Großer Erfolg: Afrika-Musical sorgte in Neunburg für viele Emotionen

Von Ralf Gohlke · 21. September 2025 um 15:00

So voll war die Schwarzachtalhalle zuletzt beim Auftritt der österreichischen Band „die Seer“. Ähnliches kündigte sich bereits in dem Moment an, als vor Wochen die Karten für die Uraufführung des Afrika-Musicals „Winnie“ von Steffi Heelein vergriffen waren.

Mehr als 750 Zuschauer wollten sich dieses einmalige Erlebnis nicht entgehen lassen. Und sie wurden nicht enttäuscht. Was rund 200 Mitwirkenden der Chöre, die Liveband und die Hauptdarsteller auf die Bühne zauberten, war einfach nur gigantisch. Der Rhythmus der Musik, mit den afrikanischen Einflüssen und die Handlung boten immensen Raum für Emotionen, die schon vom ersten Ton an auf das Publikum übergriffen.

Kunstverein war Träger

Peter Wunder, Vorsitzender des Kunstvereins Unverdorben, der die die Trägerschaft für die Uraufführung des Musicals übernommen hatte, fasste sich bei seiner Begrüßung bewusst kurz, da die Spannung und Erwartung auf die kommenden beiden Stunden nahezu spürbar war. Beflügelt wurde die Atmosphäre zusätzlich, da in der Halle echt „afrikanische Temperaturen“ herrschten.

Auch die Autorin und Komponistin Steffi Heelein hielt sich kurz. Sie wartete vor allem mit der Überraschung auf, dass die „echte Winnie“, Winnie Nansubuga aus Uganda, deren wahre Geschichte hier erzählt wurde, einen Ehrenplatz im Publikum hatte.

Einer der bewegendsten Momente: Steffi Heelein umarmt die Protagonstin des Muscals, Winnie Nansubuga aus Uganda. - Foto: Ralf Gohlke

Der Platz von Steffi Heelein war im Anschluss am E-Piano in der Liveband. Für sie ging es um mehr als den Erfolg ihres Musicals. Das gesamte Projekt, mit allem was dazu gehört, war der abschließende Teil ihrer Masterprüfung im Studienfach „Neue Geistliche Musik“ an der Hochschule für geistliche Kirchenmusik (HfKM) Regensburg.

Die Geschichte der jungen Frau aus Uganda, die im Alter von acht Jahren beide Eltern durch Aids verloren hat, erzählt Heelein in ihren Musical als Zeitreise. Die wechselnden Stationen ihres Lebens werden hier durch verschiedene Darstellerinnen verkörpert. In eindrucksvollen Szenen schildert sie, wie wie sie zunächst aus der Familie ihres Onkels flieht, der sie zu vergewaltigen droht. Vernachlässigt und misshandelt und nur für wenig Essen, arbeitet sie schließlich in einem Haushalt bei Verwandten, nur um nicht auf der Straße leben zu müssen.

Minutenlanger Applaus für die 200 Mitwirkenden

Dann wendet sich das Blatt und das Leben von Winnie als Waise und Straßenkind ändert sich, als sie Unterstützung des von Steffi Heelein gegründeten Hilfsprojektes U.V.C.O erhält, und sie eine Ausbildung abschließen kann. Jetzt gründet sie eine eigene Organisation, mit der sie alleinerziehende Mütter unterstützt.

Die Hauptdarsteller hatten einen großen Anteil am Gelingen des Musical. - Foto: Ralf Gohlke

Im Musical wurde deutlich, dass sie in ihrem Leben von der Liebe zu den Mitmenschen und das Vertrauen, das sie in sie setzte, getragen wurde. Als wesentlicher Anteil kam ihr tiefer Glaube an Gott hinzu, aus dem sie auch in schweren Zeiten Zuversicht und Hoffnung auf eine bessere Zukunft geschöpft hatte. Zur Umsetzung ihrer Ideen zu dem Musical holte sich Steffi Heelein zahlreiche, professionelle Unterstützer ins Boot, die zu einem Großteil auch dem von ihr schon seit langem geknüpften Netzwerk entstammen.

Wenn jemand für herausragende Leistungen dieses Abends zu nennen ist, sind es die Chöre, einschließlich der Kinder. Sie hatten sich mit den mehrsprachigen Texten auseinander zu setzen, die auch „Luganda“ enthielten. Mit zu den musikalischen Höhepunkten zählte der Gospel „Lieber Vater“, das gesungene „Vater unser ...“.

Es kam wie erwartet, kaum war der letzte Ton verklungen, sprang das Publikum von den Sitzen um den Akteuren mit stehendem Applaus, minutenlang, deren mehr als verdientes Lob zu zollen. Seiten der Komponistin und allen Beteiligten gab es nur strahlende Gesichter über diese, bislang auch nur einmal geplante Aufführung.