Interaktive Grafiken zeigen: Hier wird in der Region am häufigsten eingebrochen

Mit der Umstellung auf die Winterzeit beginnt auch die dunkle Jahreszeit – jene Monate, in denen Kriminelle, die versuchen, in private Häuser und Wohnungen einzudringen, besonders aktiv sind. Zum Tag des Einbruchschutzes am 26. Oktober zeigen wir anhand Polizei-Kriminalstatistiken der zurückliegenden Jahre in Grafiken, warum das ein ernstzunehmendes Thema in der Region bleibt.
3605 bayerische Einbruchsdelikte im Jahr 2024
Im Jahr 2024 gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik in ganz Bayern insgesamt 3605 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg von 4,9 Prozent. Fast die Hälfte der Taten blieb im Versuchsstadium, das heißt: Die Einbrecher scheiterten und konnten sich letztlich keinen Zugang zur Wohnung verschaffen.
Sind Videokameras gegen Einbrecher sinnvoll? Das sagt die Polizei
Blickt man auf die Entwicklung in den zurückliegenden Jahren ist zwar ein deutlicher Rückgang der Fallzahlen auszumachen (Höhepunkt war 2015 mit 7480 Fällen) – dennoch kommt es seit 2021 jährlich wieder zu einigen Einbrüchen und Einbruchsversuchen mehr in Bayern.
2024 erbeuteten Einbrecher insgesamt 28,8 Millionen Euro
Ein Großteil der Fälle bleibt meist ungeklärt, weil die Täter nachts agieren oder es auf den Privatgrundstücken oft keine Zeugen und keine Videoüberwachung gibt. Häufig sind die Einbrecher schon wieder weg, bevor jemand etwas bemerkt. 2024 lag die Aufklärungsquote bei genau 22 Prozent.
Auffällig ist auch, dass zwar die absoluten Fallzahlen im vergangenen Jahr deutlich niedriger waren als noch vor zehn Jahren, der Beute- und Vermögensschaden 2024 mit 28,8 Millionen Euro jedoch wieder ähnlich hoch war wie 2016 mit 29,9 Millionen Euro. 2021 erbeuteten die Kriminellen mit lediglich 7,9 Millionen Euro am wenigsten.
Die meisten Einbrüche verzeichnet die Polizei in Mittelfranken
Sieht man sich nun die Fallzahlen nach Regierungsbezirken bzw. Polizeipräsidien genauer an, fällt schnell ins Auge: Im Gebiet der Polizei Mittelfranken ist es im vergangenen Jahrzehnt zu den meisten Einbrüchen und Einbruchsversuchen gekommen. 2015 waren es insgesamt noch 1404 Fälle. Seither ist die Kurve stark abgefallen und erreichte 2021 ihren Tiefpunkt mit 391 Einbruchsdelikten, stieg in den folgenden Jahren aber wieder leicht an. Im zurückliegenden Kalenderjahr verzeichnete die Polizei 551 Fälle.
Dass die Zahlen, verglichen mit den übrigen Regionen in jedem Jahr am höchsten sind, liegt vor allem an der Einbruchshäufigkeit in Nürnberg. 2015 versuchten Einbrecher allein im Stadtgebiet 541 Mal ihr Glück bei privaten Häusern und Wohnungen, 2024 noch 307 Mal.
Hohe Fallzahlen auch im Gebiet Oberbayern Nord
Besonders häufig wird im Vergleich zu den übrigen Regionen auch im Gebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord. Spitzenreiter war das Jahr 2016 mit 1078 Delikten. Es folgte ein drastischer Rückgang bis 2021, wo die Polizei nur mehr 271 Straftaten dieser Art verzeichnet hat. Seither wurden es jedoch wieder etwas mehr – 2024 wurde 364 mal in private Wohnungen eingebrochen oder versucht, einzubrechen.
Auch wenn die Zahlen in der Gesamtschau der vergangenen zehn Jahre eher zurückgegangen sind und keinen Kriminalitätsschwerpunkt mehr bilden, ist jeder einzelne verübte Einbruch ein Einbruch zu viel.Polizeipräsidium Oberbayern Nord in einer Pressemitteilung anlässlich des Aktionstages
Stetig gesunken ist die Häufigkeit von Einbruchskriminalität im Zeitraum zwischen 2015 und 2021 im Gebiet des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd – von 586 auf nur 193 Fälle. Im vergangenen Jahr wurden jedoch wieder etwas mehr Einbrüche verzeichnet (240 Delikte). In Niederbayern sanken die Fallzahlen von 673 Fällen (2015) auf 208 im Jahr 2021 und sind dann wieder leicht angestiegen. In den weiteren Jahren stabilisierte sich die Kurve etwas und endet aktuell bei 236 Einbruchsdelikten.
Auch in der Oberpfalz ist eine leichte Wiederzunahme auf niedrigem Niveau erkennbar. Von 561 Fällen im Jahr 2015 fiel die Zahl bis 2021 auf nur 160 Fälle, bevor sie sich im Jahr 2024 wieder auf 241 steigerte. Die Region des Polizeipräsidiums Schwaben Nord startete vor zehn Jahren mit 641 Einbrüchen und Einbruchsversuchen. Den Tiefpunkt erreichten die Fallzahlen hier ein Jahr später als in den übrigen Regionen, nämlich 2022 mit 183 Delikten. 2024 waren es wieder einige mehr (297 Fälle).