Mehrkosten von 2,3 Millionen Euro genehmigt – ZRF tagte zur Integrierten Leitstelle in Wernberg

Von Friedrich Gluth · 18. September 2025 um 14:58

Die Landkreise Amberg-Sulzbach, Neustadt an der Waldnaab, Schwandorf und Tirschenreuth sowie die kreisfreien Städte Amberg und Weiden gründeten den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Oberpfalz-Nord. Dieser hat die Aufgabe, den Rettungsdienst entsprechend den Bestimmungen des bayerischen Rettungsdienstgesetzes und der zugehörigen Vorschriften wahrzunehmen, eine Integrierte Leitstelle zu errichten und ab deren Funktionstüchtigkeit die Alarmierung der Feuerwehr zu übernehmen. Dies erfolgt ohne Gewinnerzielungsabsicht.

Die Errichtung der Integrierten Leitstelle in der Daimlerstraße in Wernberg stellt derzeit einen arbeitsmäßigen Schwerpunkt des Zweckverbandes dar und war unter anderem Gegenstand der letzten, vom Verbandsvorsitzenden Landrat Thomas Ebeling (CSU) geleiteten Verbandsversammlung in der Max-Reger-Halle in Weiden.

Steigerung bei Baukosten

Ein Mitarbeiter der Firma Eco-Plan aus Regensburg erläuterte als Projektsteuerer den aktuellen Stand der Planungsangelegenheiten anhand eines Statusberichtes. Dabei führte er auch die Änderungen, die sich seit der letzten Information ergeben hätten, aus. Im Einzelnen handle es sich dabei um Anbindungs- und Erschließungskosten, was eine Steigerung um 2,32 Millionen Euro verursache.

Die Fachplaner der verschiedenen Gewerke, Elektro Klotz aus Amberg, Heizung, Lüftung, Sanitär Schießl aus Regensburg und Leitstellentechnik accellonet GmbH aus Neu-Ulm, sowie das Architektur-Büro Winkler aus Wörth an der Donau zeigten auf, wie das Bauvorhaben umgesetzt werden soll. Dabei wurde auch erklärt, weshalb die gewählte Form der Bauausführung kostengünstig ist, ohne dabei die Sicherheit der Bürger in Frage zu stellen. Nach Abschluss der Beratungen über diesen Punkt stimmte die Verbandsversammlung einhellig dem Planungsentwurf und der damit verbundenen Kostensteigerung zu und beauftragte die Verwaltung und die Fachplaner, die Planungsphase weiter voranzutreiben und die notwendigen Schritte einzuleiten.

Nach Aussage des Projektsteuerers belaufen sich die Kosten für die gesamte Maßnahme derzeit ohne Leitstellentechnik auf 33 Millionen Euro, mit Leitstellentechnik auf 40,75 Millionen Euro.

Ersthelfergruppe bei BMW

Die Zahlen der Jahresrechnung 2024, die nach den Bestimmungen der Verbandssatzung der Verbandsversammlung zur Genehmigung vorzulegen ist, trug Kämmerer Christofer Neukam vor. Nach seinen Angaben beliefen sich die Ausgaben im Verwaltungshaushalt auf 10,38 Millionen Euro. Dem Vermögenshaushalt konnten 931 690,25 Euro zugeführt werden, das sind 449 490,25 Euro mehr als im Haushalt veranschlagt waren. Die Jahresrechnung wurde durch das Gremium einstimmig gebilligt.

Weitere Informationen bezogen sich auf die Etablierung einer Ersthelfergruppe am Standort der BMW AG in Wackersdorf. Besetzt ist der Gesundheitsdienst mit einem Notfallmediziner sowie zwei Notfallsanitätern und einem Rettungssanitäter.

Einsatzzahlen im ersten Halbjahr 2025

• Ereignisse: Michael Werner aus der Abteilung Zentrale Dienste informierte die Verbandsversammlung, wie sich die Einsatzzahlen im ersten Halbjahr 2025 entwickelt haben. Im Bereich des ZRF Oberpfalz-Nord kam es zu insgesamt 65 997 Einsatzereignissen. Dies bedeutet eine Steigerung von 712 bzw. 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

• Überblick: Anhand einer Tabelle zeigte er die Zahlen der einzelnen Einsatztypen für den Zeitraum Januar bis Juni 2025 (in Klammern jeweils die Zahlen für Januar bis Juni 2024 und die Veränderung in Prozent): ABC 65 Einsätze (78 Einsätze, -16,7 Prozent); Brand 938 Einsätze (888, + 5,6); Information 12 424 Ereignisse (14 545, -14,6); Rettungsdienst 48 820 Fälle (47 365, + 3,1); Sonstiges/Katastrophen-Schutz 338 (274 , +23,4); THL 3413 (3559, -4,1)

• Rettungsdienst: Im Bereich Rettungsdienst, dem häufigsten Einsatzbereich, entfielen 19 432 Einsätze auf Krankentransporte, 6471 auf Herz-/Kreislauf-Ereignisse, 4716 auf Trauma, 2691 auf Schmerzen und 1041 auf Kinder (inkl. Reanimationen). Hinzu kamen 503 psychische Entgleisungen und Suizidversuche sowie 203 Einsätze unter dem Schlagwort „Ärger“. Darunter fallen Schlägereien, Körperverletzungen, Schuss- und Stichverletzungen.

• Technische Hilfeleistung: Im Bereich der Technischen Hilfeleistung sind in der Statistik 329 Wohnungsöffnungen und 274 Unwetter-Einsätze enthalten.

• Christof 80: Die Alarmierungen des Rettungshubschraubers Christof 80 lagen bei 613 Einsätzen,15 mehr als im Vorjahr.