Ein Jahr nach dem Schreinerhaus-Abriss ist in Fischbach kein Spatenstich in Sicht

Von Cornelia Lorenz · 6. Oktober 2025 um 05:00

Vor genau einem Jahr ist das alte Schreinerhaus in Fischbach (Kreis Schwandorf) abgerissen worden. Seitdem hat sich auf dem 800 Quadratmeter großen Grundstück im Ortskern nichts mehr getan. Was wird aus dem geplanten Mehrfamilienhaus?

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Über viele Jahre hinweg hatte das etwa 200 Jahre alte Schreinerhaus sowohl bei den Fischbachern als auch im Nittenauer Stadtrat immer wieder für Diskussionen gesorgt. Seit 2007 gehörte das marode Gebäude der Stadt Nittenau. Die Frage, ob es abgerissen oder besser doch umfassend saniert werden solle, wurde lange Zeit äußerst kontrovers diskutiert.

Verkauf war langwierig

Schließlich hatten die Freien Wähler im November 2019 im Nittenauer Stadtrat mit ihrem Antrag Erfolg: Das Gremium stimmte zu, das immer baufälliger werdende Gebäude zu veräußern. Der Verkauf selbst erwies sich erneut als langwieriges Unterfangen und zog sich rund zweieinhalb Jahre hin.

Am Ende erwarb die Johann Wirkner GmbH aus Wackersdorf das Anwesen – und führte im Oktober 2024 den Abriss durch. Seitdem ist das Grundstück eine Brachfläche – und so mancher Fischbacher fragt sich, ob sich der Investor in der Zwischenzeit möglicherweise von seinen Plänen verabschiedet hat. Auf Nachfrage der Mittelbayerischen erklärte Bauherr Johann Wirkner, die Pläne für das Schreinerhaus-Areal derzeit auf Eis gelegt zu haben.

Die Fischbacher Ortsdurchfahrt hat eine Sanierung dringend nötig. Wann sie kommt, ist noch unklar. - Foto: Cornelia Lorenz

Sein Unternehmen sei im Moment mit anderen Projekten ausgelastet. Wirkner verweist dabei auf den bereits angelaufenen Bau von elf Wohnungen in Amberg und auf ein Großprojekt, das ihn 2026 beschäftigen wird. Gemeint ist damit der Bau einer Seniorenwohnanlage an der Amberger Straße in Schwarzenfeld mit 28 Wohneinheiten.

Wann konkret es auf dem Schreinerhaus-Areal in Fischbach weitergehen werde, sei derzeit noch nicht klar. An seinen Plänen für das Grundstück halte er jedoch fest, betont Wirkner. Entstehen soll hier ein Haus mit fünf Eigentumswohnungen, die über eine Wohnfläche zwischen 58 und 78 Quadratmeter verfügen. Geplant sind außerdem Garagen und Stellplätze.

Vorgaben durch den Denkmalschutz

Erschlossen wird der Neubau sowohl von der Nittenauer Straße als auch vom Steinweg aus. Beheizt wird er mit einer Luftwärmepumpe, auf das Dach kommt eine Photovoltaikanlage. Weil er in Sachen Denkmalschutz einige Vorgaben einhalten müsse, sei die Realisierung schwieriger als gedacht, so Wirkner.

Der Bauherr verweist zudem darauf, dass für das Dach keine gewöhnlichen Ziegel, sondern Biberschwanzziegel gefordert seien, außerdem Holzfenster – Dinge, die das Projekt teurer machen als geplant.

Doch nicht nur in Sachen Schreinerhaus-Grundstück ist derzeit in Fischbach Geduld gefragt: Auch die von vielen Bürgern gewünschte Sanierung der Ortsdurchfahrt braucht noch ihre Zeit. Zunächst müssten die Ergebnisse der Kanalbefahrung im Nittenauer Stadtgebiet vorliegen, sagt Bürgermeister Benjamin Boml (FW).

Prioritätenliste erstellen

Diese werden seinen Worten zufolge demnächst im Stadtrat präsentiert. Dann werde das Gremium mit Hilfe von Empfehlungen aus der Verwaltung eine Prioritätenliste in Sachen Straßensanierung absegnen.

Falls die Fischbacher Ortsdurchfahrt mit ihren vielen Schlaglöchern und Schadstellen auf der Liste weit vorne landet, könnten die Planungen nächstes Jahr über die Bühne gehen. Für das Jahr 2027 wäre in diesem Fall laut Boml die Erneuerung der Fahrbahn realistisch.