1200 Besucher feiern Eröffnung der Berghütte auf dem Čerchov im Bayerisch-Böhmischen Wald

Bezirkstagspräsident und Landrat Franz Löffler sprach am Samstag von einem historischen Moment, als die neue Berghütte auf dem Cerchov offiziell ihrer Bestimmung übergeben wurde. Obwohl ein Wetter herrschte, bei dem man keinen Hund vor die Türe jagen würde, waren über 1200 Besucher von beiden Seiten der Grenze entweder mit dem Bus oder zu Fuß auf die mit 1042 Metern höchste Erhebung des Böhmischen Waldes gekommen. Einige Hartgesottene, wie Bürgermeister Markus Ackermann, waren sogar mit dem Mountainbike auf den Gipfel gekommen.
Letztlich war es auch ein freundschaftliches bayerisch-tschechisches Treffen und da konnten selbst stürmische Winde, Kälte, Regen und teilweise auch Nebel der guten Stimmung keinen Abbruch tun. Die Eröffnung der Berghütte war letztlich auch der Höhepunkt von zwei Jubiläen: einmal dem 120-jährigen Bestehen des Kurz-Turms und dem 20-jährigen Bestand der Verwaltung des Landschaftsschutzgebietes Ceský les (CHKO), was mit dem inwischen traditionellen „Tag des Böhmischen Waldes“ verbunden war, der mit einem attraktiven Programm verbunden war.
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Die Feier wurde auch zum Anlass genommen, den aktualisierten Wanderführer von Karl Reitmeier „Der Cerchov ist immer das Ziel“ vorzustellen und zu taufen.
Schon sehr früh waren die Interessenten Richtung Cerchov aufgebrochen, so dass bis zum offiziellen Start der Feierlichkeiten am Mittag schon genug Gelegenheit bestand, das Areal und die neue Berghütte sowie den Kurz-Turm zu besuchen.
Historischer Moment wie vor über 35 Jahren
Auf einer Bühne hinter der neuen Berghütte begannen die Feierlichkeiten mit einem Auftritt der Folkloregruppe aus Postrekov. Moderator Vladimír Štovícek traf den Nagel auf den Kopf, als er kurz mit einem Schmunzeln feststellte: „Das ist schlechtes Wetter – das ist Cerchov“. Er hieß neben den Besuchern auch die zahlreichen Ehrengäste willkommen, unter ihnen von bayerischer Seite Bezirkstagspräsidenten und Landrat Franz Löffler sowie die Bürgermeister Markus Ackermann (Waldmünchen) und Sandro Bauer (Furth im Wald), die sich freuten dort ihre tschechischen Bürgermeister-Kollegen Jan Bozdech (Klencí pod Cerchovem) und Stanislav Antoš (Domažlice) zu treffen.
Der Bürgermeister von Belá nad Radbuzou, Libor Picka, verwies als Vorsitzender der Euroregion Šumava-Bavorský les darauf, dass schon seit vielen Jahren Hand in Hand mit vielen Partnern ein gutes Projekt auf dem Cerchov geplant wurde und daraus sei nun diese Berghütte entstanden.
Der Cerchov ist immer eine Reise wert.
Chams Landrat Franz Löffler
Bezirkstagspräsident und Landrat Franz Löffler nannte die Eröffnung der Berghütte ebenso einen historischen Moment wie vor über 35 Jahren den Fall des Eisernen Vorhangs. Er erinnerte an viele gemeinsame Aktivitäten und lobte eine gute Zusammenarbeit. Er sprach die Hoffnung aus, dass es in der Berghütte zu vielen gemeinsamen Begegnungen kommt und nannte die Natur hier einzigartig. Löffler wies darauf hin, dass Frieden und Freiheit heute nicht mehr so selbstverständlich sind und deshalb gute Begegnungen umso bedeutsamer seien. „Der Cerchov ist immer eine Reise wert“, sagte er zu den Versammelten und überreichte an Bürgermeister Stanislav Antoš als Zeichen der Freundschaft das Landkreis-Wappen aus Glas, das künftig die neue Berghütte zieren wird.

Der Direktor der Verwaltung des Landschaftsschutzgebiets Ceský les, Dr. Tomáš Peckert bemerkte, dass seine Einrichtung in den vergangenen 20 Jahren viele Partnerschaften im Interesse des Naturschutzes aufgebaut hat, wobei er auch die Zusammenarbeit „mit den bayerischen Freunden“ herausstellte. All das Geschaffene diene auch den Touristen. Sein Dank richtete sich an alle, die zu diesem Ereignis beigetragen haben.
Bürgermeister Stanislav Antoš sprach die Hoffnung aus, dass die Berghütte ein Ort zum Feiern und Austausch wird. Er war sich sicher, dass hier durch die Unterstützung vieler Akteure ein Mehrwert geschaffen wurde. Antoš hatte darauf hingewiesen, dass es schon in den Vorkriegsjahren eine goldene Ära zwischen den Bewohnern von beiden Seiten am Cerchov gegeben hat. Diese goldene Ärä soll nun weiter fortgesetzt werden.
Band feierlich durchtrennt
Der ehemalige Leiter des CHKO, Jindrich Horácek und jetzige Leiter der AOPK (Agentur für Natur- und Landschaftsschutz der Tschechischen Republik) erinnerte sich an die ersten Gespräche wegen der Nutzung des Cerchovs mit dem damaligen Senator Petr Smutný und beglückwünschte das gesamte Chodenland zu dieser Berghütte. Danach wurde mit der Durchtrennung eines Bandes die Berghütte offiziell eröffnet und die Ehrengäste waren zu einem Buffet eingeladen, das die Firma Dejsicatering von Michael Cerný vorbereitet hatte.

Mit dem zweiten Teil der Feierlichkeiten und Festansprachen wurde die vom Projekt „Hindle“ unter der Leitung von Kristýna Pinkrová geschaffene Ausstellung zum 120. Jubiläum des Kurz-Turms mit dem Titel „Der Kurzturm: Das steinerne Gedächtnis des Cerchov“ vorgestellt, die im obersten Stockwerk des Aussichtsturm auf fünf großen Schautafeln präsentiert wird.
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Ferner stellte der Touristikclub Domažlice die 7. Broschüre von Vlasta Paroubková mit dem Titel „Die Geschichte von Cerchov“ vor, die um einen Beitrag über den Turm nach 1990 von Jan Benda ergänzt wurde. Bei dieser Gelegenheit hatte der Vorsitzende des Touristikclubs Domažlice. Petr Matejka, die wechselvolle Geschichte des Kurz-Turms beleuchtet und Kristýna Pinkrová verwies auf die Verantwortung, den Turm auch noch künftigen Generationen zur Verfügung zu stellen.

Vorgestellt und schließlich auch mit Sekt getauft wurde zudem noch der aktualisierte Wanderführer von Karl Reitmeier mit dem Titel „Der Cerchov ist immer das Ziel“. Er dankte Kristýna Pinkrová für die Organisation und den kommenden Vertrieb der Neuauflage. Ferner galt sein Dank Zuzana Langpaulová, die für die Ausgabe in der tschechischen Fassung gesorgt hatte. Beide Damen überraschte er mit einem Präsent. Sein Wunsch war es, dass der Cerchov weiter ein Berg der tschechisch-deutschen Freundschaft und der europäischen Verständigung bleibt.

Anschließend wurden die neuen Räumlichkeiten der Berghütte oder des Anbaus am Kurz-Turm aufgesucht, um sich vor Wind und Kälte zu schützen. Andere nahmen das Angebot des „Tag des Böhmischen Waldes“ an, wozu auch eine Wanderung mit dem Historiker Zdenek Procházka gehörte, die unter anderem auch zum Emerich-Brunnen (Emerichova Studánka) führte.
Aktuelle Informationen zur neuen Berghütte gibt es auf der Homepage unter www.chata-cerchov.cz/cs im Internet.