Riedener Ortsbrücke ist ein Sanierungsfall – Markträtin Marga Kraus verabschiedet

Der Riedener Marktgemeinderat verabschiedete in der Oktobersitzung Rätin Margaretha Kraus aus ihren Reihen. Die Markträtin der Freien Wähler Gemeinschaft hatte in der Sitzung vor den großen Ferien ihren Rücktritt aus privaten Gründen eingereicht. Nun war es der formelle Schritt, Kraus von ihren Aufgaben als Marktgemeinderätin zu entbinden. Auch der Zustand der Riedener Ortsbrücke beschäftigte das Gremium.
Marga Kraus war seit 2008 im Gremium. Einen konkreten Nachfolger benannte die Fraktion in der Sitzung noch nicht. Der erste Nachrücker wäre laut Liste der Freien Wähler Gemeinschaft Christian Grabinger. Die Marktverwaltung kündigte an, sich nach der Sitzung bei Grabinger zu erkundigen, ob dieser das Amt antreten wolle. Eine Verpflichtung dazu bestehe jedoch nicht.

Für Senioren engagiert
Bürgermeister Erwin Geitner (CSU) würdigte Kraus’ Engagement, vor allem für die Senioren, für welche sie auch die Marktbeauftragte ist. „Du hast dich stets am Gemeinwohl orientiert, ein Zeichen echter Verantwortungsbereitschaft. Du warst stets eine Denkerin im besten Sinne, engagiert, sachkundig und mit einem klaren Blick zum Wohle der Gemeinde“, erklärte Geitner.
Marga Kraus freute sich, dass ihre Arbeit so positiv wahrgenommen wurde. „Die Seniorenarbeit in der Marktgemeinde war und ist mir auch weiterhin ein sehr wichtiges Anliegen“, bekräftigte sie. Geitner dankte im Namen des Marktes mit einer Urkunde, Blumen und einem Präsent.
Außerdem stimmte das Gremium einem Bauantrag auf Anbau an eine bestehende Maschinenhalle bei Hammerberg zu. Diskussionsbedarf herrschte bei einem weiteren Bauvorhaben. Ein Bauherr möchte ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage am Wendehammer „Im Lehel“ in Rieden errichten, jedoch weicht das Bauvorhaben in wesentlichen Punkten vom Bebauungsplan für dieses Gebiet ab. Hintergrund ist, dass sich der Voreigentümer am nördlichen Ende der Bauparzelle einen Weg herausgemessen hat, um das dahinter liegende Wiesengrundstück zu erreichen.
Haus passt ins Ortsbild
Dadurch verlagert sich der Baukörper des Bauplatzes mit dem geplanten Haus des Bauherrn mit der Garage weiter nach Süden. Da hier ein stärkeres Gefälle sei, käme ein Untergeschoss hinzu. Der Bebauungsplan sieht aber nur Erdgeschoss und Dachgeschoss vor. Die Nachbarunterschriften liegen vor. Zur Diskussion stand, ob die Gemeinde dem Bau trotz der Abweichungen zustimmen könne. Jürgen Färber stand dem Vorhaben positiv gegenüber: „Wir haben hier eine Baulücke und als Gemeinde sind wir immer froh, wenn diese geschlossen werden. Zudem passt das Haus laut Plan in das Ortsbild“.
Nach mehreren weiteren Erkundigungen der Räte befürwortete der Marktgemeinderat das Bauvorhaben, jedoch mit der Auflage, dass der herausgemessene Weg nicht als Erschließungsstraße zum dahinterliegenden Wiesengrundstück genutzt werden darf.
Geschäftsleiterin Sabine Müller informierte den Marktgemeinderat, dass sich der Bund Naturschutz bei der Riedener Verwaltung zu den Ausgleichsflächen der beiden Neubaugebiete „In der Breite“ in Rieden und „An der Bahnhofstraße“ in Vilshofen erkundigt hatte. Die BUND-Vertreter wollten wissen, wann die im Bebauungsplan vorgesehen Ausgleichsmaßnahmen wie Heckenbepflanzungen und Streuobstwiesen, ausgeführt werden. Da die Ausgleichsflächen laut Sabine Müller direkt an die Baugebiete angrenzen, müsse die Gemeinde keine Flächen außerhalb des Ortes ankaufen. Bürgermeister Geitner kündigte an, die naturschutzrechtlichen Maßnahmen laut den Bauplänen im Frühjahr mit dem Anlegen der Heckenstrukturen und der Streuobstwiesen angehen zu wollen.
Beim nächsten Tagesordnungspunkt mussten sowohl Bürgermeister Erwin Geitner als auch etliche Ratsmitglieder tief durchschnaufen. Die Brückenwerksprüfung der gemeindlichen Brückenbauten in der Kommune ergaben bei einer Brücke Mängel: Die Riedener Ortsbrücke muss voraussichtlich im kommenden Jahr saniert werden. Seit der letzten Prüfung im Jahr 2018 hat sich der Zustand der Brücke laut Gutachten verschlechtert, es bestehe dringender Handlungsbedarf. „Das Thema bereitet mir Magenschmerzen, ich hätte nicht gedacht, dass es so gravierend ist“, bedauerte Geitner.
Keine Sperrung notwendig
Laut den Fachleuten ist durch eindringendes Wasser Korrosion im Unterbau entstanden. Die Wiederlagerbereiche weisen demnach Schadstellen mit abgeplatztem Beton im Umfeld auf. Eine Sperrung sei aktuell jedoch nicht notwendig. Das Schadensgutachten komme auf eine Nettokostensumme von rund 550 000 Euro. „Wir haben unter Umständen die Möglichkeit, an Bedarfszuweisungen mit Hinweis auf die Dringlichkeit zu kommen, mit dem Aussicht auf hohe Fördersummen“, erklärte der Bürgermeister. SPD-Marktrat Gerhard Schnabel wünschte sich einen kürzen Abstand zwischen den turnusmäßigen Prüfungen. SPD-Rat Josef Spies wollte wissen, wie es im Sanierungszeitraum mit der Brückennutzung aussehen wird. „Das kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden“, erwiderte Geitner. Dieter Teich merkte an, dass die Brücke bereits 42 Jahre alt sei.