Nach Flop mit Tagespflege: Heuser setzt in Burglengenfeld voll auf Betreutes Wohnen

Von Thomas Rieke · 20. September 2025 um 19:00

Jahrzehntelang betrieb das in mehreren Bundesländern aktive Sozialwerk Heuser auch in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) eine „Seniorenresidenz“. Die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen sowie der Mangel an Fachkräften für stationäre Pflege zwangen die Eigentümer jedoch zur Neuorientierung. Die Zukunft sehen sie in Betreutem Wohnen.

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Die Pläne, die sie dafür für das Städtedreieck entwickelten, sind deutlich umfangreicher als bisher bekannt.

Wie berichtet, hat sich die Seniorenresidenz der Heusers im Naabtalpark von den Folgen der Pandemie nie mehr richtig erholt. Hinzu kamen personelle Engpässe. Bereits im Sommer 2021 kündigte die Geschäftsführung daher eine Umstrukturierung an. Ähnlich wie in Kreuth am Tegernsee, wo das Sozialwerk schon länger Betreutes Wohnen anbietet, wolle man diese Leistung künftig auch in Burglengenfeld erbringen, hieß es. Allerdings seien dafür größere Investitionen erforderlich, was die Entscheidung erschwere.

Zum Jahreswechsel 2023/24 wurde verkündet, man mache nun Nägel mit Köpfen. Vorgesehen waren im bestehenden Haus Philipp 16 Ein-Zimmer- und neun Zwei-Zimmer-Appartements unterschiedlicher Größe. Bei Bedarf sollten die Mieter ambulante Pflege in Anspruch nehmen können. Dafür wollte das Sozialwerk einen eigenen Dienst aufbauen. Als weitere Ergänzung wurde im Herbst im Josefine-Haas-Haus eine Tagespflege mit 30 Plätzen eröffnet.

Mit der Tagespflege gescheitert

Diese ist aber längst wieder Geschichte. Nach Informationen der Redaktion wurde die Einrichtung mangels Nachfrage aufgegeben. Andererseits hat das Sozialwerk seine Pläne für Betreutes Wohnen mittlerweile deutlich erweitert.

Wie am Mittwoch im Bauausschuss bekannt geworden ist, wurde im Mai eine Voranfrage für die Nutzungsänderung zweier Gebäude sowie für einen Neubau eingereicht. Ziel war die Schaffung von 90 Wohneinheiten.

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Nach einer Ortsbesichtigung bewertete die Verwaltung das Vorhaben laut Stadtbaumeister Franz Haneder positiv. Die Rede war von „sinnvoller Nachverdichtung“, die man unterstützen wolle, zumal auch das Einfügungsgebot beachtet werde. Allerdings pochte Haneder darauf, dass der Neubau nicht mehr als drei Geschosse haben sollte.

Dann stellte sich heraus, dass dem Landratsamt Schwandorf veränderte Pläne vorgelegt worden waren. Ein bestimmtes Gebäude sollte nun doch nicht bewahrt, sondern abgebrochen und durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt werden. Ein weiteres Objekt aus dem Bestand sollte um eine Etage wachsen. Kurzum: Die Verwaltung bewertete das Vorhaben nun als „tiefgreifende Änderungen“, die es laut Baugesetzbuch nötig machten, die Entwicklung durch ein Bebauungsplanverfahren zu regeln. Dabei sollten alle öffentlichen Belange geprüft und eine Grundlage für die städtebauliche Struktur geschaffen werden.

Durchführungsvertrag soll den Zweck fixieren

Im Bauausschuss konkretisierte Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) Haltung und Strategie seiner Verwaltung. Ziel sei ein vorhabenbezogener Bebauungsplan, der auch einen sogenannten Durchführungsvertrag mit Zweckbestimmung vorsieht. Damit könne die Stadt sicherstellen, dass die Investoren auch genau das realisieren, was sie angekündigt haben.

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Fraktionsübergreifend begrüßten die Stadträte das Vorgehen im Rathaus. Peter Singerer (CSU) meinte, der Bebauungsplan diene dazu, „dass uns Heuser nicht auf den Arm nimmt“. BWG-Sprecher Gregor Glötzl plädierte dafür, den Geltungsbereich des Bebauungsplans, der aktuell rund 1,5 Hektar umfasst, um das Grundstück zu erweitern, auf dem sich die von einem Wäldchen umgebene ehemalige Bundeswehr-Turnhalle befindet. Gesche sagte zu, dies prüfen zu lassen.

SPD-Rat Krebs befürchtet zu starke Verdichtung

Bernhard Krebs (SPD) äußerte die Sorge, „dass das Viertel immer voller wird“ und mahnte einen sensiblen Umgang an. Auch äußerte er Zweifel, ob das Sozialwerk über die Kompetenz verfüge, die für Betreutes Wohnen geboten sei. Letztlich fiel der Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan einstimmig.

Wie aus den Sitzungsunterlagen hervorgeht, soll das Sozialwerk Heuser kurz vor der Sitzung eine förmliche Bauvoranfrage für das Projekt zurückgezogen haben. Was der Grund dafür ist und was dies bedeutet, ließ sich zunächst nicht mehr klären. Von der Unternehmensführung in Bad Aibling war für die MZ unter anderem urlaubsbedingt niemand zu erreichen.