Anstehender Windkraft-Entscheid: Die Walhalla ist im Landkreis Regensburg der Elefant im Raum

Auf welchen Flächen dürfen Windräder stehen? Über die Antwort auf diese Frage stimmt der Planungsausschuss am Donnerstag ab. Rund um die Walhalla wird der Denkmalschutz auf Geheiß des zuständigen Landesamts zum raumgreifenden Windrad-Veto, der den Druck auf den restlichen Landkreis Regensburg erhöht, kommentiert Redakteur Benedikt Baumgartner.
Wirkliche Planungsfreiheit hat der Regionale Planungsverband bei der Ausweisung von Windenergie-Vorrangflächen nicht. Im Landkreis Regensburg hat vor allem eine Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege den Handlungsspielraum der Flächenplaner arg beschnitten: der Zehn-Kilometer-Sperrradius rund um die Walhalla. Dadurch wurden der Kreuther Forst und der Forstmühler Forst faktisch aus dem Planungshorizont genommen. Dank großräumiger Vorrangflächen wären andernorts flexiblere Gebietsstreichungen möglich gewesen. Außerdem waren hier bereits Windenergieanlagen in Planung. Bloße Flächenausweisungen versorgen uns schließlich nicht mit Strom. Eine Debatte darüber wurde vom Denkmalpflege-Amt erstickt, die Forstflächen sind der Elefant im Planungsraum.
Kommt noch ein überraschendes Umdenken?
Dabei hat doch die Debatte um Geländer und Sturzsicherung an der Walhalla gezeigt, wie schnell ehern scheinende Grundsätze über Bord geworfen werden können. Vor wenigen Wochen hieß es von zuständiger Stelle noch: denkmalrechtlich unmöglich. Nun wurden rasch klobige Provisorien aufgestellt. Überspitzt könnte man sagen: Jetzt ist die Walhalla schon von Geländern verschandelt, da stören Windräder ein paar Kilometer vom Denkmal entfernt auch nicht mehr. Darauf, dass es in der Windkraft-Frage rund um die Walhalla zu einem Umdenken gekommen ist, deutet allerdings nichts hin.