Rettungszentrum Regensburg vergibt den Rescu-Preis gleich dreimal

Auszeichnung für besondere Rettungsaktionen: Unfallhelfer, Feuerwehr und Hubschrauberpiloten werden bei der Veranstaltung in Regensburg geehrt. „Es ist beruhigend, zu wissen, dass es Menschen wie sie gibt“, sagte Bürgermeisterin Astrid Freudenstein.
Amokläufe, Busunfälle, chemische Gefahrenlagen – in besonderen Einsatzszenarien sind Professionalität, Teamgeist und besonnenes Handeln essenziell für den erfolgreichen Einsatz zum Wohle der Patienten und zur Sicherheit der Einsatzkräfte. Am Samstagvormittag widmete sich das Rettungszentrum Regensburg (RZR) im Rahmen der Fachtagung Rescu 2025 genau solchen besonderen Lagen. In einem notfallmedizinischen Symposium sollte nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch der Austausch gefördert und der Blick für Herausforderungen jenseits des Alltags geschärft werden.
„Ich war wirklich überrascht, dass wir so viele Teilnehmer hatten“, sagte der Vorsitzende des RZR, Professor Dr. Markus Zimmermann. Die Rettungskräfte, unter ihnen Notfallsanitäter und Notärzte, erfahrene Feuerwehrmänner und -frauen sowie auch Luftretter erfuhren teils interessante Fallbeispiele und was jeweils in diesen Notlagen zu tun ist.
Blitzschnell reagiert
Höhepunkt neben all diesen Vorträgen war die Verleihung des Rescu-Preises. Dieser Preis ehrt Hilfsorganisationen oder Personen, die sich in außergewöhnlichen Einsätzen durch ihr Wissen, ihr besonnenes Handeln sowie ihr Engagement hervorgetan haben. Einer der drei Preise ging an zwei Ersthelfer nach einem schweren Verkehrsunfall, die Feuerwehren Kallmünz und Traidendorf sowie den Rettungsdienst.
Albert Nießl und Alois Winkler arbeiteten an dem Tag des Unfalls auf dem Dach eines Anwesens, als ein Auto in der Nähe gegen einen Baum fuhr. Sie hörten einen lauten Knall und wussten sofort, was zu tun ist. Noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr, die sie gleich alarmiert hatten, rannten sie mit einer Kettensäge zum Unfallort und leisteten Erste Hilfe, nachdem sie einen schweren Ast, der auf dem Auto lag, mit der Säge entfernten. Die Feuerwehren befreiten den Verunfallten dann aus dem völlig zerstörten Fahrzeug.

Die Feuerwehren aus Teublitz und Regenstauf kamen zu einem schweren Unfall auf der A93, als dort ein LKW die Mittelleitplanke durchbrach und mehrere Fahrzeuge schwer beschädigte. Dank der besonnenen Vorgehensweise der Rettungskräfte konnte schnell gehandelt werden, eine eingeklemmte Person wurde mittels Rettungsspreitzer befreit.
Bei einem weiteren nicht alltäglichen Fall half die Besonnenheit von Hubschrauberpiloten des ADAC. Sie wurden wie einige Feuerwehren zu einem Unglück auf einem Acker gerufen. Dort war ein Landwirt mit seinem Arm in eine Erntemaschine gezogen worden. Durch den starken Blutverlust drohte der Mann an Ort und Stelle zu verbluten. Weder ein Transport noch eine Bluttransfusion waren möglich, da kein Blut vor Ort war. Die Flugrettung des ADAC startete daraufhin nochmals und holte aus einem nahen Klinikum Blutkonserven und kehrte an die Unglücksstelle zurück.

„Erfolge nach außen tragen“
„Es ist beruhigend, zu wissen, dass es Menschen wie sie gibt, die sich damit professionell und auch ehrenamtlich auf höchstem Niveau auseinandersetzen und sogar an einem Samstag ihre Freizeit opfern und sich fortbilden“, sagte Bürgermeisterin Astrid Freudenstein. Landrätin Tanja Schweiger betonte, dass man ein sehr großes Netzwerk der unterschiedlichen Hilfsorganisationen habe. Dieses Netzwerk greife sehr gut ineinander. „Draußen an den Unglücksorten funktioniert alles sehr schnell und gut – das ist kein Selbstläufer. Man muss immer wieder üben und die Menschen, die Verantwortung tragen, müssen sich verstehen“, sagte die Landrätin.
Man dürfe durchaus stolz sein auf das, was man zusammen geschaffen habe. „Ich habe oft das Gefühl, dass der Oberpfälzer mehr arbeitet als er redet, deshalb möchte ich euch ermuntern, die Erfolge, die ihr habt, auch nach draußen zu tragen.“