Mancher ging leer aus: Großer Ansturm auf Tickets beim Denkmaltag in Regensburg

Von Martina Groh-Schad · 14. September 2025 um 19:00

Bedauernde Blicke und Kopfschütteln am zentralen Info-Stand am Runtingerhaus in der Keplerstraße. Bereits nach einer halben Stunde waren alle Tickets für die beschränkten Führungen und Eintritte in Sehenswürdigkeiten am Tag des offenen Denkmals in Regensburg vergeben. „Wir hatten hier schon morgens eine lange Schlange“, sagte eine Organisatorin. Es sei schade für die Abgewiesenen, aber ein Zeichen für den großen Erfolg der Veranstaltung.

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Trotzdem riss der Strom nicht ab und immer wieder kamen Interessierte, die am Info-Punkt auf die zahlreichen Führungen, Veranstaltungen und offenen Denkmäler in der Stadt aufmerksam gemacht wurden, die ohne Eintrittskarte besucht werden konnten. Auch der Regen hielt sie nicht ab und so zogen sie in großer Zahl durch die Gassen der Altstadt, um die geöffneten Denkmäler zu erkunden und neu zu entdecken.

Auf Gasthaus-Tour in der Regensburger Altstadt

In diesem Jahr stand der Tag des offenen Denkmals der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter dem Motto „Wertvoll: Überlieferung und Zeitzeugnisse“, parallel wurde „50 Jahre Europäisches Denkmalschutzjahr“ gefeiert. Am Arnulfsplatz scharte sich eine große Zahl Interessierter um den Historiker, Kommunikationstrainer und Biersommelier Martin J. Reich, der das Trinken, Essen und Reden in den Mittelpunkt seiner Führung rückte. Der Titel „Gaststätten und ihr Wert für das Stadtleben“ traf den Nerv der Besucher. „Zahlreiche Gasthäuser prägen das Regensburger Stadtbild bis heute“, erklärte er und führte vom Kneitinger am Arnulfsplatz zur Engelburgergasse, ins Einhorngässchen, über den Haidplatz, den Weg entlang Hinter der Grieb und zur Schnupftabakfabrik in der Gesandtenstraße.

Ausblick auf die Steinerne Brücke - Foto: www.altrofoto.de
Claudia Erdenreich führte durch die Stadt - Foto: www.altrofoto.de
Ein Turmhaus der Romanik - Foto: www.altrofoto.de
Herberge mit langer Tradition: der Blaue Krebs - Foto: www.altrofoto.de
Schirme waren am Sonntag sehr gefragt - Foto: www.altrofoto.de
Außenrundgang zu Bildungsorten Führung mit Diplom-Ingenieur und Architekt Joachim Buck - Foto: www.altrofoto.de
Die Details waren interessant - Foto: www.altrofoto.de
Architekt Joachim Buck - Foto: www.altrofoto.de
Der Gesandtenfriedhof - Foto: www.altrofoto.de
die Ausstattung der Dreieinigkeitskirche im Blick - Foto: www.altrofoto.de
Besondere Einblicke gab es im Dachstuhl. - Foto: www.altrofoto.de
Sehenswert: die Magdalenenkapelle von St. Emmeram - Foto: www.altrofoto.de
Die Bürgerhäuser des Münchner Hofs - Foto: www.altrofoto.de
Das Team AltstadtQuartier gab Einblicke. - Foto: www.altrofoto.de
Andrang zur Führung am Neupfarrplatz - Foto: www.altrofoto.de
Die Klosterkirche Heilig Kreuz - Foto: www.altrofoto.de

„Viele Straßennamen wie die Goldene-Bären-Straße oder die Schwarze-Bären-Straße gehen auf frühere Gastwirtschaften zurück, die so erhalten bleiben, auch wenn es die Lokale längst nicht mehr gibt“, erklärte er. Nachdem die Wohnungen im 18. und 19. Jahrhundert meist nur aus einem Raum bestanden, spielte sich das gesellschaftliche Leben verstärkt in den Lokalen ab, wo sich vor allem die Männer zu geselligen Stunden trafen. In der Engelburgergasse lebte einst der letzte Bierkoster, der bis ins frühe 19. Jahrhundert seinen Dienst tat. „Er war dafür zuständig, die Qualität der Regensburger Biere zu testen“, berichtete Reich als Anekdote und mutmaßte, dass das heute noch eine begehrte Stelle wäre. Bekannt wurde auch ein Mesner von St. Emmeram mit Namen Krebshaut, der durch übermäßigen Bierkonsum auffiel. Erst bei 15 Maß soll es bei ihm schwierig mit der Heimkehr gewesen sein. Bei der Führung stieß die Gruppe auf viele andere Gäste, die im Stadtgebiet unterwegs waren, teils geführt als Gruppe oder einzeln auf dem Weg zur nächsten offenen Station wie dem Württembergischen Palais am Prebrunntor, dem Pfarrhaus von Herz-Jesu, der Spitalkirche und vielem mehr.

Schmökern und Malen rund um Regensburg

Zentrale Anlaufstelle war für viele das Welterbezentrum an der Steinernen Brücke, wo der Verein Aktion Kultur Sozial an einem Stand Bücher rund um die Geschichte von Regensburg anbot und mit Interessierten ins Gespräch kam. Der Verein betreibt einen Sozialbuchladen in der Stadt und ist eine Anlaufstelle für historische Bücher. Am Stand daneben bildeten sich immer wieder Menschentrauben um die Bilder der Urban Sketchers, die die Besucher des Denkmal-Tags mit Regensburger Motiven auf Papier zum Staunen brachten und mit Ausmal-Vorlagen zum Mitmachen einluden.