Glücksspielsucht eines 28-Jährigen aus Cham: Fast 800.000 Euro Schaden angerichtet

Von Christoph Klöckner · 20. Oktober 2025 um 17:15

Lange Zeit hat er offensichtlich vieles vor seinem Umfeld verstecken können – der 28-Jährige aus dem Landkreis Cham, der im August nach dem Urlaub mit seiner Freundin am Flughafen in München festgenommen wurde. Er soll in einer Chamer Firma über drei Jahre hinweg einen Schaden von fast 800 000 Euro angerichtet haben, so die Staatsanwaltschaft Regensburg.

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Dabei ging es vor allem um Druckerpatronen, die er als leitender Angestellter für ein größeres mittelständische Unternehmen in Cham bestellte und dann weiterverkaufte. Und das müssen von der Schadenssumme her einige gewesen sein.

Ihm werden 93 Fälle vorgeworfen

„Der Beschuldigte steht insbesondere im dringenden Verdacht, in den Jahren 2023 bis 2025 große Mengen an Druckerpatronen im Wert von ca. 0,79 Millionen Euro für seine Arbeitgeberin bestellt zu haben und diese sodann, teilweise unter Einschaltung weiterer Beschuldigter, über eBay veräußert zu haben“, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg,

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Oberstaatsanwalt Thomas Rauscher. Hierdurch soll sowohl der Arbeitgeberin als auch der Firma, bei der er die Patronen bestellt hatte, ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden sein, der sich zur angegebenen Gesamtsumme summiert.

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„Die Ermittlungen in dieser Sache sind weiterhin nicht abgeschlossen, entsprechend ist weder eine Anklage erhoben noch steht überhaupt fest, dass es zu einer solchen kommt“, formulierte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft den aktuellen Sachstand. Der Tatvorwurf gegenüber dem 28-Jährigen laute insbesondere auf Untreue beziehungsweise Betrug in insgesamt 93 Fällen.

Glücksspielsucht als Grund

„Der Beschuldigte befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft“, so der Staatsanwalt. Wobei er die Tatvorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, großteils eingeräumt habe, so Thomas Rauscher, und zu seinen Gründen für sein Handeln angegeben habe, dass er glücksspielsüchtig sei. Da der 28-Jährige demnach geständig ist, geht es bei den weiteren Ermittlungen wohl mehr um Fragen zu weiteren Beschuldigten oder auch um die Käufer der Druckerpatronen auf eBay.

Aufgeflogen war der Betrug beziehungsweise die Untreue offensichtlich, nachdem die Firma Mahnschreiben von Seiten der Lieferfirma bekommen hatte. Dadurch hatte die Firmenleitung Nachforschungen angestellt, die das volle Ausmaß ans Licht brachte. Daraus folgte die Anzeige bei der Polizei, die den Verdächtigen dann bei seiner Ankunft aus dem Urlaub am Flughafen verhaftete.