmer im mittleren Trakt über eigene, barrierefreie Bäder verfügen. Bisher waren sie – ein Relikt aus den Anfangszeiten der 1972 eröffneten Einrichtung – nur mit einem Waschbecken ausgestattet.

Laut Schrattenthaler finden die Arbeiten seit dem Frühjahr vom ersten bis hinauf zum vierten Obergeschoss in jeweils drei Räumen zeitgleich statt. Im ersten Bauabschnitt, der fünf Monate dauerte, waren acht Räume fertiggestellt und jeweils mit eigenen Sanitärbereichen ausgestattet worden. Der zweite Bauabschnitt, der Anfang September in Angriff genommen worden war, umfasst weitere acht Zimmer. Die Besonderheit hier ist, dass sich je zwei Bewohner, die ansonsten getrennt leben, ein großes Bad teilen – mit Zugängen von beiden Seiten. Um die Pläne in dieser Form umsetzen und Platz für den Umbau schaffen zu können, hat das BRK von den bisher sechs Zimmern pro Stockwerk zwei aufgegeben.

„Wir liegen voll im Soll“, erläuterte die Architektin. „Ich glaube, dass das Ganze jetzt schneller vonstattengehen wird, weil wir im ersten Bauabschnitt schon vieles klären konnten“, sagte sie. Nachdem anfangs rund 800 000 Euro brutto an Gesamtkosten für das Projekt veranschlagt worden waren, liegt das Auftragsvolumen aktuell bei etwa 700 000 – inklusive Zimmer-Ausstattung und Einbauschränken, die in der ersten Kostenberechnung nicht enthalten waren.

Für Theo Zellner eine „bemerkenswerte Botschaft“, wie er erfreut feststellte. „Das ist in der heutigen Zeit mit den bekannten Kostensteigerungen alles andere als selbstverständlich“, meinte er.

Stefan Paa äußerte sich mit Blick auf den Baufortschritt und die Zusammenarbeit aller Beteiligten ebenfalls mehr als zufrieden. „Wir haben Lärm, ja, das kannst du nicht vermeiden, wenn gestemmt, geschnitten und gebohrt wird. Aber wie hat mal ein Bewohner gesagt? Wennst was Nei's willst, mousst was Alt's zammhaua“, berichtete Paa launig Tonfall. Die Senioren nähmen die Situation seit dem Frühjahr „relativ gelassen“.

Mit dem Großprojekt, so Zellner, unterstreiche das BRK, dass es nicht stehenbleibe, sondern versuche, dem Bedarf der Pflege auch von den Rahmenbedingungen her gerecht zu werden. Durch seine Tätigkeit im Pflege- und Kita-Bereich schaffe das BRK „ein kleines Stück Sozialstaat und Gerechtigkeit“.

Bei deren Umsetzung war es Stefan Paa ein besonderes Anliegen, „die Vorstellungen und Wünsche der Mitarbeiter zu großen Teilen einzubringen – soweit es baulich möglich war“. Ein Extralob sprach der Einrichtungsleiter den Verantwortlichen des Landratsamts „für die partnerschaftliche Begleitung“ aus – der Heimaufsicht genauso wie der Bauabteilung.

Zwei zusätzliche Vorhaben

■ Personaltrakt: In Eigenregie hat das BRK-Team parallel zur großen Sanierung – Heimleiter Stefan Paa konnte hier auf seine Hausmeister zählen – mit der Modernisierung des Personaltrakts ein weiteres Projekt umgesetzt.

■ Appartements: Der Anbau verfügt über drei Appartements mit Bad und Küche und bietet den Pflege-Azubis aus Kirgisistan, die in Waldmünchen ihrer Arbeit nachgehen, ein Zuhause. „Auch hier tun wir einiges, um für Pflegenachwuchs attraktiv zu bleiben“, betonte BRK-Kreisvorsitzender Theo Zellner.

■ Rufanlage: Für rund 100 000 Euro wird im Breitenwiesweg auch der Lichtruf, die Patienten-Rufanlage, erneuert. „Mit den Investitionen gelingt uns da heuer wieder ein ganz schöner Wurf“, so Zellner.