Landesjugendamt in Schwandorf hat Arbeit aufgenommen – Es war ein steiniger Weg

Von Philipp Breu · 15. Juli 2025 um 19:00

Was lange währt, wird endlich gut: Ab sofort ist das Bayerische Landesjugendamt auch in Schwandorf mit einer Dienststelle vor Ort vertreten. 25 Mitarbeiter haben ihre Büros im neuen, modernen Dienstgebäude bezogen, das sich in Schlagweite zum Schwandorfer Rathaus an der Fronberger Straße befindet.

Das bestätigte die zuständige Behörde, das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS), in einer Pressemitteilung. „Damit ist ein wichtiger Teil der Bayerischen Heimatstrategie für uns als Bayerische Sozialverwaltung abgeschlossen“, freut sich Dr. Norbert Kollmer, Präsident der Landesbehörde ZBFS.

Alte Schwandorfer Stadtmauer wurde beim Bau freigelegt

Doch der Weg dahin war im wahrsten Sinne des Wortes steinig. Die Entscheidung, einen Teil des ZBFS-BLJA von München nach Schwandorf zu verlagern, fiel im März 2015 im Zuge der Heimatstrategie der Staatsregierung. Der Kaufvertrag war im September 2017 unterzeichnet worden.

Doch bis die Arbeiten starteten, ist einiges Wasser die Naab hinabgeflossen. Zunächst erfolgten im Mai 2020 archäologische Grabungen, bei denen überraschenderweise Überreste der alten Stadtmauer freigelegt wurden. Diese sind befundet und dokumentiert worden, blieben aber nicht für die Öffentlichkeit erhalten. Im Herbst 2021 startete der Spezialtiefbau, gefolgt vom Rohbau im Frühjahr 2022. Bis Herbst 2024 sollte das Gebäude dann eigentlich stehen. Doch auch im weiteren Bauverlauf lief nicht alles rund, wie das Staatliche Bauamt seinerzeit einräumen musste.

Bereits im frühen Stadium kam es zu Lieferverzögerungen. Das hatte Konsequenzen für zentrale Folgegewerke. Die Gebäudehülle wurde letztlich Ende 2023 fertiggestellt, woraufhin mit dem Innenausbau begonnen werden konnte. Doch auch hier hatten Schlüsselgewerke krisen- und konjunkturbedingt mit Verzögerungen zu kämpfen. Der angestrebte Zeitplan war nicht mehr zu halten.

Neubau kostete etwa 8,5 Millionen Euro

Das ist nun aber alles Schnee von gestern. Der neue Dienstort Schwandorf des „Zentrums Bayern Familie und Soziales" ist nun betriebsbereit. 22 Büroräume stehen an der Fronberger Straße zur Verfügung – mit Option auf Aufstockung der Arbeitsplätze. Auch eine Tiefgarage mit acht Stellplätzen ist Teil des Neubaus – auf dem gesamten Gelände gibt es 13 Plätze. Etwa 8,5 Millionen Euro wurden in das moderne Gebäude investiert. Trotz der Verzögerungen, die das Projekt zeitweise begleitet haben, seien die Kosten im vorgegebenen Budgetrahmen geblieben. Mit der Inbetriebnahme sei ein wichtiger Baustein der bayerischen Heimatstrategie erfolgreich umgesetzt worden, heißt es seitens der Landesbehörde.

Die Beschäftigten dort sind unter anderem mit Themen der Kindertagespflege betraut. - Foto: Daniel Seger, Moods Photography

Die Maßnahme sei Teil der bayernweiten Initiative zur Regionalisierung der Verwaltung. Ziel der Strategie sei es, moderne Arbeitsplätze auch in ländlichen Regionen anzubieten und die Verwaltungsstrukturen näher an die Bürger zu bringen. Die Entscheidung, welche Fachteams des Landesjugendamts nach Schwandorf wechseln, sei in enger Abstimmung mit dem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales getroffen worden. Es wurde bestimmt, welche der insgesamt sechs Fachteams sich für einen Wechsel nach Schwandorf eignen.

Fünf der sechs BLJA-Fachteams haben ihre Aufgaben beziehungsweise Zuständigkeiten ganz oder teilweise an den neuen Dienstort nach Schwandorf verlagert. Die Beschäftigten dort sind unter anderem mit Themen der Kindertagespflege, der Feststellung der beruflichen Qualifikation des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen sowie dem Projekt Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS), Schnittstelle Jugendhilfe-Schule, betraut. Alle Mitarbeiter haben ihre Büros mittlerweile bezogen.

Einweihung des Landesjugendamts in Schwandorf ist am 6. Oktober

Die offizielle Einweihung des Dienstgebäudes ist für 6. Oktober geplant. Dazu wird auch die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Ulrike Scharf, erwartet. Das Bayerische Landesjugendamt als zentrale Fachbehörde der Kinder- und Jugendhilfe in Bayern ist seit 2005 Teil der Landesbehörde ZBFS. Zu den wichtigsten Aufgaben des BLJA zählen die Qualitätsentwicklung der bayerischen Kinder- und Jugendhilfe sowie die Unterstützung der örtlichen Jugendämter und freien Träger vor Ort.

Weiterführende Informationen zu Aufgaben und Leistungen des Zentrums Bayern Familie und Soziales gibt es im Internet unter: www.zbfs.bayern.de.