Bayerisches Landesjugendamt in Schwandorf eröffnet – Bis zum Einzug war es ein langer Weg

Das Bayerische Landesjugendamt ist seit Mitte Juli auch in Schwandorf mit einer Dienststelle vertreten. Dazu haben 25 Mitarbeiter ihre Arbeit im neuen Dienstgebäude in Rathausnähe aufgenommen. Am Montag wurde die Behörde von der bayerischen Jugendministerin Ulrike Scharf (CSU) und dem Präsidenten der Landesbehörde Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS), Dr. Norbert Kollmer, offiziell eröffnet.
Inzwischen ist Leben eingekehrt in der Dienststelle – alle Kisten sind ausgepackt, die Mitarbeiter haben ihre Arbeitsplätze bezogen und die Projekte laufen. Bis dahin war es jedoch ein langer Weg. Einigen Widrigkeiten habe man dabei begegnen müssen, erklärte Harald Britze, Leiter der Verwaltung des ZBFS-Bayerisches Landesjugendamts (ZBFS-BLJA) bei der Eröffnung.
Bau verzögerte sich
Die Entscheidung, einen Teil des Landesjugendamtes von München nach Schwandorf zu verlagern, fiel bereits 2015 im Zuge der Heimatstrategie der Staatsregierung. Doch der Neubau der Dienststelle ging nicht so schnell vonstatten wie erhofft. Bei archäologischen Grabungen zu Beginn der Baumaßnahme im Mai 2020 wurden Überreste der alten Stadtmauer freigelegt, die zunächst noch befundet und dokumentiert werden mussten.

Lieferverzögerungen sowie krisen- und konjunkturbedingte Schwierigkeiten bei den Schlüsselgewerken sorgten dafür, dass sich der Zeitplan nach hinten verschob. Inzwischen sei jedoch Routine eingekehrt, wie Britze versicherte. Mit dem Landesjugendamt in München stehe man in ständigem Dialog. „Gemeinsam arbeiten wir an einem Ziel: die bayerischen Jugendämter zu unterstützen.“
Unterstützung für Familien
Jugendministerin Ulrike Scharf wandte sich in ihrer Rede vor rund 85 Gästen an die Beschäftigten der Dienststelle: „Kinder und Jugendliche sind unser größter Schatz. Sie sind unsere Zukunft. Mir ist es wichtig, dass Familien die Hilfe bekommen, die sie benötigen. Genau das gewährleisten Sie.“
Die Eröffnung sei ein Meilenstein in der Heimatstrategie der Bayerischen Staatsregierung, so die Ministerin. Ziel sei, Arbeitsplätze in Behörden anzusiedeln – und zwar dort, wo die Menschen wohnen und leben. „Die Schwandorfer dürfen zurecht stolz auf ihre Heimat sein“, erklärte Scharf. Das liege nicht nur an der landschaftlich reizvollen Lage. Auch die Infrastruktur stimme hier, jegliche Bildungswege stünden den jungen Menschen offen. „Familien stehen in Schwandorf an erster Stelle“, so Scharf.

Norbert Kollmer ergänzte: „Wir freuen uns, dass unsere fachlich gut ausgebildeten Mitarbeiter nun auch von Schwandorf aus die wichtige Aufgabe der Kinder und Jugendhilfe in Bayern mit Leben füllen.“ Zu den wichtigsten Aufgaben des Landesjugendamtes zählen die Qualitätsentwicklung der bayerischen Kinder- und Jugendhilfe sowie die Unterstützung der örtlichen Jugendämter und freien Träger vor Ort.
Projekt zur Jugendsozialarbeit an Schulen
Wie Karin Herzinger, Leiterin der Dienststelle Schwandorf, aufzeigte, sind die Beschäftigten dort unter anderem mit Themen der Kindertagespflege, der Feststellung der beruflichen Qualifikation des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen sowie dem Projekt Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), einer Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Schule, betraut.

Weitere Teams, etwa jenes für Hilfen zur Erziehung und das der Zentralen Adoptionsstelle, arbeiten ortsübergreifend aus München und Schwandorf. Dabei sind die Beschäftigten mit Themenschwerpunkten Koordinierende Kinderschutzstellen (KoKi) beziehungsweise Landesheimrat und Partizipation am neuen Dienstort tätig.
Das Miteinander von Kindern und Erwachsenen stellt auch das Werk der Künstlerin Johanna Obermüller dar: Der große Scherenschnitt aus Edelstahl prangt an der Fassade und ziert den Eingangsbereich. „Die Großen schützen die Kleinen“, kommentierte Ulrike Scharf.
Den geistlichen Segen erhielt das Kunstwerk und ebenso das Dienstgebäude von Stadtpfarrer Christian Kalis. Ihm liegt die Jugendarbeit besonders am Herzen. Vor seiner Zeit in Schwandorf sei er Leiter des Bischöflichen Jugendamtes im Bistum Regensburg gewesen, erzählte er den Besuchern. Die Mitarbeiter des Landesjugendamtes würden mit ihrer Arbeit der Gemeinschaft dienen und einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft und deren Zukunft leisten, so Kalis.