Hauswirtschaft der staatlichen Landwirtschaftsschule Amberg feierte 110. Jubiläum

Von Florian Wein · 22. Oktober 2025 um 17:00

„Man sieht Ihnen die 110 Jahre gar nicht an – Sie haben sich gut gehalten.“ Stefan Braun (CSU), stellvertretender Landrat des Kreises Amberg-Sulzbach, war nicht der einzige mit launigen Grußworten bei den Feierlichkeiten zu 110 Jahre Staatliche Landwirtschaftsschule Amberg, Abteilung Hauswirtschaft.

An zwei Tagen lud die Schule zu einer Zeitreise ein, die den Wandel der Hauswirtschaft im Laufe der vielen Jahre darstellen sollte. Am ersten Tag gab es den offiziellen Teil mit zahlreichen Ehrengäste, am Tag darauf öffnete die Schule für alle interessierten Besucher und wurde zu einer Art Mitmach-Museum.

An vier Stationen konnte man Vielfältiges über die Hauswirtschaft im Landkreis und der Region lernen. Schulleiterin Ursula Eckl betonte, dass sich die Zeiten schnell änderten und sich die Schule stets weiterentwickeln musste. Diese Trends aus den Jahrzehnten sollten lebendig zur Schau gestellt werden.

Vier Mitmachstationen

19 Studierende bekamen im Fach „Projektmanagement und Kommunikation“ den Auftrag, die Entwicklung der Hauswirtschaft über 110 Jahre in vier Mitmachstationen erlebbar zu machen. Gegliedert waren die Stationen in „Garten und Natur“, „Textilarbeit“, „Ernährung und Versorgung“ und „Reinigung und Pflege“. Die Mitmachstationen wurden von den Studierenden liebevoll vorbereitet und an beiden Jubiläumstagen vom Publikum genutzt.

An der Melkstation probierte Reiner Luber, Leiter des Sachgebiets Landwirtschaft bei der Regierung der Oberpfalz, sein Glück. - Foto: Florian Wein

So konnten die Besucher einen selbstgepressten frischen Saft oder eine selbsthergestellte Konfitüre probieren, einen Haargummi an der Nähmaschine produzieren, das Können an der Melkstation unter Beweis stellen oder sein Wissen über Bürsten in einem Quiz unter Beweis stellen. Nicht wenige Besucher waren verblüfft, inwieweit sich das Leben über die Jahre verändert hat. Die Stationen zeigten – von Sauerkrautfass bis zum Thermomix – wie die Hauswirtschaft immer wieder Innovationen und echte Lebenserleichterungen erfahren konnte.

Seit 1988 ist die Staatliche Landwirtschaftsschule in Amberg in der Hockermühlstraße 53 untergebracht. Von 1915 bis 1952 war das erste Gebäude in der Steinhofgasse, bevor man in ein Haus Ecke Fleury-/Beethovenstraße gezogen ist. In den 60er-Jahren waren die Unterrichtsfächer in die drei Bereiche „Die Frau in der Gemeinschaft“, „Die Frau in der Gesundheitsvor- und -fürsorge“ und „Die Frau in der Wirtschaft“ zugeordnet. Bis 1995 war der Schulbesuch mit einem Internatsbesuch verbunden. Die Regeln sind heute nicht mehr so streng, doch: „Das Leben damals hat mich bis heute positiv geprägt“, erzählte Kreisbäuerin Erika Loos. „Die Wäsche sortiere ich immer noch so, wie ich es damals gelernt habe.“

Es wird viel über Wertschätzung gesprochen. Was hier geleistet wird, ist gelebte Wertschätzung.Harald Gebhardt, Behördenleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg-Neumarkt

Harald Gebhardt, Behördenleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg-Neumarkt, richtete die einleitenden Worte der Jubiläumsveranstaltung an die Studierenden und die Ehrengäste. „Es wird viel über Wertschätzung gesprochen. Was hier geleistet wird, ist gelebte Wertschätzung.“ Damit bezog sich Gebhardt nicht nur auf die Arbeit der Schule, sondern auch auf die zahlreichen Gäste, darunter auch die Landtagsabgeordneten Dr. Harald Schwartz (CSU) und Bernhard Heinisch (FW) oder Bürgermeister und Bezirksrat Martin Preuß (CSU), die von ihren unterschiedlichen Erfahrungen mit der Landwirtschaftsschule und der Hauswirtschaft generell berichteten. Gebhardt betonte, dass es sich um eine „besondere Schule in der Trägerschaft des Landkreises Amberg-Sulzbach“ handelt.

Nachhaltigkeit wird betont

Zeitgemäß, praxisnah und lebendig wollte sich die Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft beim 110. Jubiläum präsentieren. Die Nachhaltigkeit wurde immer wieder betont.

„Die Ernährung ist ein Zukunftsthema“, so Harald Gebhardt, der auch weiterhin auf viele neue Studierende hofft. „Ihre Gesichter sehen weitgehend glücklich aus“, sagte er gegenüber den anwesenden Studenten. „Wir hoffen, es geht Ihnen bei uns weiterhin gut.“