Circus Krone kommt nach Amberg: So wird das größte reisende Zirkuszelt der Welt aufgebaut

Von Bernd Hofmann · 20. Oktober 2025 um 21:12

Glitzer, Gold und Farbenspiel: die bunte Zirkuswelt versteht es, seine Zuschauer zu begeistern. Doch hinter der Show von Cirkus Krone steckt ein organisatorischer Großaufwand und eine kleine Stadt, die jede Woche weiter zieht. Ihre nächste Station heißt Amberg (Landkreis Amberg-Sulzbach). Ab Mittwoch finden dort täglich zwei Aufführungen statt.

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Knapp 200 Wagen sind es, die benötigt werden, um den Circus Krone zum Amberger Dultplatz zu bringen. In ihnen befindet sich alles Mögliche: von Büroräumen, über Schlafplätze, der eigenen Küche des Zirkus – drei Köche kümmern sich jeden Tag um die Mahlzeiten – bis hin zu einer eigenen kleinen Schule und einem Kindergarten. Sogar eine eigene Damen- und Herrenschneiderei reist von April bis November mit dem Zirkus durchs Land.

Zelt fasst 2000 Zuschauer

Seit diesem Jahr neu dabei ist das Zelt: Über drei Millionen Euro kostete das sogenannte Chapiteau den Circus Krone. Es ist das größte reisende Zirkuszelt der Welt. Im Weihnachtszirkus in Rosenheim 2024 wurde es offiziell eingeweiht, insgesamt 2000 Zuschauer passen hinein. Das Besondere: Es gibt keine Masten im Innenraum, die die Sicht einschränken.

Rund 300 Anker befestigen das Zelt am Boden. Sie sind zwischen 1,50 und 1,80 Meter tief in der Erde verankert. - Foto: Bernd Hofmann

Für die Stabilität des Zeltes sorgen große Stahlbögen auf der Außenseite. Diese wurden als Erstes aufgebaut – bereits am Freitag begannen am Dultplatz dafür die Arbeiten. Der Herr über Masten, Anker und Sturmstangen ist Zeltmeister Andon Kirov. Der Zirkusfachmannkann auf 60 Helfer zurückgreifen. 120 Hände müssen mit anpacken, um das eigentliche Zelt an einem Tag aufzubauen. Der Abbau hingegen geht schneller, an einem halben Tag ist das Chapiteau verschwunden.

22 Raubtiere sind auch dabei

Aber zurück zu den Stahlkonstruktionen: Diese hat Krone zweimal gekauft, erklärt Ferdinando Klemenz vom Büromarketing des Zirkus. Der Hintergrund: So können die komplizierten Stützen bereits aufgebaut werden, während der Zirkus noch in einer anderen Stadt sein Programm aufführt. Am vergangenen Sonntag war die letzte Aufführung in Bayreuth, erklärt Klemenz. Direkt nach Ende der Show wurden dann die Tiere nach Amberg gebracht.

Neben den großen Stahlstützen stehen nämlich die Tiergehege als Erstes. 40 Pferde, 22 Raubtiere, darunter Löwen und Tiger, elf Hunde und vier Kamele gehören zur diesjährigen Tournee des Circus Krone. Unter dem Motto „Farbenspiel – Gold Edition“ werden in der Vorstellung zudem verschiedene Artisten ihr Können zeigen.

Ferdinando Klemenz reist seit diesem Jahr mit dem Zirkus. - Foto: Bernd Hofmann

Namensgebend für die diesjährige Tournee ist eine farbenfrohe LED-Show die Lichtspiele und eine Tanzeinlage vereint, heißt es in einer Mitteilung des Circus Krone. Neben verschiedenen Auftritten von Clowns wird auch tierisch etwas geboten sein: Zirkusdirektorin Jana Mandana Lacey-Krone und ihr Team werden mit ihren Pferden voltigieren, sowie Trickreiterei und Dschigiten-Reiterei zeigen. Höhepunkt der rund zweieinhalb Stunden dauernden Vorführung wird die Raubtiershow mit Löwen und Tigern sein. Der bekannte Dompteur Martin Lacey wird gemeinsam mit seinem Sohn Alexis Lacey-Krone „Sprünge, Scheinangriffe und innige Momenten zwischen Mensch und Tier“ gezeigt werden, so beschreibt es der Circus.

Hier wird gerade die Ton- und Lichtregie des Zirkus platziert - Foto: Bernd Hofmann

Peta äußert sich

Zum aktuellen Programm des Circus hat sich indess die Tierschutzorganisation Peta geäußert und wirft dem Betrieb Tierquälerei vor. Auhc im aktuellen Progeamm müssten „zahlreiche Tiere für erniedrigende Tricks in der Manege“ zeigen. „Für die Tiere verbirgt sich hinter dem fröhlichen Titel ‚Farbenspiel‘ ein trostloses, auswegloses Dasein zwischen Transport, Dressur und Gefangenschaft. Mit knallenden Peitschen werden sichtbar verängstigte Großkatzen und Pferde zu den Auftritten genötigt“, so Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei Peta.

Teleskoplader verladen die verschiedenen Container. - Foto: Bernd Hofmann

Ferdinando Klemenz kennt derartige Kritik Er empfielt Gegnern: „Auf jeden Fall selber anschauen. Wir sind für jeden da, wir versuchen immer Diskussionen mit Leuten zu führen, die sich dafür interessieren, wie es den Tieren geht. Es ist wichtig, sich ein eigenes Bild zu machen.“

Der Circus Krone ist bis 26. Oktober in Amberg. Premiere ist am kommenden Mittwoch um 15.30 Uhr und um 19.30 Uhr. Werktags gibt es Vorstellungen um 15.30 Uhr und 19.30 Uhr, sonntags um 10.30 Uhr und um 14.30 Uhr.