Historischer Tag: Spatenstich für den Neubau der Osser Brauerei in Lohberg

Von Maria Frisch · 10. Oktober 2025 um 19:00

Mit dem symbolischen Spatenstich fiel am Freitag der offizielle Startschuss für den Neubau der Osser Brauerei am Aubachweg 12 im Lohberger Ortsteil Neuschrenkenthal. Auf dem rund 5000 Quadratmeter großen Gelände entsteht in den kommenden Monaten die neue Heimat des Osser-Biers mit einer modernen Produktionsstätte.

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Von der Rohstoffannahme bis zum fertigen Bier im Lagerkeller werden zukünftig alle Produktionsschritte unter einem Dach stattfinden. Das Bier wird dann – wie bisher auch – nach Passau zur Filtration und Abfüllung gebracht. Anschließend wird es vom Aubachweg durch die regionalen Partner die Reise zu Abnehmern antreten.

2024 war noch alles offen

Am 2. November 2013 übernahm die Späth Bräu Osser Bier GmbH – eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Löwenbrauerei Passau AG – den Betrieb und die Produktion in Lohberg. „Durch Leidenschaft für das Handwerk und das Produkt sowie kompromisslose Qualitätsansprüche konnten wir mehr und mehr Menschen vom ,Osser‘ überzeugen und die Produktion stetig ausbauen“, so die beiden Geschäftsführer Markus Schröder und Alex Ritzinger. Der Neubau stelle einen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte beider Firmen dar und sei ein Bekenntnis zum Osser Bier und zur Region.

„Endlich geht es los“, brachte Lohbergs Bürgermeister Franz Müller seine Freude zum Ausdruck. Er begrüßte insbesondere die Vertreter der Löwenbrauerei Passau AG, Markus Schröder und Alexander Ritzinger, den Vorstandsvorsitzenden des Aufsichtsrates Thomas Stockbauer-Muhr, die Aufsichtsräte Hans Binder und Werner Sicklinger, Stefanie Lederer vom Architekturbüro, Stefan Brandl vom Ingenieurbüro Brandl & Preischl sowie den vormaligen Grundstücksbesitzer Xaver Pfeffer jun.

Erst kurz vor Weihnachten habe die Brauerei das Grundstück am Aubachweg erwerben können. „Wir waren auch in der Vergangenheit schon stolz, dass wir eine Brauereigemeinde waren“, unterstrich Franz Müller. Nach der Übernahme 2013 habe „viele Fragezeichen“ gegeben. „Aber der Ausstoß konnte in den letzten zwölf Jahren wieder an die besten Zeiten anknüpfen“, freute sich Müller.

Die Unterstützung des Bauvorhabens sei von allen Seiten gegeben gewesen. Im Landratsamt Cham hätten alle Termine relativ schnell abgearbeitet werden können; Die Regierung der Oberpfalz in Regensburg habe die Bauabsicht ebenfalls sehr unkompliziert abgearbeitet; Beim Geschäftsstellenleiter der Gemeinde, Alois Schneck, seien alle Fäden zusammengelaufen, wo alles vorbildlich und zügig abgearbeitet worden sei. „Wir haben ein supergutes Bier, das gerne getrunken wird. Die Bevölkerung honoriert die Qualität. Es freut uns, dass uns der Aufsichtsrat das Vertrauen geschenkt hat“, schloss Müller.

Wir sind höllisch froh, dass das Warten endlich ein Ende hat. Wir haben genau vor 4358 Tagen in Lohberg begonnen. Der 4. November 2013 war der erste offizielle Arbeitstag am Osser“

Alexander Ritzinger, Geschäftsführer

Alexander Ritzinger, Geschäftsführer der Osserbiere, befand diesen Tag als wahnsinnig interessant. „Das hat man nicht allzu oft – Das ist tatsächlich mein erster Spatenstich“, so der Redner. Auf der Wiese nebenan entstehe ein Stück Zukunft. „Wir sind höllisch froh, dass das Warten endlich ein Ende hat. Wir haben genau vor 4358 Tagen in Lohberg begonnen. Der 4. November 2013 war der erste offizielle Arbeitstag am Osser“, blendete der Geschäftsführer zurück. Zu diesem Zeitpunkt habe trotz Aufbruchstimmung niemand im gesamten Brauereiwesen daran geglaubt, dass man in zehn Jahren über einen Neubau nachdenken müsse.

Rund 5000 Quadratmeter groß ist das Areal der neuen Osser-Brauerei. - Foto: Maria Frisch

Die Übernahme sei von Anfang an nicht wirklich einfach gewesen: „Die ersten zwei Jahre waren sozusagen die Hölle“, erinnerte Ritzinger. Es sei eine Arbeit „gegen eine Riesenwand“ gewesen, weil große Skepsis gegen das Osserbier geherrscht habe – und dennoch habe man es gemeinsam mit allen Mitarbeitern geschafft, das Ruder herumzureißen.

Es soll schnell weitergehen

„Zwei Jahre hat der Ausstoß stagniert, doch auf einmal ist der Knoten geplatzt“, schilderte der Geschäftsführer. Doch: „Auf einmal hat der gesamte „Wingei“ und darüber hinaus bis nach Kötzting mitgeholfen. Das hat man an den Umsätzen mehr als deutlich gemerkt“, blickte Ritzinger zurück. Heute verkaufe man das Osser-Bier auch in den Landkreisen Regen, Freyung-Grafenau, und sogar in Passau. „Darauf können wir stolz sein. Wir sind wieder wer“, so der Redner.

Sicherlich habe es in den vergangenen beiden Jahren seit Beginn der Planung Rückschläge gegeben. Doch ab dem Tag, an dem Xaver Pfeffer jun. den Grund verkauft habe, habe „ein Zahnrad ins andere gegriffen“. Zuletzt richtete er eine Bitte an die Mitarbeiter: „Lasst uns in Zukunft weiterhin zusammenstehen und eine gute Arbeit abliefern, auch wenn es eine Rieseninvestition ist.“ Wenn alle zusammenstünden, sehe man einer guten Zukunft entgegen. Vorteilhaft wäre es nun, wenn das Tempo, in dem das gesamte Verfahren bisher durchgeboxt worden sei, auch beim Bau beibehalten würde,

Co-Geschäftsführer Markus Schröder brachte seine Wertschätzung für die nur knapp vier Monate Planungszeit zum Ausdruck. Zurecht werde bereits gesagt, dass in Lohberg der Bauturbo gezündet worden sei.

Das wird gebaut

■ Gebäude: Eine 1225 Quadratmeter große Halle wird gebaut.

■ Technik: Ab Mai wird die Brauereitechnik eingebaut: Ein 60 Hektoliter-Sudhaus mit bis zu acht Suden pro Tag, der Gär- und Lagerkeller mit einer Gesamtkapazität von 6000 Hektoliter sowie die Anlagen zur Kälte- und Wärmeerzeugung.

■ Energie: Eine Photovoltaik-Anlage deckt einen Teil des Strombedarfes. Sämtliche Anlagen verfügen über Wärme- und Energierückgewinnung. kfl