Ex-Kaufhof in Regensburg: Aktivisten fordern freies Jugend- und Kulturzentrum

Von Daniel Pfeifer · 25. September 2025 um 16:07

Was tun mit dem leerstehenden Kaufhaus am Neupfarrplatz? Diese Frage beschäftigt Regensburg seit der Schließung vor über einem Jahr. Die Gruppe „Galeria für Alle“ hat nun eine Petition an den Stadtrat gestartet und fordert, dass das Gebäude zu einem selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrum werden soll.

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Dieses Zentrum soll „selbstverwaltet von Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Anwohnenden organisiert“ werden und könne Graffiti-Angebote oder eine Skate-Halle beinhalten, was nebenbei Probleme wie Vandalismus oder Konfrontation von Skatern und Anwohnern verringern solle. So heißt es in einer Pressemitteilung. „Ein selbstverwaltetes Jugend- und Kulturzentrum ist ein Ort für kulturellen und sozialen Austausch. Es ist ein dringend notwendiger, zentraler und kostenloser Raum für Jugendliche, denen durch Kommerzialisierung und steigende Preise immer mehr Orte genommen werden“, schreibt die Gruppe „Galeria für Alle“ in einer Pressemitteilung, die über die laut eigenen Angaben antikapitalistische Gruppe „Aufbruch“ geschickt wurde.

Auch in unserer jüngsten Umfrage unter Regensburger Bürgern wünschten sich einige einen Kulturort.

Neben den 380 Online-Unterschriften (Stand: Freitag Vormittag) organisieren die Aktivisten am Samstag einen Infostand am Ex-Kaufhof. Auf schriftliche Nachfrage, wer die Verantwortung und die Betriebsführung sowie Finanzierung inklusive Kaufpreis, Umbau- und Unterhaltskosten übernehmen soll, teilt die Gruppe mit, dass an der Umsetzung noch gearbeitet werde. Eine Vereinsgründung dazu sei denkbar, man wolle sich auch am Jugendzentrum Burglengenfeld orientieren. Die Finanzierung anfangs solle aber „von der Stadt übernommen werden“, heißt es. Laufende Kosten, hofft die Gruppe, sollen Spender und Mitglieder zahlen.

Bei ähnlichen, meist aber deutlich kleineren selbstverwalteten Zentren, wie es sie zum Beispiel in Nürnberg gibt, zahlen generell Stadt oder private Spender. Zumeist übernehmen Vereine und hauptamtliche Angestellte organisatorische Aufgaben bei diesen Zentren mit wenigen Ausnahmen wie dem berühmten AU Frankfurt, einem selbstverwalteten Kulturzentrum in einer seit Jahrzehnten besetzten Villa, wo auf feste Strukturen verzichtet wird.

Hinweis: In einer früheren Version des Artikels wurde die Gruppe „Aufbruch“ als Initiatorin der Petition genannt, nachdem die Pressemitteilung wie auch die Korrespondenz über den offiziellen E-Mail-Account von „Aufbruch“ versendet wurde. Dies geht auf einen Fehler der Gruppe „Galeria für Alle“ zurück, wie diese berichtigt. Sie habe nach eigenen Angaben den E-Mail-Account von „Aufbruch“ lediglich vorübergehend genutzt, da noch kein eigener existierte, teilt die Gruppe mit.