Waldbrand beim „Pfenningfelsen“: Waldmünchner Aktive üben unter erschwerten Bedingungen

Von Mittelbayerische Zeitung · 25. September 2025 um 11:00

Es war ein anspruchsvolles Übungsszenario, das sich die Verantwortlichen im Inspektionsbereich Waldmünchen zum Auftakt der Brandschutzwoche ausgesucht hatten: Ein Waldbrand beim „Pfennigfelsen“ am Gibacht, der für die Einsatzkräfte nur schwierig zu erreichen war und der eine genaue Koordination der insgesamt zwölf eingesetzten Feuerwehren verlangte. Am Ende klappte es gut trotz der einsetzenden Nacht und stürmischer Böen.

Der Waldbrand am Zwirenzl im April hat deutlich gemacht, wie schwierig und zeitaufwendig solche Einsätze sind. Von daher war es Kreisbrandmeister Andreas Bierl wichtig, dass auch weitere schwer erreichbare Stellen im Schutzgebiet beübt werden. Der „Pfennigfelsen“ am Gibacht war das passende Objekt, denn vor zwei Jahren bauten die gleichen Feuerwehren eine Wasserversorgung von Althütte zum Gibacht auf. Nun also die logische Fortsetzung, als KBM Bierl um 18.30 Uhr die Wehren zur Übung per Funk alarmierte. Er wurde unterstützt von den KBM Toni Semmelbauer, Benjamin Wachter und Martin Holler, als Beobachter fungierten außerdem 2. Bürgermeister Martin Frank, EKBI Anton Ruhland, PHK Bianca Drechsel und mehrere Bergwachtler aus Furth im Wald.

Alle Wehren aus dem KBM-Bereich Waldmünchen setzten sich in Bewegung und steuerten zunächst den Parkplatz in Gibacht an, der als Bereitstellungsraum auserkoren wurde. Dort bekamen die Feuerwehren aus Althütte, Ast, Herzogau, Hocha, Höll, Prosdorf, Schäferei, Spielberg, Ulrichsgrün, Untergrafenried und Waldmünchen ihre Übungsaufträge: Von einem Faltbehälter mit 5000 Liter Fassungsvermögen auf dem Parkplatz sollte eine lange Förderleitung hin zum „Pfennigfelsen“ aufgebaut werden, verstärkt mit mehreren Pumpen. Circa 1400 Meter Schlauchleitung waren zu verlegen.

Der Faltbehälter mit 5000 Litern wurde am Parkplatz Gibacht installiert. - Foto: Benni Schlegl

Am angenommenen Brandgebiet sollten die Feuerwehren aus Ast und Waldmünchen den Waldbrand mit spezieller Ausrüstung eindämmen. Zum Transport der Waldbrandausrüstung hin zum „Pfennigfelsen“ wurden drei UTVs (kleine und wendige Geländefahrzeuge) zum Ausprobieren hinzugezogen. Der Faltbehälter wurde von der FFW Waldmünchen installiert und mit Tanklöschfahrzeugen aus Furth im Wald und Waldmünchen mit Wasser aus Althütte versorgt.

Trotz der schwierigen Verhältnisse verlief die Übung gut. Die Einsatzfahrzeuge fuhren koordiniert in den Wald, die Schlauchleitung wurde wegen des starken Windes nur für rund 900 Meter aufgebaut und war nach rund einer Stunde mit Wasser am Strahlrohr gefüllt.

Die Besprechung fand im Gerätehaus in Waldmünchen statt. Dabei machte KBM Martin Holler darauf aufmerksam, dass alleine zum Befüllen der Schlauchleitung rund 6000 Liter Wasser benötigt würden, die Übung aber gut strukturiert ablief. Seine Kollegen Wachter und Semmelbauer sprachen von einem guten Verlauf, was KBM Bierl bestätigte. „Die Übung war anspruchsvoll und der Weg hin zur Brandstelle eine Herausforderung. Ein Kompliment an euch!“ Auch Martin Frank sprach seine Anerkennung aus, insbesondere angesichts der widrigen Umstände.

Zuletzt war es PHK Bianca Drechsel, die Waldbrände als realistische Szenarien sah. Sie selbst fuhr auf einem UTV mit und sagte: „Das UTV ist ein mega Spielzeug, aber ebenso eine gute Hilfe und Erleichterung für die Einsatzkräfte.“ Und so blieb die Erkenntnis, dass ein solches Geländefahrzeug auch im Gemeindebereich Waldmünchen gewinnbringend sein könnte.