Nach der Landesgartenschau in Furth im Wald: Großes Aufräumen beginnt

Von Alexander Frimberger · 7. Oktober 2025 um 05:00

Nach der Landesgartenschau in Furth im Wald im Landkreis Cham ist vor dem großen Aufräumen und der Schlussbilanz. Konkrete Zahlen liegen schon vor und am Tag eins nach der Sommerparty haben sich einige Verantwortliche bereit erklärt, ein erstes Fazit zu ziehen und einen Ausblick zu wagen, wie es in Zukunft weitergehen kann und muss.

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Am Montagmorgen ist LGS-Geschäftsführerin Claudia Knoll schon wieder im Büro. Sie war vorher bereits auf dem Gelände. Auch wenn die Pforten für Besucher geschlossen sind, wartet noch jede Menge Arbeit auf das Team. Derzeit wird aufgeräumt. Ab Mitte der Woche beginnt der Abbau der Gebäude. Dann müssen noch der Wiesenpark und der Parkplatz rückgebaut werden. Bis Ende des Jahres sollte das geschehen sein, meint Knoll. Komplett abschließen kann man dann mit der dritten Phase im Mai, wenn die Festwiese für zukünftige Veranstaltungen fit gemacht wurde und einen Schotterrasen bekommen hat.

9044 Besuche an einem Tag

Die Marke von 400.000 Besuchen wollte Bürgermeister Sandro Bauer zum Schluss knacken. Lange Zeit hätte er sich auch mit 300.000 zufrieden gegeben. „Viele haben das unserer kleinen Stadt nicht zugetraut“, hat er mehrfach betont. Die genaue Zahl der Besuche hat LGS-Pressefrau Heidi Wolf: 401 465 waren es schlussendlich. Der größte Andrang war am Tag der Deutschen Einheit mit 9044 Besuchen zu verzeichnen. „Die letzte Dauerkarte für Erwachsene wurde am 30. August gekauft. Die Zahl der registrierten Hunde liegt bei 6314. Insgesamt 650 Gästeführungen wurden gebucht, 850 Quadratmeter Mesh-Stoffe verbaut und 1726 Schilder aufgestellt“, so Wolf. Weitere Zahlen: 720 Busse haben die LGS angefahren, die Gastronomie hat 50 Kilometer Würste und 30.000 Semmeln verkauft. Die knapp 200 Ehrenamtlichen brachten es in Summe auf 128 Stunden Einsatz am Tag.

Bei Knoll steht am Tag danach die Erleichterung im Vordergrund. „Wir hatten das Glück auf unserer Seite“, sagt sieht. Es gab keine Unwetter, „so ein Hagelsturm kann dir schon mal alles kaputt hauen“. Auch blieb die Veranstaltung von Unfällen verschont und es gab keine Auseinandersetzungen. Was persönlich bei ihr, die schon viele Gartenschauen verantwortlich begleitet hat, hängen bleibt: „Ich habe selten eine so emotionale Gartenschau mit so viel Empathie und menschlicher Zugewandtheit erlebt.“ Deshalb glaubt sie daran, dass diese 137 Tage die Further verändert haben.

Einen großen Anteil daran haben wohl die rund 200 Ehrenamtlichen, die mit Herzblut alles dafür getan haben, dass sich Besucher aus nah und fern willkommen und wohl gefühlt haben. Dorothee Simeth und Uwe Neumann waren für diesen Bereich zuständig. Beide sind noch immer angefasst von dem großen Beifall, den sie bei der Dankesfeier in der Parkarena tags zuvor erhalten haben. Laut Neumann sind mehrere Faktoren dafür entscheiden gewesen, dass aus Individuen eine eingeschworene Einheit wurde: „Wir hatten seitens der Geschäftsführung bei allem, was wir machten, grünes Licht. Ihr macht das schon, hieß es immer.“ Simeth kann das bestätigen. Man habe sich besprochen und dann freie Hand bekommen. Häufig habe man von den Besuchern gehört, dass gerade die flächenmäßig relativ kleine Further Gartenschau ein Vorteil war.

Teamgeist unter den Helfern

Laut Simeth haben viele gesagt, so habe man sich innerhalb eines Tages alles in Ruhe ansehen können und auch noch Zeit gehabt, die Atmosphäre zu genießen. Ganz wichtig war demnach aber, dass es mit Martina Schmidberger und Markus Albrecht zwei Stammtischbeauftragte gab. Die regelmäßigen Treffen, zu denen immer bis zu 80 Personen kamen, dienten laut Neumann dazu, jeden einzelnen kennenzulernen.

Schließlich hatte man Helfer nicht nur aus Furth, sondern aus der ganzen Region. Mit Wandertagen und Radtouren wurde allen die Drachenstadt näher gebracht und der Gemeinsinn gestärkt. Die beiden Ehrenamtsbeauftragten sind sicher, das hat nicht nur die Mitarbeitsbereitschaft gestärkt, es wurden auch viele Freundschaften geschlossen. Wenn es nach ihnen geht, soll das Team auf keinen Fall auseinanderbrechen.

Bereits im November ist ein gemeinsamer Ausflug nach Tschechien geplant. Man werde sehen, ob ein Verein, ein Freundschafts- oder Fördererkreis entsteht, der sich auch in Zukunft um das Gelände kümmert.

Das ist natürlich ganz im Sinn von Bürgermeister Sandro Bauer, der zu Gesprächen einladen wird, in welcher Form es weitergehen kann und wird. Das gilt aber für alle Bereiche, also beispielsweise auch für die weitere Nutzung der Parkarena. „Wir haben mit der Landesgartenschau einen Booster bekommen, darauf müssen wir aufbauen.“

Der richtige Zeitpunkt

Dazu gehört in jedem Fall das Späthareal, das ja jetzt bald wieder leer steht. Innerstädtisches Wohnen ist hier geplant. Vielleicht könne man ja von der ursprünglichen Idee einer Vollbebauung abrücken und sowohl im Bereich der Lorenz-Zierl-Straße als auch an der Bräuhausstraße Platz für Erholungsräume lassen.

Als Kirsche auf der Torte bezeichnet Bürgermeister Bauer (rechts) (hier bei der Fahnenübergabe am Abschlusstag), dass zum Schluss mehr als 400.000 Besuche zu verzeichnen waren. - Foto: Fred Wutz

Bauer selbst ist nach dem letzten Vorhang erst mal froh, dass es vorbei ist. „Ich vergleiche das mit dem Drachenstich, da geht es mir auch so.“ Aber so nach ein, zwei Wochen möchte man am liebsten wieder loslegen. Wenn er also gefragt würde, ob er nächstes Jahr nochmal übernimmt? Bauer lacht: „Das ginge schon rein aus finanziellen Gesichtspunkten nicht.“ Allein die Durchführung hat acht Millionen Euro gekostet. Eine Million gab es Zuschuss vom Freistaat Bayern, vier Millionen hat man erwirtschaftet. Bleibt ein Eigenanteil von drei Millionen Euro.

Ein positives Fazit zieht auch Daniel Siegl. Der Betreiber des Restaurants Siegls, das am Samstag, 11. Oktober, ab 18 Uhr, mit seinem Galaabend zehnjähriges Jubiläum feiert, sagt, er hat rund 25 Prozent mehr Umsatz gemacht.

Auch wenn große Zufriedenheit herrscht, so gab es doch auch kleinere Kritikpunkte. Negativ aufgefallen, da sind sich Knoll und Bauer einig, ist das Bezahlsystem beim Parkplatz. „Das würden wir in Zukunft anders machen.“ Zunächst konnte nur über eine App bezahlt werden. Nach viel Kritik war es dann auch möglich an Ort und Stelle zu bezahlen. Auch die Beschilderung war anfangs schlecht. „Da waren wir einfach betriebsblind, weil du als Further ja alle Wege kennst“, räumt Bauer ein. Aber auch da hat man nachgebessert. Das Schlusswort bekommt Dorothee Simeth: „Es hätte nicht schöner sein können und der 5. Oktober war genau der richtige Zeitpunkt für den Abschluss.“

Abverkauf auf der Landesgartenschau Furth im Wald

Alle, die sich ein Stück Landesgartenschau mit nach Hause nehmen wollen, haben dazu am Samstag, 11. Oktober, im Bereich Wiesenpark die Gelegenheit.

Von 10 bis 14 Uhr können verschiedene Gegenstände wie Sonnenschirme, Sitzsäcke und Merchandise-Artikel erstanden werden.

Auch die bunten Leuchtscheiben der Firma Casa Del Sol und WeinfurtnerGlasprodukte werden zum Verkauf angeboten. Preise kann Landesgartenschau-Geschäftsführerin Claudi Knoll noch nicht verraten, sagt aber, dass es sich in der Regel um die Hälfte des Neupreises handeln wird.