Mehr Platz für Neustädter Kinder - und parallel dazu soll das Sportangebot räumlich neu sortiert werden

Die Schülerzahlen in Neustadt steigen, und der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung steht bevor. Aus diesen Gründen, und weil die Grundschule jetzt schon aus allen Nähten platzt, kommt die Kommune nicht um eine Erweiterung des Schulgebäudes herum. Jetzt steht fest, dass sich dies auch auf das Sportangebot der Stadt auswirkt.
Bürgermeister Thomas Memmel (CSU) brachte es in der jüngsten Sitzung des Neustädter Stadtratssitzung auf den Punkt: „Platz ist nicht unendlich vermehrbar.“ Das gelte für das bestehende Schulgebäude genau so wie für das gesamte Areal von Grund- und Mittelschule, inklusive sowie dem ehemaligen Postgebäude. Letzteres wird schon jetzt mitgenutzt bei der Ganztagsbetreuung.
All dies hatte Planer Albert Schmid vom Büro ConceptK im Blick, als er ein Raumprogramm für die Zukunft entwarf. Nun stellte er es vor.Das Schulgebäude sei baulich in einem ordentlichen Zustand – daran müsse nicht gearbeitet werden, erklärte Schmid. Allerdings gebe es keine Erweiterungsmöglichkeiten im Bestand; weitere Klassenzimmer könnten daher nicht untergebracht werden. Eigentlich notwendige Gruppen- und Differenzierungsräume sowie Bereiche für Personal und Elterngespräche würden jetzt schon fehlen. Die Schulturnhalle könne wirtschaftlich nicht saniert werden.
Mehrstöckige Gebäude für die Grundschule
Und so schlug er ein Vorgehen vor, dem das Gremium auch zustimmte und für das jetzt ein Detailplaner gesucht wird: Die bisherige Sporthalle soll abgerissen werden. Auf der freiwerdenden Fläche zwischen Grund- und Mittelschule könnten dann entweder ein größerer Bau oder zwei kleinere entstehen – jeweils zweistöckig. Enthalten sollen sie laut Schmid eine Einfach-Sporthalle, dazu Räume für Ganztagsbetreuung sowie für Personal und Verwaltung. Aus Sicht des Bürgermeisters wäre es wichtig, eine bauliche Verbindung hin zur Mensa in der Mittelschule zu schaffen, sprich: einen überdachten Durchgang.

Man reagiere damit auf die Entwicklung, sagten Memmel und Schmid mit Blick auf die Zahlen: Aktuell besuchen 520 Schülerinnen und Schüler die Schule, aufgeteilt auf 22 Klassen. Prognosen gehen davon aus, dass spätestens in drei Jahren 25 Klassen mit jeweils 24 Kindern eingerichtet werden müssen. Geplant werde dann mit 580 Kindern.
Zwei Alternativen für die Ganztagsbetreuung in Neustadt a. d. Donau
Dazu kommen die notwendigen Kapazitäten für die Ganztagsbetreuung. Man geht von rund 400 Kindern aus, die diese Betreuung in Anspruch nehmen. Memmel sprach sich in der Sitzung dafür aus, in Zukunft einen zweigruppigen Kinderhort für 50 kleine Neustädterinnen und Neustädter zu schaffen. Über einen möglichen Standort wurde noch nicht gesprochen. Den Hort eingerechnet, müsse laut Schmid auf dem Schulgelände inklusive Postgebäude Platz für 340 Kinder vorhanden sein.
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Die Mensa könne in der Mittelschule verbleiben, sie könnte sehr wohl zusätzliche Kinder versorgen. Es wäre möglich, einen weiteren Speisesaal zu schaffen, ohne das Unterrichtsprogramm in der dortigen Einrichtung zu schmälern.
Gedanken hat sich Schmid auch über die Freiflächen gemacht. So kann er sich vorstellen, den Verkehrsübungsplatz zu begrünen, so dass dieser auch als Pausenfläche sinnvoll genutzt werden könne. Außerdem gäbe es so eine optisch ansprechende Verbindung mit dem Postgebäude. Das Angebot der Musikschule, die weiterhin in der Grundschule ihr Domizil haben soll, könnte räumlich zusammengefasst und neben dem Musiksaal angesiedelt werden.
Für die Bauzeit geht Schmid von knapp fünf Jahren aus. Laut ihm und Bürgermeister Memmel gab es bereits Gespräche mit der Regierung von Niederbayern.
Nach eigenen Angaben hat Planer Schmid bei seinen Überlegungen auch Wünsche und Anregungen aus der Schulfamilie berücksichtigt. Das gefällt Stadträtin Eva-Maria Widmann (CSU), die hofft, dass dies auch im weiteren Verlauf des Verfahrens so sein wird.
Neuer Standort für das Hallenbad in Neustadt a. d. Donau
Auch Bernhard Rieger (SPD) kann sich mit den Plänen für die Schule anfreunden – jedoch überhaupt nicht mit dem Vorhaben, ein neues Hallenbad nicht im Bereich der Schulen, sondern rund 600 Meter entfernt auf dem Areal des Stadions zu bauen, gemeinsam mit einer neuen Dreifachsporthalle.
Das Bad soll laut Bürgermeister mit einem 25-Meter-Becken, einem Nichtschwimmerbecken und einem sogenannten Familienbereich ausgestattet werden. „Das Stadion ist ein schlechter Standort für die Schwimmhalle“, sagte auch Riegers Fraktionskollege Eduard Albrecht, der sich dagegen mit einer Sporthalle dort schon anfreunden könnte.
Sowohl stellvertretender Bürgermeister Günter Schweiger (WGS) als auch Alois Schweiger (WGHA) sprachen sich für diesen Plan aus: „Der Zug nimmt endlich Fahrt in die richtige Richtung auf“, sprach der Vizerathaus-Chef. Sportreferent Franz Muschick (WGBGEU) bat seine Ratskollegen, diesen Weg mitzugehen.

Schon zu Beginn der Sitzung hatte der Bürgermeister betont, er wolle Sport- und Schulbereich trennen. Nun warb er erneut für diese Variante: Ähnlich wie bei der Grundschulsporthalle sei beim Hallenbad nur ein Neubau sinnvoll – keine Sanierung.
Grundsätzlich seien allein schon für die Schulen weitere Sportflächen notwendig. Das sagte er auch im Blick auf die mögliche Dreifachturnhalle, die laut Rieger seit Jahrzehnten im Gespräch ist. Dies an den Schulen umzusetzen, würde laut Memmel bedeuten, dort zu viele Freiflächen zu opfern.
Beide Hallen seien nicht nur für die Schulen wichtig. Unter anderem auch die DLRG benötige die Schwimmhalle. Es wäre nicht gut, wenn während der Bauphase keine Halle zur Verfügung stünde, so Memmel. Dies wäre wohl der Fall, würde man bei den Schulen bauen.
Die zwei neuen Hallen hätten zudem Synergieeffekte. Und es gäbe beim Stadion genügend Parkplätze. Die Gebäude sollen anstelle der Tribüne entstehen, die laut Bürgermeister abgerissen wird. An der Stelle der alten Halle bei der Mittelschule soll ein größerer Pausenhof entstehen.
Am Ende stimmten 17 Räte dafür, einen Planer für diese Variante zu suchen. Die SPD, die geschlossen dagegen votierte, hatte sich davor eine halbstündige Sitzungspause erbeten, um sich intern abzusprechen.