Wurde Hund in Büchelkühn vergiftet? Mischling Josie begann plötzlich zu erbrechen

Von Caroline Keller · 29. September 2025 um 19:00

Diesen Tag wird Tamara Wieland (20) aus Büchelkühn im Landkreis Schwandorf wohl nicht so schnell vergessen. Nachdem sie am 9. September ihre Katze Jeanny tot auf der Straße aufsammeln musste, fing die Mischlingshündin Josie auch noch an zu erbrechen und alle Zeichen deuteten auf eine Vergiftung hin. Darauf folgten einige Tierarztbesuche und schlaflose Nächte.

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Knapp zwei Wochen später kann Tamara Wieland aus Büchelkühn wieder durchatmen. Dem zwei Jahre alten Mischling Josie geht es wieder besser und sie rennt freudig bellend durch den Garten. Für selbstverständlich nimmt die 20-jährige Verwaltungsfachangestellte das nicht. Sie hatte sich schon das Schlimmste ausgemalt: „Auf dem Weg in die Tierklinik habe ich mich kurz gefragt, was ich eigentlich mache, wenn ich ohne meinen Hund wieder nach Hause fahren muss.“

Denn die junge Frau und ihr Hund sind unzertrennlich. Der Mischling fand seinen Weg nach Büchelkühn über den Tierschutz. Wie das Frauchen erzählt, hatte Josie nicht den besten Start ins Leben: „Man weiß nicht viel über sie, nur dass sie mit ihrer Mutter am Straßenrand in Rumänien gefunden wurde.“ Eine Tierschützerin habe den damals etwa fünf bis sechs Monate alten Hund aus einer Tötungsstation gerettet. Als die Büchelkühnerin Josie gesehen hatte, war es Liebe auf den ersten Blick: „Ich habe sie gesehen und wollte sie haben.“ Sie ist der erste eigene Hund der jungen Frau.

Zwei Verluste in kurzer Zeit

Neben Josie lebten mit Wieland noch zwei Katzen unter einem Dach. Jedoch musste die 20-Jährige mit wenigen Wochen Abstand zwei Verluste hinnehmen. Am 9. September in der Früh hatte Wieland erfahren, dass ihre Katze Jeanny tot auf der Straße liegt. Nur drei Wochen vorher war die andere Katze verstorben. Wieland berichtet, wie sie Jeanny nach Hause gebracht hatte, „damit Josie sich verabschieden kann“. Hund und Katze seien in den vergangenen Wochen eng miteinander geworden.

Am selben Tag begann der Mischling zu erbrechen. Erst habe Wieland gedacht, das wäre der Schock über den Tod der Katze. Ein Telefonat mit einer Tierärztin ergab, dass eine solche Reaktion bei Tieren durchaus möglich sei. Der Hund solle sich entspannen. Das Frauchen hatte aber ein ungutes Gefühl bei der Sache: „Gefühlt musste Josie sich im fünf-Minuten-Takt übergeben.“ Als der Hund zu zittern begann und apathisch wurde, fackelte Wieland nicht lange und fuhr mit der Hündin in die nächste Tiernotklinik.

Mittlerweile mag sie wieder spielen. In der Woche nach dem Vorfall wollte die Hundedame nicht in die Wiese gehen. - Foto: Martin Kellermeier

Sie befürchtete, dass der Vierbeiner einen Giftschock habe. Dies bestätigte sich dann in der Tierklinik. Die Tierärzte vor Ort behandelten Josie mit dem Verdacht auf Intoxikation und verschrieben Kohletabletten. Diese wirken bei Hunden entgiftend.

Josie schien vorerst aus dem Schlimmsten raus zu sein. Ihr Frauchen berichtet, dass die Aktivkohle auch geholfen habe, jedoch nur für einen Tag. Dann habe der Mischling wieder erbrochen. Wieder fuhr Wieland mit Josie zum Tierarzt, dieses Mal zum Tierarzt ihres Vertrauens. Ein Blutbild habe ergeben, dass Josie an einer Vergiftung leide. Der Hund habe Spritzen bekommen und werde nun mit Tabletten behandelt. Ein Blick auf die Tierarztrechnungen ergibt eine Summe von mehr als 700 Euro.

Keine weiteren Fälle bekannt

Eine Frage lässt der 20-Jährigen Wochen später keine Ruhe: Wie konnte es zu der Vergiftung überhaupt kommen? Josie sei laut ihrem Frauchen nicht ausgebüxt und auch nicht verfressen: „Sie nimmt von Fremden kein Futter an.“ Auch im Garten, wo der Mischling herumtollen kann, habe die Büchelkühnerin nichts Verdächtiges gefunden. Nur eine Sache habe sie stutzig gemacht: „Josie ist in der ersten Zeit nicht in die Wiese gegangen, wollte dort weder spielen noch ihr Geschäft verrichten.“

Josie ist eigentlich der liebste Hund auf der Welt.

Tamara Wieland, Josies Frauchen

Auch könne sich die 20-Jährige nicht vorstellen, dass jemand etwas gegen ihren Hund habe. Wieland ist sich sicher, dass die Nachbarn den ehemaligen Straßenhund lieben würden, auch wenn sie viel belle: „Josie ist eigentlich der liebste Hund auf der Welt.“ Jemanden verdächtigen könne sie nicht, auch wenn mehrere Leute sich bei ihr gemeldet hätten und einen Hundehasser vermuten würden. Die Polizeiinspektion Schwandorf kann aber hier Entwarnung geben. Polizeioberkommissar Stefan Dirnberger informiert auf Nachfrage der MZ, dass keine weiteren Fälle bekannt seien.

Für Wieland bleibt nur zu hoffen, dass Josie nicht noch einmal vergiftet wird und auch keine bleibenden Schäden davonträgt. Ein komisches Bauchgefühl bleibe, auch wenn Josie mittlerweile wieder freudig bellend im Garten einem Spielzeug hinterher jagt.