Platz für 140 Wohnhäuser im Landkreis Regensburg: Baugebiet Sixenfeld wird konkret

Grüne Wiesen erstrecken sich, wo in Zukunft einmal 140 Wohnhäuser stehen könnten. Das 14 Hektar große Baugebiet Sixenfeld in Hemau (Landkreis Regensburg) ist seit 2023 in Arbeit, jetzt präsentiert das Planungsbüro einen vorläufigen Entwurf mit Straßenverläufen, Grünflächen und Ideen für ein „Quartierszentrum“.
Diesen Entwurf stellte Bernhard Bartsch vom gleichnamigen Sinzinger Büro am Dienstagabend dem Stadtrat von Hemau vor. Bald soll das laut Bartsch „jetzt sehr aussagekräftige“ Ergebnis auch öffentlich ausliegen und im Detail für alle Bürger online einsehbar sein – auf der „Digitalen Amtstafel“ auf www.hemau.de soll es zeitnah erscheinen. Und wie könnte es nun mal aussehen, das Sixenfeld?
Ein wenig wie eine Torte, die man sehr ambitioniert in drei Stücke geteilt hat, stellt sich die Wohnbebauung im Entwurf dar. Voneinander getrennt sind sie durch schmale, sternförmig von der Mitte aus verlaufende Grünstreifen. Im Herz des Ganzen: ein „Quartierszentrum“, wie es Bartsch nennt: ein kleiner Platz um den herum bestenfalls einmal gemeinschaftlich genutzte Gebäude stehen könnten – ob nun eine Kita, ein Bäckereicafé oder etwas anderes. Ziel sei, einen Treffpunkt zu schaffen und nicht nur ein Meer von Häusern. Inwiefern sich für die Bebauung um einen Platz herum Investoren oder gemeindliche Nutzung finden, sei natürlich offen, so Bartsch. Ohnehin grenzt das Baugebiet Sixenfeld im Süden an den Volksfestplatz an und ist somit nur einen Steinwurf vom demnächst dort entstehenden Naherholungsgebiet entfernt.
Neuer Wohnraum für Hunderte Menschen
Doch Treffpunkt hin oder her, elementares Ziel des Baugebiets ist natürlich die Schaffung von Wohnraum. Mit 14 Hektar hat das Sixenfeld Potenzial für eine Menge davon. 140 Stück sind in dem ersten Entwurf eingezeichnet, davon 104 Einfamilienhäuser, 16 Mehrfamilienhäuser, acht Doppelhaushälften und zwölf sogenannte Gartenhofhäuser. Zwei Drittel der gesamten 14 Hektar werden reines Brutto-Bauland sein, neben Straßen und Grünflächen.

Ganz schön viel Bauland für eine Stadt wie Hemau, oder? Nun, nach einem drastischen Einbruch der Bauland-Nachfrage vor drei Jahren aufgrund hoher Zinsen werden in Bayern noch immer viel weniger Baugrundstücke verkauft als früher. Zwar ging die Nachfrage zuletzt leicht nach oben, doch im vergangenen Jahr waren es mit 8000 Grundstückskäufen immer noch drastisch weniger als die über 18.000 Käufe im Jahr 2021. Dass das Baugebiet Sixenfeld aber in Hemau dennoch sinnvoll dimensioniert sei, habe auch die Regierung abgesegnet, sagt Bernhard Bartsch. „Die höhere Landesplanungsbehörde hat den Bedarf geprüft und gesagt: Ja, ist in Ordnung.“ Zwei Straßen ermöglichen auf lange Sicht sogar die Erweiterung des Sixenfelds nach Norden.
Ein Bolzplatz im Hochwasserbecken
Auch der Stadtrat von Hemau ist mit den Ausführungen zufrieden und billigte den Entwurf des Planungsbüros einstimmig. Dennoch wurden bei der Sitzung auch rund eine Stunde lang Detailfragen besprochen. Größter Punkt: das Wasser. Einerseits wiesen einige Stadträte, allen voran Franz Xaver Ziegaus (FW) auf die Belastung hin, die 140 Häuser auf das bestehende Hemauer Kanalsystem haben könnten. Andererseits haben sich die Planer, wie es bei modernen Planungen längst gang und gäbe ist, intensiv mit der Bedrohung durch Hochwasser und Starkregen auseinandergesetzt. Mehrere Rückhaltebecken innerhalb der Grünflächen sollen die Wohnhäuser im Notfall schützen.

Eines betont aber Planer Bernhard Bartsch vorweg: „Es werden keine Krater!“ So soll das zentrale Hochwasserrückhaltebecken in der Mitte des Baugebiets eine rund einen Meter tiefe Mulde mit flacher Böschung sein, „in der man vielleicht auch Bolzplatztore aufstellen kann für Kinder zum Fußballspielen“. Im Normalfall würden Spaziergänger diese einfach als tieferliegende Wiese wahrnehmen, wirklich mit Wasser gefüllt wäre das Becken erst bei einem 100-jährigen Hochwasser.
Könnte ein Wärmenetz kommen?
• Plan: Für Diskussion sorgte ein winziges Gebäude auf den Plänen mit der Aufschrift „Technikzentrale“. Hier, so Bartsch, könnte einmal Technik für ein kaltes Nahwärmenetz drin sein, solle sich die Gemeinde für ein solches entscheiden. „In Schierling funktioniert so eines bisher sehr gut“, sagt Bartsch.
• Funktion: So ein kaltes Netz würde nicht etwa Heizwasser aus einem Kraftwerk liefern, erklärt Bartsch. Viel mehr würde eine Sole durch Rohre im Boden gepumpt. Diese Sole wäre auch im Winter noch 15 Grad warm, könnte in privaten Wärmepumpen genutzt werden und so den Häuslebauern enorm Strom sparen.
• Machbarkeit:Bürgermeister Herbert Tischhöfer und der Stadtrat sprachen sich bereits für eine Machbarkeitsstudie aus, Stadträtin Petra Lutz (SPD) gab zu bedenken, dass man hinterfragen müsse, ob man allen 140 Häuslebauern dann eine Anschlusspflicht auferlegen wolle – selbst wenn das Netz ökologisch und wirtschaftlich viele Vorteile habe.