Eskalation am Fußballplatz: Spielervater nach Schlägerei im Krankenhaus – Vereine äußern sich

Von Juliana Ried · 26. Oktober 2025 um 17:00

Eine Auseinandersetzung nach einem U-19-Spiel im Regensburger Stadtosten artete völlig aus. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ein Vater-Sohn-Duo. Auch der Bayerische Fußball-Verband beschäftigt sich mit dem Fall. Die betroffenen Vereine beziehen Stellung zu dem Vorfall.

Am Fußballplatz in Burgweinting ist am späten Samstagnachmittag nach einem U-19-Spiel gegen den SV Obertraubling eine Auseinandersetzung so eskaliert, dass ein Burgweintinger Spielervater mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus musste. Die Polizei wirft einem Obertraublinger Spielervater (51) und seinem Sohn (16) vor, auf Mitglieder beziehungsweise Anhänger der Heimmannschaft eingeschlagen zu haben – mit einem Regenschirm und einer Stange. Sie ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Polizeiinspektion Regensburg-Süd berichtete am Sonntagmorgen, es sei um 18 Uhr im Nachgang des Spiels zu der Auseinandersetzung gekommen. Der kosovarische Vater eines Spielers der Gastmannschaft habe mit einem Regenschirm mehrere Angehörige der Heimmannschaft attackiert, er habe damit willkürlich auf Spieler und Trainer eingeschlagen. Die Burgweintinger hätten ihm dann den Regenschirm abgenommen. Der 16-jährige Sohn des Angreifers habe sich daraufhin aus dem Geräteschuppen eine Trainingsstange geschnappt und habe damit wiederum auf die Menschentraube um seinen Vater eingeschlagen.

Durch die Angriffe mit Regenschirm und Trainingsstange seien mehrere Personen verletzt worden. Ein 41-Jähriger habe vorübergehend das Bewusstsein verloren, berichtete Polizeihauptkommissar Florian Waldher am Sonntag.

Gewaltausbruch bei Fußballspiel in Regensburg: Spielervater noch im Krankenhaus

Der Spielervater war am Sonntagmittag noch im Krankenhaus, wie Nici Seidl, Fußballabteilungsleiterin des SV Burgweinting, sagte. Er habe eine schwere Gehirnerschütterung erlitten, vielleicht sogar einen Schädelbruch. Seidl hatte am Samstagnachmittag die Polizei gerufen. Als diese kam, war das Vater-Sohn-Duo allerdings schon weg. Seidl berichtete, der Obertraublinger Vater sei nach dem Spiel zunächst verbal auf einen Spieler der eigenen Mannschaft losgegangen. „Dann sind unsere Trainer dazwischen.“ Sie hätten schlichten wollen. Daraufhin sei das Ganze ausgeartet. Auch die Trainer hätten eine Gehirnerschütterung davongetragen. Die Obertraublinger seien wohl wegen des Spielergebnisses, ein 2:2, frustriert gewesen. Dass eine Auseinandersetzung dann aber so eskaliere, habe sie noch nicht erlebt. Neben der Polizei ist auch der Bayerische Fußball-Verband eingeschaltet. Bezirksvorsitzender Thomas Graml erklärte: „Wir beschäftigen uns auch mit diesem Vorfall, weil das natürlich eine Situation ist, die wir auf unseren Fußballplätzen nicht wollen.“

Der Obertraublinger Abteilungsleiter Bernhard Hammermeier wiederum sagte am Sonntagvormittag, er sei noch dabei aufzuklären, von welcher Seite die Aggression ausgegangen sei; er selbst sei am Samstag nicht am Platz gewesen. Er verweist darauf, dass die Tatverdächtigen von der Polizei noch nicht vernommen worden seien, als diese über den Vorfall berichtete. „Wir werden die ausschließen, bis das geklärt ist“, versichert er. Und generell gelte: „Wir dulden keine Schlägerei. Das hat mit Fußball nichts zu tun.“