Zwickl-Dokumentarfilmfestival geht in die nächste Runde und feiert zehnjähriges Bestehen

Von Josef Schaller · 16. Oktober 2025 um 05:00

„Zukunft“ ist heuer das zentrale Thema beim Zwickl-Dokumentarfilmfestival, das mit seiner zehnten Ausgabe vom 13. bis 16. November auch ein kleines Jubiläum feiern kann. Festival-Leiterin Anne Schleicher kündigte beim Pressegespräch, das am Dienstagnachmittag im Kulturkeller im Felsenkeller stattfand, ein abwechslungsreiches und spannendes Programm an.

Dabei dankte sie auch den zahlreichen Unterstützern und Förderern aus der Region sowie der Stadt Schwandorf, die als Veranstalterin des Festivals einen großen Teil der Kosten trägt.

Die Veranstaltungen sollen heuer an drei verschiedenen Orten stattfinden: Im Kulturkeller, im Metropol und diesmal auch in den ehemaligen Geschäftsräumen des Sadlite am Marktplatz 25 (Zwickl Popup.Labor), die seit dem Umzug des Modehauses in die Ettmannsdorfer Straße, leer stehen. Erstmalig soll heuer auch der Nebenraum des Kulturkellers als Festival-Café genutzt werden.

Beim diesjährigen Zwickl-Dokumentarfilmfestival wird sich angesichts bevorstehender Klimakatastrophen und einer allgemeinen Unzufriedenheit in der Gesellschaft vieles um das Thema „Zukunft“ drehen. Allein sechs Filme sollen sich damit beschäftigen.

Sie können zwar keine universellen Antworten geben, aber möglicherweise ein bisschen anregen, über die eigene Einstellung zur Zukunft nachzudenken, wie es in der Programmbroschüre heißt. Zu allen sechs Filmen soll ein anschließendes Publikumsgespräch mit den Filmemachern stattfinden.

Empfehlung der Leiterin

Eine besondere Empfehlung hat Festival-Leiterin Anne Schleicher in diesem Zusammenhang für den Film „Wir werden alle sterben“ abgegeben. Der Film handelt von einem Journalisten, dem die andauernden Krisen in der Welt zusetzen und der sich schließlich mit der internationalen „Collapse-Community“ auseinandersetzt. Zu sehen ist der Dokumentarfilm am 14. und 15. November um 14 Uhr bzw. 21.15 Uhr jeweils im Kulturkeller.

„Wir können auch anders“ (15. November, 18 Uhr, Metropol), so heißt ein weiterer Film aus dem Themenblock „Zukunft“. Hier dreht sich alles um Menschen, die nicht jammern, sondern anpacken. Dabei wird die zentrale Frage erörtert, wie Menschen ihren Lebensstil in Richtung Nachhaltigkeit verändern können, ohne an Lebensqualität einzubüßen. Darüber hinaus wartet auf die Besucher ein bunt gemischtes Filmprogramm, unter anderem mit vielen Sondervorstellungen für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren.

Seit 2019 verleiht Zwickl den eigenen Bayerischen Dokumentarfilmpreis Zett, der auch dieses Jahr während des Festivals präsentiert wird. „Heute ist das Gestern von Morgen“ heißt der diesjährige Preisträgerfilm, der am 18. November um 18 Uhr im Kulturkeller zu sehen ist. Angesichts immer weniger Zeitzeugen, die noch am Leben sind und mit ihren tiefberührenden Berichten Erinnerungen an den Holocaust aufrechterhielten, muss der zunehmenden rechtsradikalen Polemik trotzdem weiterhin wirkungsvolle Erinnerungsarbeit entgegengesetzt werden. Regisseur Jonas Neumann sucht in dem Film nach einer Lösung, welche Form die Erinnerung in Zukunft annehmen kann. Der Film läuft am 16. November um 18 Uhr im Kulturkeller.

Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) verweist in der Programm-Broschüre an den sozialen Grundgedanken des Dokumentarfilmfestivals.

Kultureller Impuls

Durch den günstigen Eintrittspreis von einem „Zwickl“ werde Kultur, Bildung und der Blick in die Welt für alle erlebbar gemacht. Mit großem Engagement und viel Herzblut hätten die Verantwortlichen erneut ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, so der OB. Er sei überzeugt, dass auch in diesem Jahr die Gäste von den gezeigten Filmbeiträgen begeistert sein werden.

Das Zwickl-Dokumentarfilmfestival sei ein wichtiger Beitrag, um die kulturelle Vielfalt in Schwandorf sichtbar zu machen und gleichzeitig regionale wie internationale Themen miteinander zu verbinden. Damit leiste das Festival nicht nur einen bedeutenden kulturellen Impuls, sondern stärke auch das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt in der Stadt, wie der OB in seinem Vorwort in der Programmbroschüre betont.

Rund um das Festival

• Vorverkauf: Der Kartenvorverkauf wird vom 7. bis 12. November im Zwickl Popup.Labor, täglich von 11.30 bis 18 Uhr stattfinden.

• Ausstellung: Dort wird an allen geöffneten Tagen auch eine Ausstellung der OTH Amberg zu sehen sein zum Thema „Zukunftsenergien in der Region“.

• Weiteres: Auch ein Trickfilm-Workshop für Kinder und eine Podiumsdiskussion zum Thema Kulturförderung auf dem Land sollen dort stattfinden.