Abschied von beliebtem Seelsorger: Der evangelische Pfarrer Grell verlässt Neumarkt

Von Vera Gabler · 21. September 2025 um 19:00

Nach sechs Jahren als Pfarrer und drei Jahren als stellvertretendem Dekan hat die evangelische Kirchengemeinde am Sonntag ihren Pfarrer Andreas Grell verabschiedet. Zum 1. Oktober wird Grell auf eine Pfarrstelle nach Coburg wechseln und damit in seine Heimatregion ziehen.

Dies erklärte Dekanin Christiane Murner beim Gottesdienst. Grell ging in seiner Predigt auf die Schwelle des Lebens ein, vor der Jakob gestanden habe – und nun auch er. Gleichzeitig verriet er seinen Lieblingsplatz, nämlich das Kreuz am Wolfstein, wo er nicht nur regelmäßig den Ausblick genieße, sondern auch einen Ort gefunden habe, um sich zu besinnen und innezuhalten.

Segen von Dekanin Murner

Im Rückblick an seine Seelsorge seit Herbst 2019 habe er viele unterschiedliche Menschen kennenlernen und begleiten dürfen. Zuletzt sei die Berufung zum stellvertretenden Dekan eine Bereicherung in seinem Leben gewesen, die ihn zusätzlich habe wachsen lassen. Man merke erst beim Auseinandergehen, „was im Rucksack des Miteinanders gepackt ist“, formulierte der Kirchenvorstand, vertreten durch Manuela Bayerl und Bernhard Hammerbacher im Grußwort.

Zuvor gab es eine offizielle Segnung von Dekanin Murner mit dem Wunsch, sein Glaube möge ihn weiterhin frei machen, um neue Wege gehen zu können. „Bleiben Sie weiterhin fröhlich und gelassen, denn Sie sind der Seelsorger, der Mut aussprechen kann.“

Dass Pfarrer Grell viele Wegbegleiter hatte, zeigte sich an den vielen Grußworten. Angefangen von MdB Susanne Hierl, die dem Pfarrer auch im Namen von Landrat Willibald Gailler dankte bis zu Bürgermeister Marco Gmelch, der im Namen der Stadt Neumarkt für das stets verbindende Handeln zwischen Kirche, Diakonie und Gesellschaft dankte.

Gemeinsam für die Ökumene aktiv

Spuren habe Pfarrer Grell hinterlassen, bescheinigte ein „Zeugnis“ von Schulrätin Tanja Kölbl. Auch Schulleiter Stefan Lautenschlager aus Sengenthal und sein Kollegen Max Wiesenberg aus Pilsach verabschiedeten Grell: „Mit innovativen Ideen, Mut und Tatkraft haben Sie vieles nicht nur auf den Weg gebracht, sondern auch stets den Schülern zugehört und ihnen das Gefühl geschenkt, dass deren Anliegen wichtig sind.“

Neben Dankesworten gab es auch Geschenke – angefangen von einer digitalen Schere der Schule, um einen eventuellen Knoten auf dem Weg zu durchtrennen, bis hin zum Jakobsführer mit Ziel Neumarkt. „Nur kurz zum Verweilen, denn du musst ja wieder nach Coburg zurückwandern“, erklärte Pfarrerin Katharina Thoma im Namen des gesamten Seelsorgeteams.

Der katholische Pfarrer und Dekan Stefan Wingen erinnerte nicht nur an die Einführung von Pfarrer Grell, sondern auch an das Finden der gemeinsamen Basis für die Ökumene. „Jesus ist unser Halt und man spürte immer dass Du damit lebst“, betonte er, bevor ein katholisches Segensbuch und auch eine Flasche Rum den Besitzer wechselten.

Nach dem Dank von Pfarrer Martin Hermann auch im Namen der Partnerschaft Mediasch sagte wiederum Pfarrer Grell Dank – nicht nur dem Team, das den Gottesdienst geplant und gestaltet hatte, sondern allen Teams im evangelischen Zentrum.

Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde von der Logoband und Beatrice Höhn an der Orgel.