Grüne-Ortsverband Wackersdorf stellte Kandidatenliste für Kommunalwahl auf

Der Wackersdorfer Ortsverband vom Bündnis 90/die Grünen hat eine Liste von Bewerbern für die Gemeinderatswahlen im März 2026 aufgestellt. Listenführerinnen sind die amtierenden Gemeinderätinnen Ulrike Pelikan und Sonja Probst. Da in der Gemeinde Wackersdorf aber 20 Räte zur Neuwahl anstehen, beschloss die Mitgliederversammlung, das jeder Vorschlag doppelt genannt werden soll.
Politischer Gast der Versammlung war die Weidener Landtagsabgeordnete Laura Weber, die sich in ihrer Rede für den Zusammenhalt untereinander aussprach, Hass und Hetze sollten nicht verbreitet werden. Ihre Kritik richtete sich gegen Bundeskanzler Merz wegen dessen Äußerungen zum Stadtbild. Damit würden 25 Prozent der Bevölkerung diskriminiert. Auch der Zuspruch zu Merz’s Aussage durch den CSU-Vorsitzenden Markus Söder stärke nur die AfD.
Zum Thema Finanzen äußerte MdL Weber, dass sich die Grünen in Bayern dafür einsetzen, die Kommunen nicht im Regen stehen zu lassen, damit Gelder für marode Schulen, Sportstätten oder der öffentliche Personennahverkehr endlich bei den Gemeinden und Städten ankommen. Ihre Kritik richtete sich auch gegen weitere Einschränkungen beim Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen, der Kultur und bei der Sicherung von Krankenhäusern. Die Grünen seien die einzige Partei, die noch mit vollem Herzen für die Lebensgrundlagen wie Klima- und Umweltschutz kämpfe.
Gleichberechtigung für alle
Ihre Partei bekämpfe zudem konsequent den Rechtsextremismus und stehe für soziale Gerechtigkeit und für die Gleichberechtigung auf allen Ebenen. Gerade in der Oberpfalz seien sehr wenige Frauen in kommunalen Gremien. Deshalb sei „das Coole“ der Wackersdorfer Liste, dass dort sechs Frauen zu finden seien, so die Landespolitikerin der Grünen.
Kreisrat Rudi Sommer informierte über die fatalen Auswirkungen der CSU/FW-Politik im Landkreis und sprach von einem Versagen bei der Klimaschutzpolitik. Anstatt sich für regenerative Energien einzusetzen, würden funktionierende PV-Anlagen zurückgebaut. Auf der anderen Seite würden Steuergelder für überflüssige Prestigeobjekte wie den Bau eines neuen Sitzungssaals ausgegeben. Sommer kritisierte, dass die Kreistagsmehrheit nicht wenigstens zehn Millionen Euro aus dem Rücklagen des Freistaats einfordere, um wirkliche Probleme bei Infrastruktur, Personallücken, dem sozialen Bereich und dem Umweltschutz zu lösen.
Nicht alles sei so düster
Grünen-Ortssprecherin Ulrike Pelikan rief dazu auf, mit Optimismus in die Zukunft zu schauen, nicht alles sei so düster, wie es manchmal scheine. Sie monierte die zunehmende Flächenversiegelung in der Ortsmitte von Wackersdorf und forderte eine kluge Steuerung des innerörtlichen Verkehrs, der laufend zunehme. An den Naherholungsgebieten Murner See und Steinberger See sollte nicht jede Ecke zugebaut werden. In der Lokalpolitik der Grünen gehe es nicht um das eigene Ego, sondern um die Gemeinschaft. Sonja Probst forderte auch in Wackersdorf ein lebendiges, grünes Stadtbild sowie mehr Einsatz um Klimaschutz und Barrierefreiheit.
Die Abstimmung über die Aufstellung der Kandidatenliste für die Wahl des Gemeinderates am 8. März 2026 wurde von MdL Laura Weber geleitet. Ein Bewerber für das Amt des Bürgermeisters wurde bei dieser Versammlung nicht benannt.
Die Liste
• Platz 1 bis 5: 1. Ulrike Pelikan (Gemeinde- und Kreisrätin), 2. Sonja Probst (Gemeinderätin, technische Zeichnerin), 3. Leonie Klemen (Studentin), 4. Gunter Nowack (Gewerbeaufsichtsbeamter), 5. Sabrina Lipinski (Bürokauffrau)
• Platz 6 bis 10: 6. Stefan Thiel (Fachkraft für erneuerbare Energien), 7. Andrea Grönheit (Sozialpädagogin), 8. Kilian Fleischmann (Lehramtsanwärter), 9. Melanie Grauvogl (Arzthelferin), 10. Andreas Lehmann, jüngstes Mitglied der Wackersdorfer Grünen