Krise bei der Winkerlinger Wehr: Kommandanten sind zurückgetreten – wer rückt nach?

Mit der Freiwilligen Feuerwehr Winkerling steckt aktuell eine stark beanspruchte Einsatzgruppe des Städtedreiecks in der Krise. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht, die beiden Kommandanten, Dominik Barth und Rafael Daschner, seien fast zeitgleich zurückgetreten. Die Suche nach Nachfolgern könnte schwierig werden.
Vor einigen Wochen schon, so bestätigte Bürgermeister Rudolf Seidl (UWM) auf Anfrage der Redaktion, war das Führungsduo Barth/Daschner gemeinsam im Rathaus aufgetaucht, um sich beim Chef der Verwaltung einen Termin geben zu lassen. Dabei hätten sie dann wenige Tage später erklärt, sie sähen sich gezwungen, ihre Ämter niederzulegen.
Bürgermeister Seidl wurde überrascht
Barth hat dies dem Vernehmen nach mit sofortiger Wirkung getan. Die Aufgaben, die mit dem Kommandanten-Amt verbunden seien, hätten sich als wesentlich umfangreicher herausgestellt, als im Vorfeld angenommen, soll er gesagt haben. Daher müsse er die Reißleine ziehen. Daschner habe „persönliche und berufliche Gründe“ geltend gemacht, sich aber immerhin bereiterklärt, übergangsweise ein paar Wochen dranzuhängen.
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Seidl wurde von den Rücktritten überrascht. Im Januar, bei der Jahresversammlung der Feuerwehr, hatte er den Aktiven nicht nur für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Allgemeinheit gedankt, sondern auch seiner Freude darüber Ausdruck verliehen, dass in Winkerling „alles wie geschmiert läuft“.
Nun musste der Bürgermeister zur Kenntnis nehmen, dass dies doch nicht der Fall ist. Aber als Dienstherr der Feuerwehren im Stadtgebiet akzeptierte er die Erklärungen der Amtsträger, denn als erwachsene Leute wüssten diese schon, was sie tun.
Kurios: Beim gut besuchten Tag der offenen Tür, zu dem die Wehr erst am Wochenende geladen hatte, war von der Krise nichts zu spüren. Mit keinem Wort sei sie zur Sprache gekommen, hieß es.

Dies ist erstaunlich, denn auf Nachhaken der Redaktion bestätigten mehrere , der Wehr nahe stehende Personen unabhängig voneinander, die Erklärungen der bisherigen Kommandanten spiegelten nur die halbe Wahrheit wider.
Tatsächlich gehe es um einen länger schwelenden Machtkampf innerhalb der Truppe, die in zwei Lager gespalten sei. Auch spielten enttäuschte Ambitionen einer bestimmten Person eine Rolle, die vor einiger Zeit darauf gehofft habe, auf Kreisebene der Feuerwehr ein Amt zu ergattern. Das Rennen habe aber ein anderer Kamerad gemacht, der aus Winkerling stamme.
Niemand will sich die Finger verbrennen
Mit seinem Namen will sich zu dieser Version öffentlich niemand bekennen. Damit verbrenne man sich nur die Finger, heißt es. Und die Gräben würden sich weiter vertiefen. Auch Kreisbrandrat Christian Demleitner wollte sich bezüglich der angeblich umstrittenen Amtsvergabe nicht zu einer Aussage hinreißen lassen. Er beteilige sich grundsätzlich nicht an Spekulationen, sagte er. Die Feuerwehr solle ihre Probleme auf lokaler Ebene selbst lösen.
Dominik Barth war erst im Frühjahr vergangenen Jahres zum Kommandanten gewählt worden. Er löste damit Werner Hirsch ab, der das Amt 17 Jahre bekleidet hatte. Für die Nachfolge war Barth sein Wunschkandidat gewesen. Er habe ihn quasi dafür aufgebaut, sagte Hirsch. Rafael Daschner wurde zum Stellvertreter Barths ernannt, Weder er, noch Barth wollten mit der Redaktion über ihre Rücktritte reden. Barth ließ sich aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen, Daschner reagierte auf Bitten um Rückruf nicht. Hirsch bat darum, die Kameraden in Ruhe zu lassen. So gelinge es ihnen am besten, die Krise zu bewältigen.
Belastung für die Führung soll sinken
Bürgermeister Seidl gab unterdessen bekannt, dass man bereits eine Möglichkeit gefunden habe, wie die Belastung für künftige Kommandanten reduziert werden könnte. Daher soll der Stadtrat am 9. Oktober beschließen, künftig zwei Stellvertreter wählen zu lassen. Bei der FF Burglengenfeld gibt es bereits diese Struktur. Auch ein Termin für die Kommandanten-Wahl steht: Sie soll am 7. November stattfinden.
Angesichts der Situation ist es allerdings alles andere als sicher, dass sich die Gemüter bis dahin soweit beruhigt haben und auf Anhieb drei potenzielle Führungskräfte gefunden werden, die breite Akzeptanz finden. Eventuell wird die Stadt gezwungen sein, vorübergehend einen Notkommandanten zu benennen.