Neubauprojekt „Stadtgarten“ in Kümmersbruck steht kurz vor der Vollendung

Von Gerhard Spies · 20. September 2025 um 19:00

Bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur in den Großstädten, sondern auch in der Region Amberg zur Mangelware geworden. Das hat auch die aktuelle Bundesregierung erkannt. Sie will deshalb bis 2029 über 23 Milliarden Euro für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen. In der Region packt die Amberger Wohnungsbau Siedlungswerk Werkvolk mit zwei Großprojekten dieses Problem an. Eines davon steht kurz vor dem Richtfest. Es besticht auch durch seine zukunftsweisende Bauweise.

Der „Stadtgarten“, das Neubauprojekt der Amberger Wohnbaugesellschaft Wohnungsbau Siedlungswerk Werkvolk in der Amberger Straße vor der Haustür Ambergs soll ein Vorzeigeprojekt werden. Mit ihm hat sich die Genossenschaft nicht nur nachhaltiges Bauen auf die Fahnen geschrieben, sondern auch bezahlbaren Wohnraum.

Mehr als 2500 Wohnungen

Steffen Schulze und Wolfgang Erb sind die beiden Vorsitzenden von Wohnungsbau Siedlungswerk Werkvolk eG mit Sitz in der Hans-Thoma-Straße. Die Genossenschaft, die 1949 vom Amberger Architekten Hans Kierner mitgegründet worden war, ist inzwischen mit über 2500 Wohnungen in Amberg und Regensburg die größte Wohnungsgenossenschaft der Oberpfalz. Sie hat schon im letzten Jahr von sich reden gemacht, als sie den Wettbewerb um die Bebauung das Bürgerspital-Areal in Ambergs Innenstadt gewonnen hat, um als Investor dort unter anderem sozialen Wohnraum zu schaffen.

An der Amberger Straße, gleich nach der Stadtgrenze zu Kümmersbruck, wo noch vor Kurzem die Stadt Amberg ihren Bauhof hatte, zeugen schon von Weitem zwei riesige Baukräne von intensiver Bautätigkeit. „Fuchsbau“, das Bauunternehmen aus Berching bei Neumarkt, das sich auf Holzbau spezialisiert hat, erstellt hier für die Amberger Wohnungsgenossenschaft als Generalunternehmer einen großen Block mit zwei Eingängen mit insgesamt 56 Wohneinheiten, und das in atemberaubender Geschwindigkeit.

Im Februar dieses Jahres trafen sich die Bauherren zum Spatenstich, jetzt am 24. September wird man sich bereits zum Richtfest treffen. Im Mai 2026 können voraussichtlich schon die ersten Mieter einziehen.

Das liegt auch an der besonderen Bauweise dieses Wohnblocks. Hybrid-Bauweise heißt das neue Schlagwort. Hier werden Beton und Holz als Baustoffe miteinander kombiniert. „Dieses System verbindet die bewährten Eigenschaften von Stahlbeton mit den ökologischen Vorteilen der Holzbauweise“, nennt Steffen Schulze, der technische Vorsitzende von Wohnungsbau Siedlungswerk Werkvolk die Vorteile. „Das oberste Geschoss ist aber komplett in Holzständer-Bauweise gefertigt“, ergänzt Schulze.

Als Besonderheit des Wohnhauses gilt die Hybrid-Bauweise aus Beton und Holz. - Foto: Gerd Spies

„Wir haben jetzt schon 60 Bewerber für die insgesamt 56 Wohneinheiten“, klärt Wolfgang Erb auf. Er ist der kaufmännische Vorsitzende des Unternehmens. Trotzdem plant die Wohnungsgenossenschaft noch zwei Informationsveranstaltungen, nämlich am 9. und 16. Oktober. 40 der 56 Wohnungen werden barrierefrei sein. Die Tiefgarage im Untergeschoss kann insgesamt 33 Stellplätze aufnehmen. Dazu stehen weitere 37 Außenstellplätze zur Verfügung.

Auch geförderter Wohnraum

20 der 56 Wohnungen kommen als geförderter Wohnraum auf den Markt. „Die Wohnfläche der Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen reicht von 55 bis 112 Quadratmeter“, erklärt Erb. Diese Wohnungen fallen unter die sogenannte einkommensorientierte Förderung (EOF), sind quasi für einkommensschwächere Bevölkerungsgruppen reserviert. Mit dem „Stadtgarten“ will die Wohnungsbaugenossenschaft ihre Position als innovativer und sozial verantwortlicher Akteur unterstreichen.

Vom obersten Stockwerk blicken Wolfgang Erb und Steffen Schulz (v. l.), die Vorsitzenden der Wohnungsbaugenossenschaft. - Foto: Gerd Spies

Auf dem Areal wird aber noch weiterer Wohnraum geschaffen. Die Firma Fuchs möchte noch Eigentumswohnungen errichten, die dann zum Verkauf anstehen. „So können auch Investoren dank attraktiver Abschreibungsmöglichkeiten solide und heimatgebunden investieren“, heißt es aus der Unternehmer-Zentrale in Berching.