Bezirk Oberpfalz würdigte herausragende Leistungen mit Kulturpreis in Theuern

Alljährlich verleiht der Bezirk Oberpfalz für herausragende Leistungen in unterschiedlichen Kategorien den Kulturpreis. Weil sich die Jury beim Kulturpreis in der Kategorie „Erinnerungskultur“ für zwei Preisträger entschieden hatte, gibt es in diesem Jahr zehn Preisträger. Ort der Preisverleihung war der große Saal im frisch sanierten Kultur-Schloss Theuern.
Die Begrüßung der Gäste im voll besetzten Saal des Kultur-Schlosses durfte der Vizepräsident des Bezirks, Thomas Thumann, vornehmen, nachdem Franz Löffler am Dienstagabend nach seinem Termin bei der Bayerischen Staatsregierung noch im Stau steckte. „Bei so vielen guten Vorschlägen war es für die Fachjury nicht einfach, die Preisträger zu küren“, erklärte Thumann.
Verschiedene Kategorien
Den Jugend-Kulturförderpreis erhielten drei Preisträger, in der Kategorie Denkmalpreise wurden drei Projekte geehrt. Den Kulturpreis in der Kategorie „Erinnerungskultur“ erhielten zwei Preisträger. Außerdem wurde der Kulturpreis in der Kategorie „Kirchenchöre“ und in der Kategorie „Poetry Slam“ verliehen.
Quasi als Intro des Abends bewies die Trommelgruppe der Grundschule Tegernheim, dass die Schule einen besonderen Schwerpunkt auf die musikalische und künstlerische Bildung legt. „Für den gebundenen Ganztagsunterricht wurden vielfältige Kooperationen mit Ehrenamtlichen, Vereinen und Institutionen geschaffen, die die Basis für das erfolgreiche Konzept der künstlerischen Bildung sind“, berichtete Jürgen Preisinger, der Vorsitzende des Bezirksjugendrings, als Laudator.
Die Sportjugend Regensburg (BSJ) wurde für ein ganzheitliches Projekt geehrt, das sportliche Aktivitäten mit politischer und demokratischer Bildung für Kinder und Jugendliche verbindet. „Das Projekt Sport braucht Demokratie ist ein umfassendes Portfolio aus Bildung, Sport, internationalem Austausch und Begegnung – alles darauf ausgerichtet, Demokratie sinnlich erfahrbar zu machen“, hob Preisinger hervor.
Der dritte Preisträger in der Kategorie Jugend-Kulturförderpreis hatte die kürzeste Anfahrt zum Kultur-Schloss Theuern, aber den längsten Text auf der Urkunde. Am 30. März erklang das Musical „Staunende Augen“ in der Kirche St. Wolfgang in Kümmersbruck. Gut 70 Kinder und Jugendliche machten dieses biblische Musical zu einem ganz besonderen Erlebnis. Sowohl die Solisten als auch der Chor brillierten in der mit 500 Besuchern gefüllten Kirche St. Wolfgang. Bald wird eine zweite Aufführung folgen. „Biblisches Musical Staunende Augen von und für Kinder und Jugendliche – Pfarrgemeinde St. Antonius/St. Wolfgang Kümmersbruck gemeinsam mit der Pfarreiengemeinschaft Theuern-Ebermannsdorf-Pittersberg“ stand auf der Urkunde.

Die drei Preisträger in der Kategorie „Denkmalpreise“ decken die ganze Oberpfalz von Nord bis Süd ab, erklärte Bezirksheimatpfleger Tobias Appl als Laudator. In Weillohe im Landkreis Regensburg, ganz im Süden der Oberpfalz, sanierte Anton Dünzinger ein altes Bauernhaus. Ganz im Norden, in Mähring, wandelte Marco Eckert die „Alte Mühle“ zu vier Ferienwohnungen um. Und quasi in der Mitte der Oberpfalz, in Neunburg im Landkreis Schwandorf, haben Sarah Fleischmann und Johannes Steidl mit der „Alten Canzlei“ einen Teil der einstigen Burganlage wieder zum Leben erweckt.
Der Kulturpreis in der Kategorie „Erinnerungskultur“ wurde in diesem Jahr doppelt vergeben. „Beide Projekte zeichnen sich durch langjähriges, intensives Engagement aus“, begründete der inzwischen eingetroffene Bezirkstagspräsident Franz Löffler als Laudator diese Entscheidung. Der gebürtige Flossenbürger Stefan Kraft hat sich jahrelang für die Bewahrung des ehemaligen KZ-Steinbruchs Flossenbürg eingesetzt. Die beiden Oberpfälzer Helmut Roith und Alois Rötzer nahmen sich in teilweise schwerster Handarbeit der Ausgrabung und Erhaltung von Grafenried an, das nach dem Zweiten Weltkrieg, jenseits der tschechischen Grenze gelegen, zerstört worden war.
In der Kategorie „Kirchenchöre“ ging der Münsterchor Neumarkt aus 19 Bewerbungen erfolgreich hervor. Der Chor, der alle 14 Tage die Liturgie der Neumarkter Pfarrei St. Johannes gestaltet, kann auf eine bemerkenswerte Tradition von über 400 Jahren zurückblicken. „Er bringt sich auch mehrmals pro Jahr mit Konzerten in das regionale und weit überregionale Kulturleben ein“, begründete Thomas Thumann als Laudator die Entscheidung der Jury.
Kostprobe gegeben
„Poetry Slam“ gilt als moderne Veranstaltungsform, bei der verschiedene Künstler mit selbst geschriebenen Texten in einem Dichterwettstreit gegeneinander antreten. Lena Krebs ist so eine Künstlerin. 2015 hatte sie sich zum ersten Mal dem Slam-Publikum gestellt. 2023 vertrat sie Regensburg bei der Bayerischen Meisterschaft im Poetry Slam, schaffte es bis ins Finale. „Lena Krebs zeichnet sich durch sprachliche Kraft und Originalität aus“, sagte die Oberpfälzer Kulturreferentin Kerstin Radler bei ihrer Laudatio.
In Regensburg plant die Künstlerin derzeit eine regelmäßige Lesebühne. Als krönenden Abschluss des Abends gab sie auf der Bühne eine Kostprobe ihres Könnens.