Paukenschlag bei Schwandorfs Tierschutzverein: Gabi Hahn lehnt Ehrenmitgliedschaft ab

Mehr als zehn Jahre gab es beim Tierschutzverein Stadt und Landkreis Schwandorf kein neues Ehrenmitglied mehr. Bei der Mitgliederversammlung am Freitag wollten die Anwesenden dann gleich drei Personen diese Würde zukommen lassen. Doch eine der Ernannten, die langjährige Vorsitzende Gabi Hahn, will aus Gründen die Ehrenmitgliedschaft nicht annehmen.
Gewöhnlicherweise werden Ehrenmitglieder von der Versammlung einstimmig bestimmt. Beim Tierschutzverein war das am Freitagabend nicht so. Keine der drei Frauen, die diesen Titel erhalten sollten, wurde mit 100 Prozent gewählt.
Dennoch deutlich war das Votum bei Renate Müller und Marianne Walden. Beide engagieren sich laut der Vize-Vorsitzenden Jana Nießen seit mehr als 40 Jahren im Tierschutzverein. Müller habe über Jahre den Posten als stellvertretende Vorsitzende inne gehabt und stets mit angepackt. Noch heute sammle sie Spenden und besuche mehrmals wöchentlich das Tierheim.

Auch Marianne Walden, mittlerweile über 90 Jahre alt, war laut Nießen „jahrzehntelang eine unverzichtbare Stütze“ im Tierheim. Sie habe Aufgaben übernommen, die man nur „mit Herzblut, Verlässlichkeit und unglaublicher Beständigkeit“ ausüben konnte. Die Seniorin sei noch immer als Spendensammlerin aktiv.
Ein deutliches Votum der Mitglieder blieb aus
Gabi Hahn, die über Jahrzehnte an der Spitze der Vorstandschaft stand, sollte ebenfalls Ehrenmitglied werden. Doch bei der Schwandorferin blieb ein deutliches Votum der anwesenden Mitglieder aus. Zunächst wäre ihre Wahl zum Ehrenmitglied sogar durchgefallen, erst als Gegenstimmen und Enthaltungen nochmals gezählt wurden, fand sich eine Mehrheit.
Auf Anfrage der MZ erklärte Hahn, dass sie zu der Versammlung nicht eingeladen worden war. „Normalerweise macht man das aber so, wenn man jemanden zum Ehrenmitglied wählen möchte“, stellte die Schwandorferin fest. Sie war nach der Abwahl ihrer bisherigen Vorstandschaft im März als Vorsitzende zurückgetreten und hatte kurze Zeit später auch ihre Mitgliedschaft beim Tierschutzverein aufgegeben. Auf eine Verabschiedung ihrer Person und ihrer Vorstandskollegen habe sie vergeblich gewartet. „Der Anstand gebietet das einfach. Davon hält man aber wohl in der neuen Vorstandschaft nichts“, konstatierte Hahn.
Die Freude hält sich in Grenzen, denn nach meinen Informationen war die Abstimmung denkbar knapp.
Gabi Hahn, langjährige Vorsitzende des Tierschutzvereins Stadt und Landkreis Schwandorf
Dass man sie nun „nur auf Druck von einzelnen Mitgliedern und ohne breite Zustimmung der derzeitigen Vorstandschaft“ zum Ehrenmitglied wählte, sei in ihren Augen wertlos. „Die Freude hält sich in Grenzen, denn nach meinen Informationen war die Abstimmung denkbar knapp“, erklärte sie. Die Ehrenmitgliedschaft lehne sie daher ab.
Gabi Hahn fühlt sich in ihrem Rücktritt bestätigt
Sie fühle sich nun in ihrem Rücktritt bestätigt, mit der vorherrschenden Atmosphäre im Verein könne sie sich „nicht mehr identifizieren“. Hahn wolle „in keiner Weise mehr Teil dieser Organisation sein“, das Tierheim bleibe ihr aber „im Herzen“. „Ob ich mich jemals wieder dort engagieren möchte, kann ich jetzt nicht abschließend beantworten“, sagte die langjährige Vorsitzende.
Das Tierheim habe sie mit ihrer Vorstandschaft „in ordentlichem und modernisiertem Zustand“ übergeben. Sie wünsche der neuen Führung nun eine „glückliche Hand“, damit sich die Einrichtung und der Verein wieder „einen guten Ruf“ erarbeiten.