Sind Videokameras gegen Einbrecher sinnvoll? Das sagt die Polizei

Von Christoph Eberle · 26. Oktober 2025 um 05:00

Zur dunklen Jahreszeit steigt die Angst vor Einbrechern – und auch die Nachfrage nach privaten Überwachungskameras. Die Stiftung Warentest hat jüngst solche Geräte getestet. Aber was bringen sie wirklich? Und was muss man beim Anbringen beachten? Was die Polizei in Niederbayern dazu sagt.

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Neben verhaltensorientierten und mechanischen Sicherungsmaßnahmen stellt die Videoüberwachung aus Sicht des Polizeipräsidiums einen zusätzlichen Schutz dar. „Eine Kamera verhindert zwar den Einbruch an sich nicht, kann aber für manche Täter bereits eine abschreckende Wirkung haben“, sagt Pressesprecherin Kathrin Hiller. Darüber hinaus könne eine Videoüberwachung im Schadensfall die Aufklärung der Tat durch geeignete Bilder erleichtern und wichtige Fahndungsansätze für die Ermittlungsbehörden liefern. Und: Viele Kameramodelle schicken quasi in Echtzeit eine Warnmeldung aufs Handy, wenn eine Bewegung erkannt wird.

Eine Kamera verhindert zwar den Einbruch an sich nicht, kann aber für manche Täter bereits eine abschreckende Wirkung haben.Polizei-Pressesprecherin Kathrin Hiller

Abschreckungseffekt funktioniert aber nicht immer

Der Abschreckungseffekt funktioniert aber nicht immer – selbst wenn per Schild auf die Videoüberwachung aufmerksam gemacht wird. Das musste beispielsweise ein Bauherr aus dem nördlichen Landkreis Passau feststellen. Auf dessen Baustelle war trotz Kameraüberwachung tagsüber ein ungebetener Besucher unterwegs. Laut Polizei müsse man aber schon Glück haben – und jemanden finden, der die entsprechende Person anhand der Bilder identifizieren kann.

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Denn: Einfach so im Internet posten dürfe man das Foto eines Einbrechers nicht. Eine offizielle Öffentlichkeitsfahndung mit Bild durch die Polizei wiederum darf nur unter hohen Hürden anlaufen – etwa bei Vermisstenfällen oder schweren Straftaten.

Aber es gibt auch erfolgreiche Beispiele: Im September wurden etwa bei einem „Lost Place“ in Ortenburg (Landkreis Passau) ungebetene Besucher per Kameraüberwachung bemerkt. Weil die Polizei dadurch zeitnah alarmiert werden konnte, waren Beamte schnell vor Ort und konnten ein mutmaßlich zum Abtransport von Diebesgut abgestelltes Auto abschleppen. Zwei weitere ungebetene Besucher wurden im Oktober dort ebenfalls rechtzeitig bemerkt und angezeigt.

Stiftung Warentest: Gute Überwachungskameras kosten weniger als viele denken

Eine gute Überwachungskamera kostet laut Stiftung Warentest weniger als viele denken. Im jüngsten Test waren 15 Outdoor- und sieben Indoorkameras, die Sicherheit und Kontrolle rund um die Uhr versprechen. Die Preise reichen von 40 bis 300 Euro, darunter Marken wie Abus, Arlo, Bosch, Eufy, Ring und Reolink. Die Warentester prüften unter anderem, wie gut die Kameras bei Nacht aufnehmen, wie zuverlässig sie Bewegungen erkennen und ob sie bei der Alarmierung zwischen Tieren und Menschen unterscheiden können.

Leistungsfähige Geräte gibt es laut dem Test schon ab 40 Euro. Allerdings zeigten sich große Unterschiede bei den einzelnen Funktionen und Folgekosten etwa in puncto Akku, Fernsteuerung oder Speicherort für Bilder und Videos. Wer wissen will, auf welche Ausstattungsmerkmale Käufer achten sollten, findet die Ergebnisse des Tests „Einbruchsschutz“ und „Überwachungskameras“ in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest und auf der Test-Internetseite.

Was muss ich beachten, wenn ich eine Überwachungskamera aufstellen will?

Laut Polizeipräsidium Niederbayern ist Folgendes zu beachten, wenn man sein Zuhause mit einer Überwachungskamera sichern will:

• Bei einer privaten Videoüberwachung sollte das Grundstück entsprechend gekennzeichnet sein.

• Auch sollen die Kameras so ausgerichtet sein, dass sie nur Ihr Eigentum filmen und keine öffentlichen Bereiche oder Nachbargrundstücke erfassen.

• Die Aufnahmen sollten nach Erfüllung des Zwecks gelöscht werden.

• „Eine gute Kommunikation mit den Nachbarn würden wir ebenso empfehlen“, sagt Polizei-Pressesprecherin Kathrin Hiller.

Wenn bei mir zuhause eingebrochen wurde und ich Videomaterial habe: Wie übermittle ich das am besten der Polizei?

Das Videomaterial kann laut Polizeipräsidium Niederbayern grundsätzlich auf verschiedene Wege an die Polizei übermittelt werden – etwa per Mail (wenn aufgrund Datenmenge möglich), mittels USB-Stick oder gegebenenfalls auch über eine Cloud. „Der erste Schritt ist natürlich, dass der Einbruch oder auch Einbruchsversuch generell der Polizei gemeldet wird. Dann kann in Absprache mit dem polizeilichen Sachbearbeiter besprochen werden, wie ein Austausch am besten stattfinden kann“, sagt die Pressesprecherin.