Bester Autosattler in Niederbayern und der Oberpfalz kommt aus Bad Kötzting

Von Stefan Weber · 4. Oktober 2025 um 08:00

Luxus-Karossen im Wert von einer Dreiviertelmillion Euro, Fahrzeuge, die kurz vor der Leasing-Rückgabe das eine oder andere Loch in Sitz oder Verkleidung aufweisen – das und vieles mehr gehört zur täglichen Arbeit des nicht ganz alltäglichen Berufs des Autosattlers. Der 19-Jährige Luca Hettenbach aus Bad Kötzting (Landkreis Cham) fertigt zwar am liebsten Motorrad-Sitze, wurde nun aber Kammersieger der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz mit etwas ganz anderem: mit dem Sitz für einen Bus.

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Polizist oder Soldat, das wären Berufe gewesen, die den damals 16-Jährigen nach seinem Realschul-Abschluss auch gereizt hätten, wie er erzählt. Letztlich sei es aber doch geworden, wofür er sich schon als Kind habe begeistern können: die Autosattlerei. Das kommt nicht von ungefähr. Vater Rudi Hettenbach hatte nach seiner Zeit bei der Bundeswehr die Autosattlerei am Stadtrand gegründet, als Luca geboren wurde. Und so wuchs der Nachwuchs von klein auf in das Handwerk hinein. An den ersten Handgriffen in der Werkstatt habe er sich wohl im Alter von acht Jahren versucht, sagt sein Vater, der sichtlich stolz auf den Kammersieg seines Sohnes ist.

Unter dem großen Dach der Sattler gibt es viele Richtungen: Schuster gehören dazu, Feintäschner, Raumausstatter, Spezialisten für Reitsport und eben Autosattler. Alles für sich genommen spezialisierte Berufe, und darum gab es als Vorgabe auch eine spezielle Aufgabe für die Autosattler.

Bussitz als Gesellenstück

Ein Bussitz war das Gesellenstück, das jeder der 15 Schüler in der Klasse der Autosattler in der Berufsschule in Mainburg am Prüfungstag fertigen musste. Kunstleder und Velours musten zum Einsatz kommen, die Nähte zur Sitzfläche sauber abgesetzt werden. Eine Aufgabe, die letztlich bei einer Gesamtnote von 1,9 niemand besser erledigt hat als Luca Hettenbach. Als Kammersieger werde es nun im November weiter zum Wettbewerb auf Landesebene gehen, wieder an der Schule in Mainburg.

Werkzeuge gibt es einige – die wichtigsten sind aber der Sattler-Hammer und die Schere. - Foto: S. Weber

Gelernt hat Luca Hettenbach dort, wo er künftig auch arbeiten wird – bei seinem Vater in der Werkstatt in Bad Kötzting. „Wir sind im Landkreis Cham die einzigen Autosattler, die das professionell machen, glaube ich“, sagt Rudi Hettenbach. Die nächsten Autosattler befänden sich in den größeren Städten wie Straubing oder Regensburg. Für den 19-jährigen Luca kein Problem, auch in Zukunft mit seinem Vater zusammenzuarbeiten. „Wir können bei Beruf und privat gut die Grenzen ziehen“, sagt Luca Hettenbach, „und wir haben auch privat einfach ein sehr gutes Verhältnis.“

Erweiterung geplant

Als nächstes steht nun auch der Meistertitel für den 19-Jährigen an. Schließlich würde sich sein Vater freuen, den von ihm gegründeten Betrieb in die nächste Generation führen zu können. Aktuell ist neben Vater und Sohn noch ein weiterer Mitarbeiter in der Autosattlerei beschäftigt. Über Mangel an Arbeit könne der Betrieb nicht klagen, sagt der Chef, ganz im Gegenteil. In Erweiterung der bestehenden Halle denke er schon über eine Lager-Erweiterung nach, einen seit einigen Jahren ungenutzten Raum wolle er reaktivieren.

Handwerk ist immer eine gute Entscheidung: Du kannst über Dich hinauswachsen und jeden Tag stolz auf das Ergebnis sein, das Du mit eigener Hand erreicht hast.

Luca Hettenbach

Gedanken über die Weiterführung der Autosattlerei scheint sich der Vater wohl nicht machen zu müssen. Wenn Luca Hettenbach über seine Freizeit spricht, dann gehört auch da die Arbeit am Interieur seines eigenen Autos dazu – außerdem steht für ihn fest: „Handwerk ist immer eine gute Entscheidung: Du kannst über Dich hinauswachsen und jeden Tag stolz auf das Ergebnis sein, das Du mit eigener Hand erreicht hast.“ So spricht, wer seinen Traumberuf gefunden zu haben scheint.