Tragische Ironie für Jagdschloss im Thiergarten: Das Feuer zerstört auch die Denkmal-Pläne

Von Thomas Kreissl · 6. Oktober 2025 um 18:00

Es ist eine tragische Ironie der Geschichte: Das architektonisch wertvolle ehemalige Thurn-und-Taxis-Jagdschloss im Donaustaufer Thiergarten (Landkreis Regensburg) hätte schon bald einen Platz auf der bayerischen Denkmalliste bekommen sollen. Dieses Vorhaben hat das verheerende Feuer in der Nacht zum Montag zerstört– genauso wie auch einst der Vorgängerbau ein Raub der Flammen wurde.

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Das Jagdschloss in dem großen Waldgebiet östlich von Donaustauf wurde 1885 als Nachfolgebau des ehemaligen Thurn-und Taxis-Schlosses in Donaustauf errichtet. Die damalige Sommerresidenz des Regensburger Fürstenhauses war fünf Jahre zuvor einer großen Brandkatastrophe in Donaustauf zum Opfer gefallen. Das damalige Schloss stand auf dem Areal des heutigen Fürstengartens, einer großen Grünanlage in Donaustauf.

Kreisdenkmalpfleger: „Der Verlust ist unersetzlich“

„Ich kann das gar nicht fassen“, reagierte am Montag Kreisdenkmalpfleger Dr. Thomas Feuerer auf die Zerstörung des 140 Jahre alten Gebäudes. Erst vor zwei Wochen besichtigte Feuerer das Jagdschloss vom Keller bis zum Dachboden. Der Grund dafür: Das Jagdschloss sollte in die bayerische Denkmalliste aufgenommen werden.

Ein Schritt, der nach Ansicht von Feuerer längst überfällig war und durch eine Verkettung von Zufällen bislang nicht erfolgt ist. Die architektonische Bedeutung des Gebäudes wäre nach Ansicht des Kreisdenkmalpflegers herausragend gewesen. Insbesondere, weil es seit der Errichtung in den 1880er Jahren nahezu unverändert erhalten geblieben war. „Der Verlust ist unersetzlich “, sagt Feuerer, den bei seinen Besuchen insbesondere die „absolut eigene Aura“ des Anwesens beeindruckt hat.

Bürgermeister: „Da tut einem das Herz weh“

Der Donaustaufer Bürgermeister Jürgen Sommer bringt diesen Eindruck auf den Punkt: „Man hat sich dort tatsächlich gefühlt wie in einem Schloss“, beschreibt er das Ambiente im nun völlig zerstörten Gebäude. „Das ist eine absolute Tragik, da tut einem das Herz weh“, sagt der Bürgermeister, der am frühen Morgen selbst am Brandort war. Seine ersten Eindrücke lassen kaum einen Gedanken an einen baldigen Wiederaufbau zu. „Das schaut böse aus“, beschreibt er den traurigen Anblick der noch stehenden Grundmauern, durch die sich tiefe Risse ziehen.

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Auch in den Reihen des Golf- und Landclubs ist das Entsetzen groß. Gestern war zwar niemand aus der Vorstandschaft zu erreichen. Doch das ist kein Wunder: „Wir sind alle paralysiert“, sagt die Regensburger Stadträtin Kathrin Fuchshuber, die seit mehr als 50 Jahren dem Verein angehört und schon als Kind viel Zeit auf der idyllischen Anlage verbrachte, die als einer der schönsten Golfplätze in Deutschland gilt. Mittelpunkt des Vereinslebens war in alle diesen Jahren das ehemalige Jagdschloss. „Es war ein Kleinod – und jetzt ist es weg“, sagt Fuchshuber.