Seit 25 Jahren repariert Hubert Kroner Posaunen, Trompeten und Co. in Neunburg

Hubert Kroner ist ein Arzt der anderen Art. Anstatt um Menschen kümmert er sich seit 25 Jahren um Blasinstrumente in Neunburg (Landkreis Schwandorf). Anstatt mit gebrochenen Knochen kommen seine Kunden zum Beispiel mit verbeulten Jagdhörnern oder Posaunen zu ihm – und er setzt sie wieder instand.
Im September 2000 zog er in die Werkstatt in der Gerhardingerstraße in Neunburg. Seitdem vertrauen ihm Musiker aus der gesamten Oberpfalz: Kunden aus Regensburg, Amberg oder Weiden besuchen die Werkstatt. „In diesem Bereich bin ich konkurrenzlos“, weiß Kroner, „im ganzen ostbayerischen Raum bin ich der Einzige.“ Die nächstgelegene Werkstatt sei in Nürnberg. Er macht Instrumente wieder gängig.
Meistens handelt es sich bei den Reparaturen um kleinere Angelegenheiten – die Instrumente nach einem Fall ausbeulen, oder oxidiertes Messing reinigen. Große Generalüberholungen macht Kroner nicht mehr. „Weil ich allein bin, muss ich Abstriche machen“, sagt der Neunburger.
47 Jahre Erfahrung
Die Instrumente kann er reparieren, aber kann er sie auch spielen?„Als Spielen würde ich es nicht bezeichnen, aber ich kriege aus den gängigen Blasinstrumenten einen Ton raus“, sagt Kroner und lacht. Sein Instrument ist die Tuba – mit der fing alles bei ihm an.
Vor 47 Jahren entdeckte er seine musikalische Seite. Grund dafür war sein Onkel. Der spielte damals in der Kapelle und suchte Nachwuchs. Weil er groß und kräftig war, wurde dem Neffen die Tuba nahegelegt. „Das hat mir sofort Spaß gemacht“, sagt Kroner. Später spielte er vier Jahre im Heeresmusikkorps. Als es Zeit wurde, einen Beruf zu wählen, kombinierte er seine Liebe zur Musik mit seiner handwerklichen Begabung. Er begann seine Ausbildung in Geretsried beim Instrumentenhersteller Wenzel Meinl.
Aktiv bei der Stadtkapelle
Seit 1997 ist Kroner selbstständig – angefangen hat es für ihn in einem kleinen Gartenhaus, bevor er den Laden in Neunburg eröffnete. Aber Kroner mag es nicht nur, Instrumente zu reparieren: Er selbst spielt schon lange in der Neunburger Stadtkapelle und ist mit seiner Tuba auch im Reservistenmusikzug Oberpfalz aktiv.
In Kroners Laden liegen unzählige Taschen mit Musikinstrumenten am Boden. Kleine Zettel mit den Auftragsdetails stecken in den schwarzen Hüllen. „Im August und September ist bei mir die Hölle los“, erklärt Kroner. Da komme es zuweilen mal zu Wartezeiten. Aber sein Instrument habe in all den Jahren noch jeder repariert zurück bekommen. Seine Hauptbeschäftigung ist die Instandsetzung, doch zur Werkstatt gehört auch ein Ladengeschäft. Allerlei Zubehör verkauft er, aber auch Musikinstrumente. Mehr als ein Zubrot sei das allerdings nicht. „Die Internetkonkurrenz ist da zu groß“, erklärt Kroner.
Nach all den Jahren macht ihm die Arbeit immer noch Spaß. Wenn er sieht, dass das Instrument fertig repariert ist und der Kunde dann zufrieden wieder rausgeht, dann ist das schon ein gutes Gefühl: „Man kann den Menschen eine Freude machen.“
Durch seine Arbeit hat Kroner viele Bekannte in der Welt der Musik. „Wenn du Blasmusik spielst, kennst du hier einen und dort einen“, sagt er. Kroner erinnert sich zum Beispiel an ein Amberger Altstadtfest, bei dem er mit seiner Familie unterwegs war. „Ich wurde von jeder Bühne aus gegrüßt“, erzählt der Instrumentenbauer. Und: „Meine Tochter hat damals überrascht gesagt: Papa, du bist ja echt bekannt.“
Für mich ist es meine Leidenschaft. Ich werde es so lange machen, wie ich kann.
Hubert Kroner, Inhaber der gleichnamigen Blasinstrumentenwerkstatt
Aber nicht alles ist so rosig wie die Beziehung zu den Kunden. Auch bei den Instrumentenmachern fehlt es, wie so oft im Handwerk, an Nachwuchs. Problem sei jedoch nicht die Nachfrage, sondern der generelle Mangel an Ausbildungsbetrieben. „Es sieht mau aus. Es gibt nicht viele Betriebe und wenige, die ausbilden.“ Es gebe zwar eine Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau in Mittenwald bei Garmisch-Partenkirchen, ansonsten herrsche aber eher der Mangel.
Kroners Leidenschaft für die Reparatur von Musikinstrumenten kann das allerdings nicht schmälern. Und ans Aufhören denkt er noch lange nicht. „Für mich ist es meine Leidenschaft. Ich werde es so lange machen, wie ich kann“, sagt der Neunburger im Brustton der Überzeugung.