Bahnschranke bremst Feuerwehr und Chamer Autofahrer aus – Stundenlange Geduld nötig

Über drei Stunden – so lange mussten Chamer Autofahrer am Wochenende warten, ehe die Bahnschranke auf der Kreisstraße nach Obernried hinauf sich wieder öffnete. „Das ist echt der Wahnsinn“, schimpft Josef Maier. Der Obernrieder Feuerwehrkommandant kann es nicht fassen, dass die unendliche Geschichte mit der Schranke schon wieder ein neues Kapitel aufgeschlagen hat. Und die Bahn? Hält sich bedeckt.
Erst im Juni hatten mehrere Ausfälle hintereinander für großen Unmut gesorgt – und dafür, dass die Bahn tätig wurde.
Immer wieder Reparauren notwendig
Doch der Erfolg der Reparaturmaßnahmen war nur von kurzer Dauer. Kurz vor 7 Uhr morgens wurde Maier am Samstag von einem Bekannten über die erneute Störung informiert. „Ich habe dann sofort den Fahrdienstleiter informiert, der in Cham sitzt. Der hat die Störung weitergegeben, aber es hat trotzdem drei Stunden gedauert, bis ein Bahnmitarbeiter gekommen ist und die Schranke geöffnet hat.“ Maier ist mit seiner Geduld am Ende: „Wie lange soll das denn noch gehen?“ Auch das Landratsamt als zuständiger Straßenbaulastträger der Kreisstraße zwischen Katzbach und Obernried war bereits in die Schrankengeschichte involviert, kann aber laut einem Sprecher die Beschwerden auch nur an die Bahn weitergeben. Neben Autofahrern wurden auch Feuerwehrfahrzeuge am Wochenende ausgebremst – zum Glück nicht während eines Einsatzes.
Seit Jahren gibt es an der Stelle Ärger
Wie berichtet, sorgt die Schranke an der Hauptzufahrtsstraße in den nicht einmal 150 Einwohner zählenden Ort seit Jahren für Verärgerung. Nicht nur bei den Obernriedern, sondern auch bei denjenigen, die über diese Verbindungsstraße am schnellsten Weg zur Bundesstraße B 22 gelangen wollen. Immer wieder öffnet sich die Schranke stundenlang nicht, oder, noch schlimmer: schließt nicht, obwohl ein Zug herangefahren kommt. Selbst Feuerwehr und Rettungskräfte werden von der Schranke im Notfall ausgebremst. Ein Trampolinunfall mit einem verunglückten Bub ging trotz großer Verspätung des Rettungswagens Gott sei Dank glimpflich aus. „Was, wenn’s wirklich einmal um Leben und Tod geht?“, stellt Maier die bange Frage in den Raum.
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Auch Schulkinder wurden schon von der Schranke ausgebremst – sie verpassten nur deshalb ihren Anschlussbus in die Schule nicht, weil der Busfahrer lange genug auf sie wartete.
Keine schnelle Lösung in Sicht
Die Bahn bedauert den Vorfall vom Wochenende in einer Mitteilung. Weiter heißt es auf Nachfrage: „Der Bahnübergang war in der Tat aufgrund einer technischen Störung außer Betrieb. Die genaue Ursache wird geprüft. Der zuständige Anlagenverantwortliche konnte die Störung vor Ort beheben.“
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Von einer vorgezogenen Erneuerung der Bahnschranke, wie sie im Juni in Aussicht gestellt wurde, will man nichts mehr wissen. Die Erneuerung sei für 2030 geplant, nur im Falle von Synergien durch mehrere Bahnübergangserneuerungen auf der Strecke sei eventuell eine frühere Erneuerung möglich.