Magenverstimmung für Gasaustritt gehalten: Großeinsatz in Neumarkter Hotel

Es war ein höchst kurioser Großeinsatz, der sich im Endeffekt als Nullnummer entpuppte – mit einem großen Aufgebot rückten Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte des Roten Kreuzes am Dienstag in einem Hotel in der Nürnberger Straße in Neumarkt an. Die Rettungskräfte gingen von einem Gasaustritt aus, der gerade in einem Hotel natürlich eine große Gefahr dargestellt hätte. Doch dann kam alles anders.
Denn von einem Gasaustritt gab es letztlich keine Spur – stattdessen stellte sich heraus, dass zwei Mitarbeiterinnen sich den Magen verdorben hatten. Doch wie kommt man von einem verdorbenen Magen auf einen Gasaustritt? „Diese Frage stellen sich viele“, sagt Polizei-Pressesprecher Martin Meier am Tag danach. Grundsätzlich sei ein „übler Geruch im Hotel“ gemeldet worden. Weil man in einer solche Situation extrem sensibel sei, habe die Leitstelle die Feuerwehr angefordert.
Feuerwehr rückte mit Atemschutzgerät an
Die Feuerwehrleute seien mit Atemschutzgerät in das Gebäude gegangen, dort habe sich aber die Situation schnell relativiert, von ausgetretenem Gas war nichts zu bemerken. Stattdessen stellte sich heraus, dass zwei Frauen wegen eines verdorbenen Magens schwer angeschlagen seien und eine Behandlung bräuchten. Die Damen hätten wohl „irgendwie irgendwo“ etwas Falsches gegessen, so Meier. Auszuschließen sei, dass dies im Hotel geschehen sei – Hotelgäste seien also zu keiner Zeit in Gefahr gewesen.
Auch für die Menschen in Neumarkt, die von dem Großeinsatz aufgeschreckt waren, habe nie eine Gefahr bestanden – schließlich gab es gar keinen Gasaustritt. Ob sich die beiden Frauen übergeben hätten und die Meldung mit dem „üblen Geruch“ daher stamme, sei nicht bekannt. „Wie und was in der Infokette genau weitergegeben wurde, ist für uns auch ein Rätsel“, so Meier.