Auf die Taucher der Kelheimer Feuerwehr ist Verlass - nun braucht die Truppe Unterstützung

Der Spezial-Trupp steht seit mehr als 50 Jahren für schnelle Hilfe. Beim Badeunglück im Juni etwa waren die Kelheimer als erste vor Ort. Auch über den Landkreis hinaus sind die Wasserretter gefragt. Damit sie auch künftig rasch ausrücken können, braucht es Ersatz für ihr betagtes Einsatzfahrzeug.
Beim Badeunglück im Sommer 2025 waren sie als erste am Mauerner See vor Ort. Dies ist nur ein Beispiel, dass zeigt, wie die Taucher der Kelheimer Feuerwehr im Ernstfall weit über die Stadtgrenzen hinaus gefragt sind. Damit sie auch künftig zu Einsätzen kommen, benötigt die Gruppe einen neuen Gerätewagen. Die Stadt steuert dafür eine sechsstellige Summe bei.
1974 war die Spezial-Einheit der Kelheimer Feuerwehr gegründet worden. Der Anlass war traurig – ein ertrunkenes Mädchen.
Die aktuelle Tauchergruppe hat laut Feuerwehr fünf Lehr- und sieben Feuerwehrtaucher sowie neun Tauchanwärter.
In den vergangenen zwei Jahren rückten die Kelheimer Feuerwehr-Taucher zu 22 Einsätzen aus, etwa im November 2024 zur Bergung einer Leiche aus einem versunkenen Pkw bei Saal a.d. Donau. Zudem absolvierte die Truppe 26 Freiwasserübungen. Insgesamt gingen ihre Mitglieder 253 Mal auf Tauchgang.
Im Rückblick auf den schnellen Einsatz im Juni in Mauern, sagte Kommandant Bernhard Kleiner in der Sitzung: „Wir werden von Wasserwacht und DLRG hoch geschätzt für das, was wir machen.“ Laut Bürgermeister Christian Schweiger auch über die Kelheimer Landkreisgrenzen hinaus. Er warb im Hauptausschuss für die „wichtige freiwillige Leistung“.
Damit die Taucher mit ihrer Ausrüstung zu Einsatz- und Übungsorten gelangen, brauchen sie einen neuen Gerätewagen, erklärte Kleiner. Das derzeitige Fahrzeug habe 34 Jahre „auf dem Buckel“ und entspreche auch nicht mehr dem Stand der Technik.
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Vertreter der Feuerwehr erstellten in den vergangenen Monaten ein Leistungsverzeichnis und holten Informationsangebote ein. Das ins Auge gefasste Modell – ein umgebauter Rettungswagen – kostet 250.000 Euro. Die Stadt wird 150.000 Euro davon tragen. Das beschloss der Kelheimer Hauptausschuss einstimmig. Die restliche Summe wird der Feuerwehrverein stemmen.
Beschafft werden soll der neue Gerätewagen Wasserrettung über den Feuerwehrverein, um ein „zeitaufwendiges Vergabeverfahren zu meiden“, hieß es in der Sitzung. Dieses Vorgehen sei mit dem Städtetag abgestimmt und für zulässig empfunden.
Fördermittel vom Landkreis oder von der Regierung von Niederbayern seien für diese Fahrzeuge nicht vorgesehen, antwortete Fabian Gruner auf Josef Pletls (KM) Nachfrage.
Zudem informierten Fabian Gruner und Kommandant Bernhard Kleiner, dass die Beschaffung keine „schnelle Nummer“ werde. Mit circa 36 Monaten Lieferzeit müsse die Feuerwehr rechnen.
Am Ende der Aussprache über die Anschaffung fragte Maria Meixner (SPD), ob man das alte Fahrzeug nicht spenden könne, in die Ukraine etwa oder an die Orienthelfer. Dazu erklärte Ordnungsamtsleiter Fabian Gruner, dass derlei Fahrzeuge nicht mehr so gefragt seien. In der Vergangenheit habe man aber unter anderem eine alte Drehleiter in die Ukraine gespendet.
Generell versuche die Stadt Alt-Fahrzeuge zu versteigern, so Gruner. Dabei ließen sich im Übrigen in der Regel noch gute Preise erzielen.