Der ehemalige Weinstand der Landesgartenschau Furth im Wald hat noch eine Chance

Von Alexander Frimberger · 22. Oktober 2025 um 19:00

Baukoordinator Josef Beer und Projektleiter Bau Ulrich Dölker haben auch nach der Landesgartenschau (LGS) noch viel zu tun. Rück- und Fertigbau gilt es zu koordinieren. Im Gespräch geben beide einen Einblick in den Stand der Dinge. Apropos Stand: Zur Zukunft des LGS-Hotspots Weinstand gibt es zumindest die Hoffnung auf eine Fortführung.

„Warum eigentlich lässt man auf dem Landesgartenschaugelände nicht alles so, wie es ist?“ Das ist in den sozialen Medien eine der derzeit häufig gestellten Fragen unter Posts über die LGS.

Die Antwort gibt Beer: „Weil eine Gartenschau nicht nur eine Daueranlage ist.“ Es gibt auch die temporäre Durchführung. Der Baufachmann deutet auf den Ausstellungsbeitrag von Pohl Gärten. Gerade werden dort die Bäume und Pflanzen ausgegraben. „Das, was den Ausstellern gehört, nehmen sie natürlich wieder mit.“ Auch das Gelände Wiesenpark befindet sich in Privatbesitz, der Originalzustand muss wieder hergestellt werden.

120 Wanderpappeln

Dazu gehört der ehemalige Verbindungsweg über den Rappendorfer Bach. Rund 120 Meter, die laut Beer wohl wieder asphaltiert werden. „Mit einem ordentlichen Unterbau“, so der Baukoordinator. Der Weg endet dann beim kleinen Weinberg beim Eingang Brückenring. Die rund 120 Pappeln, die ebenfalls am Loop gepflanzt sind, gehen auf Wanderschaft und werden in Bad Windsheim neu eingepflanzt. Dölker hat aktuell die Information bekommen, dass der Pavillon des Umweltministeriums ab Anfang November abgebaut wird. Nach einigen Landesgartenschaustationen soll er demnach ausgemustert und in Bad Windsheim durch einen neuen ersetzt werden.

Bilder von der Baustelle: Rückbau geht zügig voran: Drohnenbilder zeigen das Landesgartenschau-Gelände in Furth im Wald

Die Maßnahme soll ebenso bis Ende des Jahres abgeschlossen sein, wie die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Fläche, dort wo sich jetzt noch das Schotterfeld des LGS-Hauptparkplatzes befindet. Der Schotter liegt auf einem Vlies, das den Boden vor größeren Schäden schützt. Beides kommt weg. Der Abraum, der notwendig war, um schottern zu können, wurde vor Ort gelagert und wird zurückgebracht. Spätestens im Frühjahr soll dort nichts mehr an einen Parkplatz erinnern.

Dafür werden seitlich der Drachenhalle neue Parkplätze gebaut. Zu den bereits vorhandenen auf der linken Seite (von der Eschlkamerstraße aus gesehen) kommt gegenüber eine weitere Reihe dazu. Insgesamt können später dort knapp 80 Pkw parken.

Ein großes Thema ist natürlich die Festwiese. Die wird hergerichtet, um dort das Volksfest abhalten zu können. Bis Mitte Mai, so hat man sich zum Ziel gesetzt, sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Dass das klappen wird, davon sind Beer und Dölker überzeugt. „Es liegt im Interesse der Unternehmen, die ja auch andere Projekte haben, termingerecht fertig zu werden.“

Dann kommt der Weinstand zur Sprache. „Der Place to be während der Gartenschau“, wie ihn Beer nennt. Hier hat man immer jemanden für einen Plausch getroffen. Kein Wunder also, dass er den Furthern am Herzen liegt. Es gibt noch keine finale Entscheidung – aber, so Beer, es gibt Überlegungen. „Wir wollen ihn eigentlich nicht ganz aufgeben.“ Die Festwiese beispielsweise, genauer gesagt vor der Parkarena, wäre ein dankbarer Standort. Eine finale Entscheidung soll im Frühjahr getroffen werden.

Im Moment sieht man auf dem Gelände auch im Chamb-auenpark Ehrenamtliche, die Bäume und Büsche einpflanzen. Die stammen vom Späth-Gelände, von dem alle Anpflanzungen verschwinden. Die Stadt Furth hat alle Gewächse übernommen und wird sie an geeigneten Standorten setzen. Ebenfalls in den Besitz der Stadt gehen die großen roten Blumentöpfe über. Sie sollen im Sommer die Altstadt attraktiver machen. Auch die Klappstühle, die vor der Hauptbühne für Veranstaltungen aufgestellt wurden, gehen ins städtische Lager, können in der Parkarena zum Einsatz kommen. Mit schwerem Gerät muss auch noch einmal im Bereich Kreuzkirche angerückt werden. Die Bauten am Eingang sind einbetoniert, müssen ausgehebelt werden.

Kosten waren eingeplant

Alle Arbeiten sollen bis spätestens Mai abgeschlossen sein. Bis dahin ist der Baustellenbereich öffentlich nicht zugänglich. Derzeit werden aber laut Beer unter anderem versicherungstechnische Fragen geklärt, ob und wie man Verbindungswege, zum Beispiel zur Schule, über den Winter öffnen kann, wenn die Baustellen ruhen. Wann die Pumptrackanlage geöffnet wird, soll in Kürze geklärt sein. Die Kosten für die Maßnahmen sind nicht unerheblich, räumt Beer ein. „Aber sie waren von Anfang an im Budget eingeplant, da ist nichts Unerwartetes dabei.“

Ein Dank ist Beer noch wichtig. Der gilt dem Bauhof und den Stadtwerken, die auch in der momentanen Rückbauphase extrem engagiert waren.

Videoüberwachung

Josef Beer bestätigt, dass es Überlegungen gibt, die Parkarena, das Gelände des ehemaligen Hoferbräu und andere öffentliche Plätze in Zukunft mit Videokameras zu überwachen. Mehr dazu weiß Furths Hauptamtsleiter Stefan Schmidberger, der allerdings auf die Stadtratsitzung am Donnerstag, 30. Oktober, verweist. Da ist das Thema unter Top1 geführt.

Weitere Tagesordnungspunkte: Regionalwerke – Änderung der Satzung und Konsortialvertrag sowie finanzielle Beteiligung; Bestellung von Viola Hoppinger zur Leiterin des Standesamts; Bestellung eines Wahlleiters und Stellvertreters für die Kommunalwahl 2026; Erfrischungsgeld für Wahlhelfer bei den Kommunalwahlen 2026; Kommunale Wärmeplanung