Unbelehrbarer lässt das Füttern nicht: Es droht eine Taubenplage in Furth im Wald

Hat Furth im Wald (Landkreis Cham) ein Taubenproblem? Scheint zumindest punktuell fast so, wenn man bei Ordnungsamtsleiter Toni Lauerer nachfragt. Schuld daran ist demnach vor allem eine Person, die offensichtlich ein schwieriger Charakter ist.
„Der Taubenschiss liegt schon überall“, heißt es auf Facebook in einer Further Gruppe. Seit zwei Jahren würden die Tauben immer mehr. In einem Anwesen in der von-Müller-Straße würden sie ungehindert durch ein Dachfenster fliegen. „Ich möchte nicht wissen, wir der Dachboden dort ausschaut“, so der Schreiber.
Ein gruseliger Anblick
Wahrscheinlich verheerend, wenn man den Worten von Markus Schmidberger folgt. Der Geschäftsleiter der Umweltstation im Landesbund für Vogel- und Umweltschutz in Nößwartling (LBV) kann von zwei Kirchen im Landkreis berichten, in denen sich die Vögel ungehindert bewegen konnten. „Was man dort zu sehen bekommen hat, war gruselig“, beschreibt er die Situation. Es war so schlimm, dass Firmen engagiert werden musten, die die Berge von Kot entfernt haben. Das, so Schmidberger, verursacht immens hohe Kosten.
Das ist ein Riesenproblem.
Ordnungsamtsleiter Toni Lauerer über das verbotene Taubenfüttern.
Am Telefon hörbar verärgert ist der städtische Ordnungsamtsleiter Toni Lauerer bei dem Thema. Die Situation in der von-Müller-Straße war ihm zwar neu, aber es gibt Vorfälle in der Tradt- und in der Konrad-Utz-Straße. Dort füttert eine unbelehrbare Person ungeniert Tauben. „Er wurde sogar schon beobachtet, wie er mit dem Auto langsam durch die Straßen fährt und Krümel aus dem Fenster fallen lässt“, so Lauerer und ergänzt: „Das ist ein Riesenproblem.“ Er hat selbst schon Bilder von vollgekackten Balkonen, Terrassen oder Photovoltaikanlagen gesehen. Auch Gruppen von 50 bis 60 Tauben in einem Verbund sind Lauerer schon aufgefallen.
Bescheid über 1000 Euro hat der Taubenfreund schon bekommen
Der Stadt sind zum Teil die Hände gebunden. Weil es sich nur um eine Ordnungswidrigkeit handelt, könne man den Verursacher nicht anzeigen. Aber die Verwaltung hat eine Satzung erlassen, die das Füttern verbietet. 50 bis 1000 Euro können da fällig werden. Wenn es dann nicht aufhört, könne der Betrag erhöht werden.
Einen Bescheid über 1000 Euro hat der Taubenfreund schon bekommen. Allerdings zahlt er nicht, hat Einspruch eingelegt. „Es ist immer ein Problem, wenn man mit Menschen zu tun hat, die man nicht zur Vernunft bringen kann“, sagt ein frustrierter Ordnungsamtsleiter. Zu allem Überfluss kommen die Bürger dann ins Amt und schimpfen, dass nichts unternommen wird.
Was kann man überhaupt tun, um der Plage Herr zu werden?
Aber was kann man überhaupt tun, um der Plage Herr zu werden? Schmidberger weiß Rat. Er sagt, es gibt keine allgemeingültigen Lösungen. Wenn beispielsweise Ultraschall oder ähnliche Angebote helfen würden, dann würde es die Probleme schon lange nicht mehr geben. Vergrämungsmaßnahmen, wie das der Fachmann nennt, sind Nagelbretter, die man überall dort anbringen kann, wo Tauben landen oder brüten möchten.
Auch Blumenstöcke können hilfreich sein, um zu verhindern, dass sich die Flattermänner im wahrsten Sinne des Wortes einnisten. Drastischen Maßnahmen, erklärt der LBV-Mann, hat Regensburg schon probiert und einen Wanderfalken mitten in der Stadt angesiedelt. Der lässt sich Tauben zwar schmecken, die explodierende Population kann er allein aber auch nicht schmälern.
Enten füttern unerwünscht
Grundsätzlich findet Lauerer, sollten Wildtiere von Privatpersonen nicht gefüttert werden. „Die kommen ganz gut alleine durch den Winter.“ Das gilt übrigens auch für das Entenfüttern am Drachensee. Das ist zwar nicht ausdrücklich verboten aber kontraproduktiv. Stimmt, sagt auch Schmidberger, wenn schlechtes Futter verwendet oder das Wasser zu sehr mit Nährstoffen angereichert wird.
Mit den richtigen Futtermitteln die Vögel im eigenen Garten zu füttern, sei dagegen für viele Menschen ein sinnliches Naturerlebnis und führe auch nicht dazu, dass Populationen überhand nehmen.