Bauhof-Unterstand gekündigt: Schwarzhofens Fuhrpark braucht neue Bleibe

Der Markt Schwarzhofen steht plötzlich vor einem vorher nicht absehbaren Problem: Der Eigentümer einer Scheune, in der bislang der Fuhrpark des Bauhofs untergebracht war, hat den Mietvertrag wegen Eigenbedarfs fristgerecht zum 31. Dezember 2025 gekündigt.
Weil sich bisher kurzfristig keine andere Lösung gefunden hat, rückte das Thema noch schnell auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Montag. „Seit uns das Schreiben erreicht hat, sind wir händeringend auf der Suche nach einer anderen Unterstellmöglichkeit und für jedes Angebot offen“, betonte Bürgermeister Maximilian Beer (CSU) zu Beginn der Beratung. Alle Nachfragen in dieser Richtung seien bisher ins Leere gelaufen.
Zunächst ein Provisorium
Weitere Probleme ergäben sich dadurch, dass bis zum Wintereinbruch kaum noch eine Vorlaufzeit übrig bleibe und außerdem im ohnehin schon angespannten Haushalt, keine Mittel dafür vorgesehen seien. „Alles, was wir heute beschließen, kann also nur ein Provisorium sein“, sagte Beer angesichts von vorliegenden Kostenangeboten für eine gedämmte Bauhofhalle im Bereich zwischen 136.000 und 187.000 Euro. „Provisorien“ können sich erfahrungsgemäß auch über Jahre halten, wie im Raum stand.
Als machbar erachtet wurde schließlich eine sogenannte Rundbogenhalle, die in der geeigneten Größe im höheren Preissegment bei rund 30.000 Euro liege, aber auch schon für knapp 8500 Euro erhältlich wäre. Hinzu kämen Kosten für das Instandsetzen eines Baugrunds von rund 6000 Euro und Planungskosten in etwa gleicher Höhe.
Angebote eingeholt
Entsprechende Angebote waren von der Bauabteilung der Verwaltungsgemeinschaft vorab eingeholt worden. Als Standort käme allerdings nur die Fläche neben dem Feuerwehrhaus in Frage. Dazu müsste jedoch der Recyclinghof umziehen. Auch dazu konnte eine Lösung angeboten werden. Sollte der SV-Schwarzhofen zustimmen, könnte ein Teil der Zuschauerparkplätze dafür genutzt werden. Eine Ausweichfläche für die Aktiven böte sich weiter hinten an, neben dem Vereinsheim.
Die Diskussionsbeiträge bezogen sich im Wesentlichen auf die vorgeschlagenen Lösungen. „Schnell muss es gehen, und dass es nicht die optimale Lösung ist, dürfte allen klar sein“, fasste Beer noch einmal zusammen. Mit 11:1 Stimmen wurde schließlich beschlossen, die in allen Bereichen kostengünstigsten Angebote zu nutzen.

Einen entsprechenden Rahmen nahm, gleich zu Beginn der Sitzung, die Verabschiedung von Marktrat Helmut Seebauer ein. Er hatte, nach fast 25-jähriger Tätigkeit um die Entlassung aus dem Ehrenamt gebeten. „Dieser Punkt fällt mir persönlich schwer“, sagte Bürgermeister Beer und leitete damit eine Laudatio ein. Er verwies auf die großen Verdienste Seebauers, sowohl für dessen Wohnort Girnitz als auch für den gesamten Markt Schwarzhofen. Nicht unerwähnt ließ er dabei, dass Seebauer mit fast 1000 Stimmen, bei der letzten Kommunalwahl „Stimmen-König“ für die CSU gewesen sei. Er sei ein Macher und immer auch Helfer in der Not. Sein Unternehmen habe er mit Herzblut, Energie und dem ihm eigenen Pragmatismus aufgebaut und zum Erfolg geführt.
Besonders erwähnte er die Unterstützung der Feuerwehr Uckersdorf aber auch des Bulldog- und Oldtimer-Vereins. Zusammenfassend meinte Beer: „Wir hoffen, dass wir dich nur als Marktrat verlieren, nicht als Freund und Förderer.“ Als ein Präsent und eine Ehrenurkunde überreicht wurden, erhob sich der Rat von den Plätzen und applaudierte. Bürgermeister Beer hieß schließlich Michael Fichtl (CSU) als Nachrücker auf dem Platz Seebauers willkommen. Dazu warf Beer einen kurzen Blick in dessen Lebenslauf und sein aktuelles Umfeld. Fichtl legte im Anschluss feierlich seinen Amtseid ab.

Von einigen Zuhörern begleitet, wurde schließlich die Debatte um das Ergebnis der Teilbürgerversammlung zur Verkehrsberuhigung in Zangenstein. Die Abstimmung für eine Tempo-30-Zone war mit einem Patt ausgegangen. Der Rat beschloss nun nach eingehender Diskussion, vorerst keine weiteren Maßnahmen einzuleiten. Bei diesem Beschluss gab es eine Gegenstimme.