Polizei schießt in Erding auf Bundeswehr-Soldaten: Wie kann so etwas passieren?

Von Passauer Neue Presse · 23. Oktober 2025 um 06:26

Nach dem Schuss der Polizei auf einen Soldaten während einer Bundeswehrübung im oberbayerischen Erding sind noch viele Fragen offen. Vor allem diese: Wie konnte das ausgerechnet bei einer gemeinsamen Übung passieren?

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Eigentliches Ziel der Großübung „Marshal Power“: Mit mehreren Hundert Beteiligten soll der Kampf im „rückwärtigen Raum“ hinter einer fiktiven Frontlinie im Verteidigungsfall geübt werden - zusammen mit Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften. Die Einsatzkräfte sollen laut Bundeswehr das Vorgehen gegen Bedrohungen wie Drohnen, Sabotage und „irreguläre Kräfte“ trainieren.

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Letzteres meint bewaffnete Kämpfer, die keiner staatlichen Armee zuzurechnen sind. Angenommen wird dafür ein Szenario, in dem ein Nato-Mitgliedsstaat angegriffen wird und das Bündnisgebiet verteidigt werden muss.

Übung im öffentlichen Raum

Das Besondere: Die etwa 500 Soldaten der Feldjäger und die rund 300 zivilen Einsatzkräfte üben nicht auf abgezäunten Truppenübungsplätzen, sondern in der Öffentlichkeit. Die Übung war nach Angaben der Bundeswehr mit den Kommunen und Behörden abgestimmt.

Lesen Sie hier die Erstmeldung: Folgenschwere Verwechslung: Polizei schießt Bundeswehrsoldat bei Übung in Erding an

Wie gut – oder schlecht – die Abstimmung am Ende tatsächlich war, könnte noch zu Diskussionen führen. Die Polizei teilte zum Unfallhergang mit, dass sie wegen einer „Person mit Langwaffe“ in den Ortsteil Altenerding an die Hohenlindener Straße alarmiert worden und daraufhin mit starken Einsatzkräften angerückt sei.

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Wegen einer „Fehlinterpretation“ vor Ort sei dann auf den Soldaten geschossen worden. „Wie sich im Nachgang herausstellte, handelte es sich bei dem mitgeteilten Waffenträger um einen Bundeswehrangehörigen, der im Rahmen einer Übung vor Ort war“, hieß es in einer Mitteilung. Der Zwischenfall ging zumindest glimpflich aus, der Soldat wurde den Angaben zufolge nur leicht verletzt und konnte nach einer kurzen Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.

Wie geht es mit der Übung „Marshal Power“ weiter?

Wie es nun weitergeht, ist unklar. Eigentlich sollte die Übung an mehreren Standorten in Bayern noch bis zum 29. Oktober dauern. Offiziell lautet die Sprachregelung: Die Bundeswehr stehe in engem Austausch mit den verantwortlichen Ermittlungsbehörden vor Ort, um die Sache schnellstmöglich aufzuklären.

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