Frühere Laaberer Kirchenmusikerin Steffi Heelein bringt eigenes Afrika-Musical zur Aufführung

Von 2008 bis 2018 war Steffi Heelein als Kirchenmusikerin und Klavierlehrerin in Laaber und Frauenberg tätig. Ebenfalls seit 2008 engagiert sie sich ehrenamtlich für Straßen- und Waisenkinder in Uganda, wozu sie den Verein „U.V.C.O. Masaka“ gegründet hat. Seit 2020 ist sie auf freiberuflicher Basis Kirchenmusikerin in der Pfarrei St. Josef in Neunburg vorm Wald.
In der Schwarzachtalhalle feiert am Samstag das von ihr komponierte Afrika-Musical „Winnie. Vom Waisenkind zur Hoffnungsträgerin“ die Uraufführung. Diese ist mit knapp 800 Besuchern ausverkauft.
Das Werk als Abschlussarbeit
Damit verbindet Heelein mehrere Aspekte bezüglich ihres Berufes und ihres Einsatzes für Afrika. Denn seit Oktober 2023 hat sie an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg das viersemestrige Masterstudium „Neue Geistliche Musik“ absolviert. Neben Prüfungen gehörte eine Abschlussarbeit, in diesem Fall ein von ihr komponiertes einstündiges Werk, dazu. So ist in diesem Kontext ihr Afrika-Musical entstanden.
Das soziale Engagement liegt in der Familie. Ihre Mutter hat in Dresden die dortige Straßenzeitung für Obdachlose mitgegründet und betreut, ihr Vater unterstützt Projekte in Ostafrika. „Wir sind so groß geworden, dass man sich einbringen muss und die Not anderer Menschen versuchen sollte zu lindern – auch mit seinen Begabungen“, sagt Heelein. Das wurde konkret, als an der Regensburger Kirchenmusikhochschule zwei Afrikaner aus Uganda ihr Studium begannen. Diese Begegnung vertiefte bei ihr das Engagement für dieses Land in Afrika. Sie fragte, „ob es jemanden gibt, für den ich was tun kann“, so die Kirchenmusikerin. Einer der Afrikaner verwies auf eine katholischen Nonne, die Straßen- und Waisenkinder betreut. Der Kontakt wurde hergestellt, Heelein führte in Laaber mit ihrem Kinder- und Jugendchor ein afrikanisches Kindermusical auf. Die Spenden gingen an die Nonne, später gründete Heelein die Hilfsorganisation U.V.C.O. Uganda zur Unterstützung schutzbedürftiger Straßenkinder und Waisen. „Winnie, über die ich das Musical geschrieben habe, war Patenkind meines Vaters. Sie war Waisenkind und ist mittlerweile 29 Jahre. Mit 24 Jahren gründete sie eine Hilfsorganisation, schult seither alleinerziehende Mütter im Nähen und Herstellen von Gebrauchsgegenständen und hilft den Armen in ihrem Wohnort Mityana“, sagt Heelein.
„Frischer Wind“ am Klavier
Inhaltlich lieferte also das ehrenamtliche Engagement den Stoff. Auch musikalisch wollte Heelein neu durchstarten. Als Kirchenmusikerin ist sie mit neuem Geistlichen Liedgut und Musicals vertraut. Sie wollte „frischen Wind“ ins eigene Klavierspiel bringen und nahm deshalb den Studiengang „Neue Geistliche Musik“ ins Visier. „Ich habe festgestellt, was hier alles noch zusätzlich angeboten wird und in welchen Bereichen man noch ausgebildet wird“, schildert sie die Entscheidung für das Studiums.
Die Kirchenmusiktätigkeit in Neunburg teilt sie sich mit ihrem Ehemann Steven Heelein, der seit 2015 Professor im Kirchendienst für Dirigieren (Schwerpunkt Chorleitung) an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth und seit diesem Jahr künstlerischer Leiter des Regensburger Kammerchores ArtVokal ist.