Statt Traktoren Löschwagen: Neues Domizil für die Feuerwehr scheint gefunden

Die Entscheidung über den Standort eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Siegenburg rückt näher. Noch in diesem Jahr soll der Gemeinderat darüber abstimmen. Allerdings sind mittlerweile andere Standorte im Rennen als noch vor einigen Monaten.
Das Gerätehaus an der Ingolstädter Straße ist längst zu klein geworden und entspricht nicht mehr modernen Anforderungen. Theoretisch könnte es an Ort und Stelle erweitert werden - betonte Bürgermeister Johann Bergermeier bereits im Winter. Allerdings gibt es seit Jahren Klagen über die sehr enge Ausfahrt für die Rettungskräfte vom Kolpingweg auf die Ingolstädter Straße. Deshalb ist man letztendlich seit Monaten auf der Suche nach einem alternativen Standort.
Bergermeier hatte wie berichtet vor Monaten die Hopfenhalle als Möglichkeit ins Spiel gebracht. Auf Nachfrage dieser Zeitung berichtet er jetzt, dass dies die Floriansjünger abgelehnt haben. Die Suche nach einer sinnvollen Nutzung dieses alten historischen Gemäuers, das mit Schadstoffen belastet ist, geht fürs Erste weiter. Sogar der kommunale Kindergarten, der mittlerweile gegenüber der Schule steht, war vor einigen Jahren eine Möglichkeit dafür.
Feuerwehr aus Siegenburg könnte nach Eglsee umziehen
Mittlerweile steht ein anderer möglicher Standort im Fokus. Ein Händler für landwirtschaftliche Geräte, der im Gewerbegebiet Eglsee angesiedelt ist, will seinen Betrieb zum Juni kommenden Jahres schließen. Sowohl Bergermeier als auch sein Stellvertreter Siegfried Gehrmann sehen dort einen sinnvollen Standort für die Feuerwehr. Die Gebäude seien von der Größe her passend, es müsste nur ein wenig umgebaut werden. Das wäre in Bergermeiers Augen keine große Sache, da es in den Gebäuden nur mobile Zwischenwände gibt.
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Mittlerweile hätten auch Verantwortliche der Feuerwehr den möglichen Standort unter die Lupe genommen und ihn akzeptiert. Fest steht, dass der Eigentümer der Gebäude bereit sei, der Kommune die Räume langfristig zu vermieten. Von dort wäre die Anfahrt zu den großen Siegenburger Wohnbaugebieten sowie zu den anderen Betrieben in Eglsee nicht weit, stellt Gehrmann einen weiteren Vorteil dieses Standorts heraus. Dazu gäbe es laut Bergermeier genügend Stellplätze für die Floriansjünger.
Der Kreisbrandrat entscheidet mit
Entscheiden über die Standortfrage wird laut Bürgermeister in den kommenden Wochen der Gemeinderat. Wobei die Ansicht des Kreisbrandrats Nikolaus Höfler hinsichtlich eines geeigneten Standorts sicherlich ein gehöriges Gewicht haben werde. Dessen Expertise werde noch eingeholt, bevor die Räte abstimmen werden. Das Projekt könnte 2027 umgesetzt werden, da Bergermeier die Umbauzeit auf zirka sechs Monate beziffert.
Ein weiterer möglicher Standort wäre laut Bürgermeister am Ortsrand Richtung Tollbach. Dort könne die Kommune ein Grundstück für ein Feuerwehrgerätehaus erwerben. Dort müsste aber von Grund auf geplant und gebaut werden. Sicherlich wäre das Projekt auf dem besprochenen Gelände in Eglsee schneller zu realisieren.

Klar ist, dass bald gehandelt werden muss. Mehr Platz müsse her für die persönliche Ausrüstung der aktiven Mannschaft. Bisher sind Spinde in den Räumen untergebracht, in denen auch die Fahrzeuge stehen. Das soll laut gesetzlichen Vorgaben so aber gar nicht sein. Eine Waschhalle fehle in Siegenburg bisher völlig. Und dass ein größeres Gebäude notwendig ist, zeigt auch folgender Umstand: Laut Gehrmann sind nicht alle Feuerwehrutensilien im Gerätehaus verwahrt. Zwar fänden sich dort alles, was man fürs Löschen benötigt, aber beispielsweise Spezialgeräte, die etwa für den Einsatz im Hochwasserfall gedacht sind, sind unter anderem in der Hopfenhalle gelagert.
Zukunft der Hopfenhalle weiter ungewiss
Wie es mit dieser weitergeht, wird auch nach dem Beschluss zum Standort des Feuerwehrgerätehauses noch nicht sofort feststehen. Derzeit sind dort nicht nur Gerätschaften der Feuerwehr gelagert, sondern auch solche, die zum Bauhof gehören. Dieser soll laut Bürgermeister künftig im jetzigen Feuerwehrgerätehaus eingerichtet werden. Spätestens, wenn dies über die Bühne gebracht ist, gibt es für die Hopfenhalle keinerlei Verwendung mehr.

Die Kommune benötige dann die Räume nicht mehr, denn derzeit werde ja auch noch das Gollerhaus saniert, um dort Räume für Siegenburger Vereine zu schaffen. Problematisch sei überdies, dass Wände und Holzbauteile der Hopfenhalle mit Schadstoffen belastet sind. Deshalb wäre es in den Augen des Gemeindeoberhaupts ein gangbarer Weg, die Halle abzureißen und an deren Stelle zum Beispiel ein kleines Gewerbegebiet vorzusehen.