Wallfahrtskirche in Neunburg-Seebarn erstrahlt in neuem Glanz

Von Ralf Gohlke · 18. September 2025 um 15:30

Dem Heiligen Leonhard, Schutzpatron für die Gefangenen, das Vieh und besonders die Pferde, ist die Wallfahrtskapelle bei Seebarn gewidmet. Rechtzeitig zum Leonhardiritt im November soll die Sanierung abgeschlossen sein.

Der Überlieferung nach wurde sie nach der siegreichen Schlacht gegen die Hussiten 1433 bei Hiltersried vom Pfalzgrafen Johann gestiftet. Wenn die Reiter mit ihren Pferden heuer am 9. November wieder ihren traditionellen Leonhardiritt dorthin antreten, werden sie eine schöne Überraschung erleben. Denn das kleine Gotteshaus erstrahlt innen und außen in neuem Glanz.

Nachdem die letzte Sanierung von 1986 bis 1989 erfolgt war, hatte vor allem Wandfeuchte deutliche Spuren hinterlassen. „Es gab einiges zu tun“, so Barbara Wilnhammer vom Architekturbüro Wild & Wilnhammer, das mit der Planung und Ausführung der Sanierung beauftragt wurde.

Schäden durch Feuchtigkeit

Nach ihren Worten erfolgte zunächst die komplette Erneuerung des Entwässerungsgrabens mit einer ableitenden Drainage und einer Instandsetzung des Fundamentmauerwerkes. „Die alte Bitumenabdichtung wurde durch eine mineralische Dichtungsschlämme ersetzt“, ergänzte Josef Reichl vom ortsansässigen Bauunternehmen.

Auch außen wurde der Kirchenbau wieder instandgesetzt. - Foto: Ralf Gohlke

Nach der Wiederherstellung erfolgten die Ausbesserung der Schadstellen am Außenputz und die Erneuerung des Blitzschutzes. Um ähnliche Schäden künftig gering zu halten, seien umfangreiche Arbeiten, unter anderem zur Ableitung des Regen- und Oberflächenwassers, ausgeführt worden, bis hin zur Einleitung in einen neuen Sickerschacht. Im Hofbereich noch vorgesehen sei eine Rinne mit Ablauf.

Einen Renovierungsanstrich (Öl oder Firnis) erhielten alle Fenster, Türen und Schutzgitter. Mit einer neuen Blechabdeckung versehen wurde der vorspringende Sockel entlang der Apsis. Das Dachtragwerk habe außer einer Sicherungsmaßnahme in Form eines Überzugs derzeit keine weiteren Maßnahmen erfordert, sagte Wilnhamer. Die Statik solle aber jährlich überprüft werden.

Im Innenbereich sei der Putz je nach Schadensbild abgetragen und wieder ergänzt worden. Besonders erwähnte die Architektin den Einbau einer sogenannten Entfeuchtungsfuge zwischen den Außenwänden und dem Boden. Sie enthalte ein feinkörniges Material, das verhindere, dass Feuchtigkeit im Mauerwerk hoch steige. Während das vorübergehend ausgebaute Gestühl keiner Erneuerung bedurfte, sei die Emporentreppe instandgesetzt worden. Auch der Holzwurmbefall dort und am Altar wurde bekämpft.

Barbara Wilnhammer (l.) erläutert Hans Fischer und Sigrid Mehltretter die Funktionsweise der Entfeuchtungsfuge. - Foto: Ralf Gohlke

Noch vorgesehen sei der Einbau einer Lüftungsampel, die das Klima innen und außen besser anpassen solle. „Die automatische Anlage ist sensorgesteuert und arbeitet nur, wenn es außen trocken ist“, erklärte Hans Fischer, der sich unter anderem um die Elektrik kümmert.

Eigenleistung war wichtig

„Es war ein langer Weg, mit großen Herausforderungen und vielen Unwägbarkeiten“, sagte Kirchenpflegerin Sigrid Mehltretter. Sie hofft nach eigenen Worten, dass bis zum 9. November alles fertig sein wird. In dieser Hinsicht zeigte sie sich aber dank der großen Zahl engagierter Helfer sehr zuversichtlich.

Eigenleistung sei bei der gesamten Aktion ein sehr wichtiger Faktor gewesen, so Mehltretter. Die Kosten bezifferte sie auf rund 350.000 Euro, die zur Hälfte von der Diözese Regensburg getragen würden. Einen weiteren Zuschuss habe die Bayerische Landesstiftung bereits zugesagt. Und auch seitens des Bezirks, der Denkmalpflege, des Landkreises und der Stadt Neunburg rechne sie noch mit Unterstützung. „Ein entsprechendes Spendenaufkommen zum Leonhardiritt wäre natürlich eine schöne Ergänzung“, so Mehltretter.

Der heuer ganz im Zeichen der Weihe der sanierten Kapelle stehen, versprach Pfarrer Theo Schmucker. Für geladene Gäste und Helfer sei im Anschluss an den Gottesdienst im Feuerwehrhaus Seebarn ein Empfang geplant, damit die Pferde schon wieder den Heimweg antreten könnten.

Sigrid Mehltretter zeigt Pfarrer Theo Schmucker, welche Schäden am Altar behoben werden mussten. - Foto: Ralf Gohlke