Nittenauer Supergruppe „Brot-Zeit“ bringt Schwung in Gottesdienste

Von Simon Heimerl · 18. September 2025 um 19:00

Fetzige Lieder, Drums, E-Bass und Gesang: Wer das hört, dem kommen wohl eher Konzerthallen und Bierzelte als Gottesdienste in den Kopf. Die Band „Brot-Zeit“ aus Nittenau will das ändern; und bringt ganz nebenbei viele bekannte Gesichter in einer lokalen Supergruppe zusammen.

Das Bild, das sich im Verbandsraum des Nittenauer Pfarrheims an diesem Abend zeigt, erinnert an eine ganz normale Probe einer Pop- oder Rock-Band: Kabel werden verbunden, Mikrofone getestet und Instrumente gestimmt. Nur das große Adolph-Kolping-Porträt an der Wand macht deutlich, dass man sich in kirchlichen Räumen befindet. „Am Anfang haben wir in der Kirche geprobt“, erzählt Schlagzeuger Martin Faltermeier.

Erster Auftritt an Valentinstag

Doch als sich die Gruppe Anfang dieses Jahres auf Knall und Fall zusammensetzte, um sich – auf eine Idee aus dem Sachausschuss Jugend des Nittenauer Pfarrgemeinderates hin – in kurzer Zeit auf ihren ersten Auftritt beim Valentinstagsgottesdienst vorzubereiten, war es dort eiskalt. „Außerdem sind wir mit dem täglichen Rosenkranz kollidiert“, sagt der Schlagzeuger feixend. Darum zog man zuerst provisorisch in den Pfarrsaal. Nun hat die Kirchenverwaltung der Band den Verbandsraum im Obergeschoss des Pfarrheims fest zugesprochen.

Als die Idee im Pfarrgemeinderat entstand, gab es noch keine Band. „Da habe ich mit meinem Papa geredet“, berichtet Martin Faltermeier. Denn der Vater ist zum Glück das Nittenauer Stadtoriginal Albert Faltermeier, bekannt als Musiker bei BayernExpress und den Original Stauern-Jaga sowie als Mundartdichter. In Windeseile stellte er eine lokale Supergruppe zusammen: Neben dem Vater am Saxophon und dem Sohn an den Drums spielt Hans Hermann am Keyboard, der ebenfalls bei BayernExpress und den Stauern-Jaga aktiv war. Dazu kommen Josef Schmid vom RegentalSound an der E-Gitarre und der 3. Bürgermeister Karl-Heinz Stich (FW) vom RegentalSound und von Anger am E-Bass. Ergänzt werden sie durch die Sängerinnen Renate Braun vom Chor Subito und Regina Moser, die schon in unterschiedlichen Formationen erfolgreich gesungen hat.

Es gibt nicht so viele Leute, die gut E-Bass spielen und in die Kirche gehen.

Schlagzeugerer Martin Faltermeier

Diese Geschwindigkeit überraschte selbst den Sohn, denn: „Es gibt nicht so viele Leute, die gut E-Bass spielen und in die Kirche gehen“, lacht der Drummer. Die schwungvolle Gottesdienstband gab sich in Anspielung auf das katholische Eucharistieverständnis den Namen „Brot-Zeit“; ganz bewusst mit Bindestrich.

Ursprünglich war nur ein Auftritt zum Valentinstagsgottesdienst geplant. „Anfangs war das eine einmalige Sache“, erinnert sich Keyboarder Hermann. Doch die Begeisterung war so groß, dass „Brot-Zeit“ inzwischen als Dauerprojekt weitermacht. Zwei- bis dreimal im Jahr will die Band künftig Gottesdienste musikalisch gestalten.

Auch moderne Adaptionen

Dabei setzt sie nicht nur auf bekannte geistliche Lieder, sondern wagt auch Neues: Pop- und Rockklassiker erhalten eigene christliche Texte. So finden sich im Repertoire neben Neuem Geistlichen Liedgut und George Harrisons „My Sweet Lord“ auch eine spirituelle Rosenstolz-Adaption.

Am Samstag, 11. Oktober, um 18 Uhr ist es wieder so weit: In der Stadtpfarrkirche Nittenau spielt „Brot-Zeit“ eine Messe unter dem Titel „Gottesdienst Feiern“. Anschließend lädt die Pfarrei zu einem Beisammensein ein, bei dem Besucher untereinander und mit den Musikern ins Gespräch kommen können.