Autofahrer brauchen weiter Geduld: So läuft es auf den Baustellen in Schwandorfs Zentrum

Wer mit seinem Fahrzeug in der Schwandorfer Innenstadt unterwegs ist, der muss aktuell zum Teil etwas mehr Zeit einplanen. Umleitungen und Sperrungen an wichtigen Stellen bringen weiterhin Einschränkungen mit sich. Zwei Baustellen sind nur einen Steinwurf voneinander entfernt und sorgen auch in den nächsten Wochen dafür, dass der Weg zum Ziel für manche Autofahrer etwas umständlicher wird. Rechtzeitig zur Vorweihnachtszeit soll sich die Situation in der Innenstadt aber wieder entschärfen.
Eine weitere Vollsperrung steht in der Fronberger Straße an
Seit Juli rollt der Verkehr wieder über Schwandorfs Naabbrücken. Autofahrer, die in der Fronberger Straße unterwegs sind, müssen aber noch mit Einschränkungen rechnen, allerdings nicht mehr lange. Rund um das millionenteure Großprojekt laufen derzeit die Abschlussarbeiten. Zwei Behelfsbrücken waren während der Bauphase im Einsatz. Bald sollen die letzten Spuren der beiden temporären Bauwerke beseitigt und alle erforderlichen Straßenbauarbeiten erledigt sein.
Für Autofahrer bedeuten die Restarbeiten nochmals Einschränkungen: Derzeit ist die Fronberger Straße zwischen der Nürnberger Straße und der Böhmischen Torgasse halbseitig gesperrt. Es besteht eine Einbahnregelung in Richtung Fronberg. Wie das Staatliche Bauamt auf Nachfrage der MZ mitteilte, erfolgt ab Mitte Oktober die Vollsperrung der Fronberger Straße für Fräs- und Asphaltierungsarbeiten. Ende Oktober seien – witterungsabhängig – die Fahrbahnmarkierungen in der Wöhrvorstadt und in der Fronberger Straße vorgesehen. Die Verkehrsfreigabe ist laut Bauamt Anfang November geplant.

Die Naabuferstraße bleibt vorerst noch eine Einbahnstraße
Einen Steinwurf weiter, in der Naabuferstraße, ist seit September noch eine weitere Baustelle im Gange. Dort entsteht eine eine neue, barrierefreie Fußgängerbrücke über die Naab. Wie die Stadt erklärt, soll die Stahlbrücke mit einer Spannweite von 26 Metern und einer Breite von 3,50 Metern eine bessere und komfortablere Verbindung zwischen Stadtpark und Innenstadt schaffen.
Die zusätzliche Baustelle verschärft die Verkehrssituation nochmals. Denn: Mit dieser Maßnahme ist die Naabuferstraße vorübergehend zur Einbahnstraße geworden. Von der Beer-Kreuzung kommend ist eine Durchfahrt nur noch in Richtung Bahnhof möglich.
Diese Situation war auch in der Sitzung des Stadtrates vergangene Woche ein Thema. Stadtrat Jochen Glamsch (UW) berichtete, er sei wiederholt darauf angesprochen worden, warum die Brücke gerade zum jetzigen Zeitpunkt gebaut werde. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU), der die Sitzung leitete, verwies darauf, dass es sich bei den Baustellen um zwei voneinander unabhängige Projekte handelt.
Wie auch die Stadt auf Nachfrage der Mittelbayerischen Zeitung mitteilte, sei es nicht möglich gewesen, die Baustellen anders zu koordinieren. Der Bau der Fußgängerbrücke sei für das Kalenderjahr 2025 vorgesehen und bewusst in eine Zeit mit weniger Veranstaltungen, in den Herbst, gelegt worden. Damit habe man die Umsetzung möglichst störungsarm gestalten wollen.
„Da die zuständige Baufirma Habau den Neubau der Naabbrücken rund ein halbes Jahr früher als ursprünglich geplant abschließen konnte, sind auch die jetzt erforderlichen Maßnahmen im Hinblick auf den Rückbau der Behelfsbrücken zeitlich nach vorne gerückt“, so die Pressestelle weiter.
Aktuell laufen die Arbeiten an der Fußgängerbrücke auf Hochtouren. Die Spezialtiefbauarbeiten auf Stadtparkseite seien soweit abgeschlossen, heißt es dazu aus dem Rathaus. Einer der nächsten Schritte sei der Bau des Widerlagers, des Unterbaus der Konstruktion.
Auf der Stadtseite werde in Kürze mit dem Aushub begonnen. Diese Arbeiten sollen im Laufe der kommenden Woche abgeschlossen werden, danach starte ebenfalls der Bau des Widerlagers. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich laut Angaben der Stadt auf rund 750 000 Euro. Die Fertigstellung der neuen Fußgängerbrücke sei für Februar 2026 geplant.

In der Breite Straße läuft es trotz archäologischer Funde nach Plan
Die Baustelle in der Breite Straße gehört schon etwas länger zum Stadtbild und brachte auch eine große Überraschung ans Licht. Bei Wasser- und Fernwärmearbeiten taten sich im Mai nicht nur Überreste einer historischen Mauer auf, sondern auch zahlreiche Knochenfunde. Die archäologischen Funde brachten auch Verzögerungen mit sich. Doch diese hätten dank effizienter Baukoordination aufgeholt werden können, erklärte die Stadt kürzlich in einer Pressemitteilung. Die archäologischen Untersuchungen seien abgeschlossen, größere Funde habe es nicht mehr gegeben.
Wie aus der Meldung weiter hervorgeht, schreiten der Ausbau des Fernwärmenetzes und die Modernisierung der Wasserleitungen planmäßig voran. Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts zwischen Bahnhofstraße und Neubäckergasse konzentrieren sich die Arbeiten nun auf den Abschnitt zwischen Neubäckergasse und Rathausstraße. „Jetzt werden die Trinkwasser- und Fernwärme-Hausanschlüsse verlegt“, vermeldete die Stadt. Die Fertigstellung der Baumaßnahme ist für November vorgesehen. Pünktlich zur Vorweihnachtszeit soll die Innenstadt damit wieder vollständig zugänglich sein.